Pensionskasse der Stadt Winterthur

Stadthausstrasse 4a, 8400 Winterthur · seit 1911

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Die Pensionskasse der Stadt Winterthur (PKSW) ist zuerst einmal keine Bank, sondern die berufliche Vorsorgeeinrichtung der Winterthurer Stadtverwaltung und von 10 weiteren angeschlossenen Institutionen in der Stadt, öffentlich-rechtlich organisiert und bereits 1911 gegründet. Einen Teil dieses Vorsorgevermögens legt sie in Hypotheken auf Schweizer Wohneigentum an, und zwar nicht nur für die eigenen Versicherten: Wer als Privatperson in der Schweiz wohnt, kann sich schweizweit bei der PKSW finanzieren lassen, unabhängig davon, ob man in Winterthur wohnt oder für die Stadt arbeitet. Nur wer selbst bei der PKSW versichert ist, bekommt zusätzlich eine Vergünstigung auf den Zinssatz, wer von aussen kommt, zahlt den regulären, öffentlich einsehbaren Satz. Die PKSW selbst spricht dabei allgemein von "interessierten Personen", nicht von einem auf die eigene Belegschaft beschränkten Angebot.

Was die PKSW finanziert

Finanziert werden ausschliesslich Einfamilienhäuser, Eigentums- und Ferienwohnungen sowie vermietete Einfamilienhäuser und Stockwerkeigentumswohnungen, überall in der Schweiz gelegen. Baukredite vergibt die Kasse keine, und auch Objekte, die noch im Bau stehen oder erst ab Plan verkauft werden, finanziert sie nicht: Wer bei der PKSW eine Hypothek will, muss ein fertig gebautes Objekt kaufen oder bereits besitzen. Kreditnehmerin oder Kreditnehmer kann ausschliesslich eine in der Schweiz wohnhafte Privatperson sein, juristische Personen und im Ausland wohnhafte Käuferschaft bleiben aussen vor. Das grenzt das Angebot spürbar ein, macht aber innerhalb dieser Grenzen auch klar, wer wirklich zum Zug kommt, ohne Fallunterscheidungen für Bauherrschaften oder Kapitalanleger im Ausland.

Zinsen bis 20 Jahre, täglich veröffentlicht

Neben klassischen Festhypotheken bietet die PKSW auch Rollover- und variable Hypotheken an. Die Festhypothekensätze reichen bis zu einer Laufzeit von 20 Jahren, was die PKSW selbst als grosse Planungssicherheit für ihre Kundschaft bewirbt. Die Sätze selbst veröffentlicht die PKSW offen auf ihrer Website und aktualisiert sie nach eigener Angabe in der Regel einmal täglich. Stand 4. September 2026 reichte die Spanne von 1.430 Prozent für 2 Jahre über 1.650 Prozent für 5 Jahre und 1.800 Prozent für 10 Jahre bis 1.990 Prozent für die vollen 20 Jahre. Die Kasse weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich um indikative Richtwerte handelt, die nur bei Erfüllung aller Kriterien gelten, sich jederzeit ändern können und ohne Gewähr veröffentlicht werden. Versicherte der PKSW erhalten zusätzlich eine Vergünstigung auf diesen Satz, eine Differenzierung, welche die Website selbst benennt, ohne die Höhe des Rabatts zu beziffern.

Tragbarkeit, Belehnung und Mindestbetrag

Bei der Tragbarkeitsrechnung verlangt die PKSW, dass die Wohnkosten üblicherweise nicht höher als 35 Prozent des Nettoeinkommens ausfallen, kalkuliert mit einem Zinssatz von 5 Prozent statt dem tatsächlich vereinbarten Satz, damit die Rechnung auch bei steigenden Zinsen aufgeht. Bei der Belehnung geht die Kasse bis maximal 72 Prozent des Verkehrswerts, was umgekehrt mindestens 28 Prozent Eigenmittel voraussetzt. An einem eigenen Rechenbeispiel macht die PKSW das greifbar: Bei einem Verkehrswert von CHF 1 Mio. liegt die maximale Hypothek bei CHF 720'000, das geforderte Eigenkapital bei CHF 280'000. Nach unten zieht die Kasse eine klare Grenze: Der Kreditbetrag muss mindestens CHF 100'000 betragen, kleinere Finanzierungen bietet sie nicht an.

