Alternative Bank Schweiz
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Die Alternative Bank Schweiz AG vergibt Hypotheken nur, wenn die finanzierte Liegenschaft innerhalb ihrer eigenen ökologischen und sozialen Ausschlusskriterien liegt. Auf der Kreditpolitik-Seite für Privatpersonen schreibt die Bank es unmissverständlich: In ihren Ausschlusskriterien werden Kredite für nicht nachhaltiges Bauen und Spekulation mit Böden und Immobilien ausgeschlossen. Gegründet 1990, wird die Bank heute von über 9'525 Aktionärinnen und Aktionären getragen, weist eine Bilanzsumme von über 2,8 Milliarden Franken aus und betreut mehr als 45'904 Kundinnen und Kunden. Anders als die meisten Retailbanken tritt die ABS ausdrücklich nicht mit dem Ziel der Gewinnmaximierung an: Auf ihrer Grundsätze-Seite hält sie fest, sie strebe nicht nach Gewinnmaximierung, spekuliere nicht zu diesem Zweck und investiere Kundengelder langfristig in die reale Wirtschaft. Ein Unterschied, den kaum eine andere Schweizer Bank in dieser Form offenlegt: Die ABS veröffentlicht alle ihre Kredite, statt die eigene Bilanz hinter allgemeinen Kennzahlen zu verstecken.
Wer sich die eigene Wohnung oder das eigene Haus finanzieren lässt, wählt bei der ABS zwischen mehreren benannten Produkten statt einer einzigen Standardhypothek mit Varianten. Für selbst genutzten Wohnraum bietet die Bank eine klassische Hypothek, eine ABS Saron-Hypothek mit geldmarktorientiertem Zins und eine ABS-Aktienhypothek an. Letztere ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal: Wer sich an der ABS beteiligt und für mindestens 4 Prozent des Hypothekarbetrages ABS-Aktien zeichnet, profitiert von der ABS-Aktienhypothek und erhält im Gegenzug einen vergünstigten Zins auf die eigene Hypothek. Wer eine Liegenschaft vermieten will statt sie selbst zu bewohnen, greift auf die Hypothek für vermieteten Wohnraum zurück, mit der die Bank ausdrücklich den Erwerb oder die ökologische Sanierung von Mietobjekten zu fairen Preisen finanziert. Wer stattdessen ein bestehendes Gebäude energetisch sanieren will, um weniger CO2 durch Heizen oder Stromnutzung zu verursachen, findet mit der ABS Klima-Hypothek für die ökologische Sanierung ein eigenes Produkt dafür, und wer neu baut, kann einen Baukredit beantragen. 6 benannte Angebote also, von der klassischen Wohnhypothek bis zum Baukredit, jedes an ein bestimmtes Vorhaben geknüpft.
Ausschlusskriterien: was die ABS nicht finanziert
Die ökologischen und sozialen Kriterien der Bank sind kein Lippenbekenntnis, sondern schliessen konkrete Objekttypen von vornherein aus. Auf derselben Kreditpolitik-Seite nennt die Bank Liegenschaften, welche zur Zersiedelung beitragen, Ferienhäuser und -wohnungen sowie Luxusobjekte als Beispiele für das, was sie nicht finanziert. Wer ein Ferienhaus in den Bergen oder eine Villa mit gehobenem Ausbaustandard kaufen will, ist bei der ABS an der falschen Adresse, wie auch immer die eigene Bonität aussieht. Umgekehrt richtet sich das Angebot gezielt an umwelt- und menschenfreundlichen Wohnraum: Auf ihrer Seite zu den Kreditschwerpunkten formuliert die Bank ihre Priorität so, sie finanziere umwelt- und menschenfreundlichen Wohnraum und solchen, der es werden soll, und unterstütze die Transformation bestehender Bauten hin zu mehr Nachhaltigkeit. Für die Beurteilung solcher Vorhaben verlangt die Bank nach eigener Aussage Fachwissen zu erneuerbaren Energien, Raumplanung und Zersiedelung, ökologischen Baumaterialien sowie den wirtschaftlichen Aspekten von Immobilien. Wer beim Bau oder Kauf ohnehin auf solche Kriterien setzt, bekommt damit eine Bank, die dieses Fachwissen selbst mitbringt, statt sich gegenüber einer Kreditabteilung erklären zu müssen, die Nachhaltigkeit nur als Randnotiz prüft. Gebäude verursachen laut der ABS zudem einen beträchtlichen Teil der Schweizer CO2-Emissionen, ein Grund, den die Bank für ihre eigene Ausrichtung auf umweltfreundlichen Wohnraum anführt.
