PostFinance
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PostFinance vergibt ihre Hypotheken nicht allein aus eigener Kraft. Auf der Seite zur Saron Hypothek und auf der Seite zur Festhypothek nennt die Bank selbst 3 externe Kooperationspartner, die bei den Finanzierungsangeboten mitwirken: CredEx AG aus Zürich, die Münchener Hypothekenbank eG aus München und die Valiant Bank AG aus Bern. Alle 3 Namen tauchen sowohl auf der Saron- als auch auf der Festhypothek-Seite auf, nicht nur an einer versteckten Stelle. Für eine grosse Schweizer Retailbank ist das ein ungewöhnliches Modell, denn die Konkurrenz vergibt Hypotheken meist komplett aus dem eigenen Buch. Bei PostFinance bleiben Beratung, Offerte und Kontoführung im eigenen Haus, ein Teil des eigentlichen Kredits läuft aber über diese Partner, darunter mit der Münchener Hypothekenbank eG sogar eine deutsche Bank. Die eigene Website macht diese Konstruktion offen sichtbar, was die wenigsten Mitbewerber tun.
Wer sich gegen steigende Zinsen absichern will, wählt bei PostFinance eine Festhypothek mit einer Laufzeit von 2 bis 15 Jahren, in Jahresschritten wählbar. Das deckt praktisch jeden Horizont ab, von der kurzen Übergangslösung bis zur Hypothek fürs ganze Jahrzehnt und länger. PostFinance lässt sich den Zins zudem bis zu 18 Monate im Voraus sichern, bevor die aktuelle Hypothek überhaupt ausläuft oder der Kauf abgeschlossen ist. Damit lässt sich ein Zinsniveau reservieren, ohne bereits umziehen oder verkaufen zu müssen.
Die Bank veröffentlicht ihre Richtsätze direkt auf der Produktseite statt sie erst im Beratungsgespräch zu nennen. Zinssätze für Neugeschäfte, gültig per 04.09.2026 (09:15 Uhr), zeigen für 2 Jahre einen Satz ab 1,25 Prozent und für die maximale Laufzeit von 15 Jahren einen Satz ab 1,99 Prozent. Wie bei jeder Bank sind das Richtsätze für beste Bonität bei selbstbewohntem Wohneigentum und unverbindlich, aber die Offenlegung selbst ist der Unterschied: Wer vergleichen will, muss nicht erst ein Beratungsgespräch buchen, um überhaupt eine Hausnummer zu bekommen.
Die Hypothekenseite selbst ist nach 3 Situationen sortiert statt nach Produkten: Neukauf finanzieren, Hypothek ablösen und Hypothek verlängern führen zu je eigenen Unterseiten mit passender Ansprache, von der Erstfinanzierung bis zur rechtzeitigen Verlängerung vor Ablauf. Dazu kommen 3 Rechner, die ohne Beratungstermin auskommen: der Hypothekenrechner prüft sofort, ob eine Immobilie finanzierbar ist, mit der Offerte online lässt sich ein persönliches Angebot direkt erstellen und herunterladen, und der Sanierungsrechner schätzt Sanierungskosten und passende Fördergelder. Wer lieber mit einer Person spricht, kann das trotzdem tun, digital ist hier eine Option, kein Zwang.
Saron Hypothek: vierteljährliche Anpassung mit öffentlicher Formel
Wer eher von sinkenden Zinsen profitieren will, wählt die Saron Hypothek. Die Laufzeit ist bei PostFinance fix auf 3 Jahre festgelegt, der Zins selbst passt sich dagegen alle 3 Monate an. Wer die Zinsrichtung falsch einschätzt, sitzt nicht fest: Ein Wechsel in eine Festhypothek ist zum Ende jedes Quartals möglich, ein Fenster, das öfter aufgeht als bei einer starren Jahresfrist.
Auch hier nennt PostFinance die Rechenformel öffentlich statt sie erst im Gespräch zu verraten. Der Zinssatz setzt sich aus dem Compounded SARON auf 3-Monats-Basis plus einer individuellen Marge zusammen, die laut Produktseite ab 1,00 Prozent beginnt und über die gesamte Laufzeit fix bleibt. Zinssätze für Neugeschäfte, ebenfalls gültig per 04.09.2026 (09:15 Uhr), zeigen exakt diese Formel: Compounded SARON auf 3-Monats-Basis plus eine Marge ab 1,00 Prozent. Der Compounded SARON selbst ist laut Bank ein Durchschnittszins aus den täglichen SARON-Werten der jeweiligen Zinsperiode, die Marge bleibt über die ganze Laufzeit konstant, sie kann also während der 3 Jahre nicht nachträglich erhöht werden.