8 Jahre Grenze bei Festhypotheken für Geschäftsliegenschaften
Wie konsequent die ABS ihre eigene Risikophilosophie durchzieht, zeigt sich am deutlichsten dort, wo sie selbst eine Grenze zieht statt sie zu verschweigen. Bei der Finanzierung von Geschäftsliegenschaften und Gewerbearealen begrenzt die Bank ihr Angebot an Festhypotheken auf Laufzeiten von 2 bis 8 Jahren. Der Grund dafür steht ausdrücklich auf der eigenen Produktseite: Weil die ABS für Finanzierungen von Geschäftsliegenschaften keine Zinsabsicherungsgeschäfte abschliesst, beschränkt sie ihr Angebot an Festhypotheken auf diese Laufzeiten. Andere Banken sichern eine deutlich längere Festhypothek intern über Derivate ab und können deshalb lange Laufzeiten anbieten, ohne selbst ein offenes Zinsrisiko zu tragen. Die ABS verzichtet bewusst auf solche Absicherungsgeschäfte, was ihre Produktpalette bei langen Laufzeiten für Geschäftsliegenschaften einschränkt, aber auch bedeutet, dass die Bank kein Derivatebuch führt, dessen Risiken sie später gegenüber Kundinnen und Kunden erklären müsste. Für die Tragbarkeitsprüfung bei solchen Objekten stellt die Bank die kalkulatorischen Kosten für Zinsen und Amortisationen, Verwaltung, Unterhalt und allfällige Baurechtszinsen den vorgesehenen Mietzinseinnahmen gegenüber und verlangt, dass sich das Objekt mindestens kostendeckend vermieten lässt. Für die private Hypothek auf selbst genutztem Wohnraum nennt die Website keine vergleichbare Laufzeitbegrenzung: Die 8-Jahres-Grenze gilt nach den gelesenen Seiten ausdrücklich für Geschäftsliegenschaften und Gewerbeareale, nicht für das private Eigenheim.
Konditionen und Kontakt
Anders als einzelne grosse Retailbanken veröffentlicht die ABS auf den gelesenen Produktseiten keine tagesaktuellen Zinssätze oder Tabellen mit Richtsätzen nach Laufzeit. Wer eine Offerte für die eigene Hypothek will, muss das Gespräch mit der Bank suchen, statt vorab eine Zahl von der Website abzulesen. Für Finanzierungen von Geschäftsliegenschaften nennt die Bank auf ihrer Produktseite eine direkte Kontaktmöglichkeit: Telefon 062 206 16 16 oder die E-Mail-Adresse finanzierung@abs.ch. Dass die Bank finanziell gesund dasteht, zeigt der jüngste Zwischenbericht: Per 30. Juni 2026 lag der Gewinn bei 2,1 Millionen Franken und der Geschäftserfolg bei 2,6 Millionen Franken, mit Zuwächsen in praktisch allen Geschäftsbereichen ausser dem Handelsgeschäft, wie die Bank in ihrer eigenen Meldung vom 28. August 2026 schreibt. Für eine Bank, die keine Gewinnmaximierung anstrebt, ist ein solches Halbjahresergebnis kein Selbstzweck, sondern die Grundlage dafür, weiterhin Kredite nach den eigenen Kriterien vergeben zu können, statt auf externes Kapital angewiesen zu sein.
Für wen sich die ABS eignet
Wer eine Bank sucht, die möglichst viele Objekttypen zu möglichst tiefen Zinsen finanziert, findet bei der ABS nicht das breiteste Angebot: Ferienhäuser und Luxusobjekte fallen von vornherein weg, und wer den günstigsten Zins vorab online vergleichen will, muss stattdessen das persönliche Gespräch suchen. Wer dagegen bereit ist, sich auf die eigenen Kriterien der Bank einzulassen, sei es beim Kauf von selbst genutztem Wohnraum, bei einer energetischen Sanierung oder bei vermietetem Wohnraum zu fairen Mietpreisen, bekommt eine Bank, die ihre Grundsätze nicht nur auf einer Marketingseite behauptet, sondern in Produktgrenzen, veröffentlichten Kreditlisten und einem Zinsrabatt für Aktionärinnen und Aktionäre sichtbar macht. Wer zusätzlich für mindestens 4 Prozent der eigenen Hypothek ABS-Aktien zeichnet, wird über die ABS-Aktienhypothek selbst zur Mitträgerin oder zum Mitträger der Bank, die dann die eigene Hypothek finanziert, ein Kreislauf, den kaum eine andere Schweizer Bank so anbietet. Diese Konsequenz, bis hin zur selbst auferlegten 8-Jahres-Grenze bei Geschäftsliegenschaften, ist der eigentliche Unterschied zur austauschbaren Standardbank nebenan.