Amortisiert werden kann direkt, wobei der Kreditbetrag laufend sinkt, oder indirekt über das Vorsorgekonto 3a, die PostFinance Vorsorgefonds oder eine Lebensversicherung, wobei der Kreditbetrag gleich bleibt und stattdessen das Guthaben in der dritten Säule wächst. Seit der Lancierung ihres Bonusprogramms SmartPoints gibt es für Hypothekarkundinnen und -kunden zusätzlich einen Anreiz: Der erste Hypothekarabschluss oder die erste Verlängerung bringt Punkte, danach jede vierte Zinszahlung im Jahr ebenfalls. Die SmartPoints lassen sich später in Bargeld umwandeln und aufs Konto auszahlen.
Wer eine Hypothek bekommt, und was sie kostet
Zugang bekommen natürliche Personen mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz, Schweizerinnen und Schweizer ebenso wie Ausländerinnen und Ausländer mit Ausweis B oder C. Der Mindestbetrag pro Hypothek liegt bei CHF 100'000. Die Zinsen werden vierteljährlich fällig, unabhängig davon, ob es sich um eine Fest- oder eine Saron Hypothek handelt. Bei der Belehnung, dem Verhältnis von Kredit zu Liegenschaftswert, zieht PostFinance die Grenze bei maximal 80 Prozent für selbstbewohnte Objekte und bei maximal 75 Prozent für Ferienobjekte. Bei der Tragbarkeit verlangt die Bank, dass die Wohnkosten inklusive Amortisation nicht mehr als 33 Prozent des Bruttoeinkommens beanspruchen. Wer sein Konto beim Bankpaket Smart führt, zahlt für die Kontoführung der Hypothek nichts, beim Bankpaket SmartPlus werden CHF 5 pro Monat fällig, ein kleiner, aber selten offen genannter Posten.
Sanierung: eigene Rechner und eine Frist, die viele übersehen
Wer nicht neu kauft, sondern saniert, findet bei PostFinance eine eigene Sanierungsseite mit Sanierungsrechner, Informationen zum Gebäudeenergieausweis GEAK, zu Photovoltaikanlagen und zu Wärmepumpen. Die Bank verbindet Sanierung und Hypothek ausdrücklich: Sanierungsmassnahmen lassen sich mit der Erneuerung der bestehenden Hypothek kombinieren, statt 2 getrennte Finanzierungen aufzusetzen.
Ein Detail, das leicht übersehen wird: Wer eine Hypothek aufstockt, um eine energetische Sanierung zu finanzieren, muss das Gesuch für staatliche Fördergelder zwingend vor Baubeginn einreichen, nicht danach. PostFinance nennt das auf der eigenen Seite ausdrücklich, weil manche Eigentümerinnen und Eigentümer erst nach dem ersten Handwerkerangebot ans Fördergeld denken und dann zu spät sind. Für die Aufstockung selbst gelten dieselben Regeln wie für eine neue Hypothek: Die Tragbarkeit muss danach weiterhin gegeben sein, und die Belehnung darf auch nach der Erhöhung nicht über 80 Prozent steigen.
Verkauf, Beratung und das eine Argument, das zählt
Wer die Immobilie stattdessen verkaufen will statt sie zu finanzieren, verweist PostFinance an properti, einen Partner, der laut eigener Aussage von der Bewertung über die Vermarktung bis zum Verkaufsabschluss begleitet. Auch das folgt dem Muster der Bank: PostFinance bündelt die Beratung, holt die eigentliche Dienstleistung aber von aussen dazu, bei der Hypothek von Kreditpartnern, beim Verkauf von properti.
Beraten wird in der Filiale, online oder telefonisch, ein persönliches Angebot lässt sich auch ohne Termin direkt online erstellen und herunterladen. Für alle, denen der Vergleich zwischen Banken wichtiger ist als die Herkunft des Kredits, ist genau diese Offenheit das Argument: öffentliche Zinssätze mit Datum, eine öffentlich genannte Formel für den Saron-Zuschlag und ein öffentlich benannter Kreis von Kooperationspartnern. Wer dagegen erwartet, dass die Bank, bei der die Hypothek unterschrieben wird, den Kredit auch vollständig selbst hält, sollte diese Kooperationsstruktur vor dem Abschluss zur Kenntnis nehmen. Sie ändert nichts an Beratung, Konditionen oder Kontoführung, aber sie ist Teil dessen, was man bei PostFinance tatsächlich unterschreibt.