Der Verkauf ohne Vorfälligkeitsentschädigung

Das auffälligste Detail im Angebot steckt im Kleingedruckten zur vorzeitigen Auflösung. Löst eine Kreditnehmerin oder ein Kreditnehmer eine Festhypothek vor Ablauf der vereinbarten Laufzeit auf, fällt laut PKSW üblicherweise eine Vorfälligkeitsentschädigung an, deren Höhe je nach Zinssatz und Restlaufzeit erheblich ausfallen kann, am häufigsten ausgelöst durch einen vorzeitigen Verkauf der Liegenschaft. Genau an diesem Punkt macht die PKSW eine ausdrückliche Ausnahme: Wer die von ihr finanzierte Liegenschaft verkauft, zahlt keine Vorfälligkeitsentschädigung, sondern eine Pauschale von CHF 1'000 für die vorzeitige Auflösung, dazu eine Bearbeitungsgebühr von CHF 250. Für jemanden, der eine 15 oder 20 Jahre laufende Festhypothek eingeht, aber einen Umzug vor Ablauf nicht ausschliessen kann, ist das ein reeller finanzieller Unterschied gegenüber einem Anbieter, der die volle Differenz zwischen dem alten und dem aktuellen Marktsatz einfordert.

Ablauf über die Partnerin Glarner Kantonalbank

Abgewickelt wird der Kreditprozess in 6 Schritten: Checkliste ausfüllen und Unterlagen zusammenstellen, Einreichung bei der Abwicklungspartnerin, Prüfung des Antrags mit anschliessender Offerte, Zustellung des Kreditvertrags nach Annahme der Offerte, Unterzeichnung und Rücksendung der Vertragsunterlagen, und schliesslich die termingerechte Auszahlung. Diese Abwicklungspartnerin ist die Glarner Kantonalbank: Unterlagen gehen laut PKSW per E-Mail oder Post an die Adresse PKSW c/o Glarner Kantonalbank, bitubi, Hauptstrasse 21, Postfach, 8750 Glarus. Wer die Kreditprüfung nicht in jedem Punkt erfüllt, ist damit nicht automatisch draussen: Je nach Vergabekriterien kann die Hypothek laut PKSW trotzdem gemeinsam mit der Partnerin Glarner Kantonalbank abgeschlossen werden. Das Verfahren läuft damit papierbasiert über eine Bank als Dienstleisterin, nicht als Online-Sofortabschluss, was zur restlichen Website passt: Einen digitalen Antragsrechner oder eine Sofortzusage bietet die PKSW nirgends an.

Die Kasse hinter dem Angebot

Die PKSW wurde 1911 gegründet und zum 1.1.2014 als öffentlich-rechtliche Stiftung verselbständigt, mit einem Stiftungsrat anstelle der früheren Verwaltungskommission. Ruhig verlief dieser Weg nicht: 2008 kostete der weltweite Börseneinbruch die Kasse laut eigener Chronik CHF 250 Mio. an Kapitalanlagen und drückte den Deckungsgrad auf 84 Prozent, und erst per Ende 2021 wies die PKSW zum ersten Mal seit über 14 Jahren wieder einen Deckungsgrad über 100 Prozent aus, bevor der Krieg in der Ukraine und die anschliessende Teuerung die Kapitalmärkte 2022 erneut einbrechen liessen. Wer heute anfragt, finanziert sich aus einer Kasse, die sich davon inzwischen deutlich erholt hat: Per 30.06.2026 lag der Deckungsgrad bei 112.6 Prozent, bei einer Nettorendite von 3.9 Prozent seit Jahresbeginn (Werte provisorisch). Weil die PKSW ihre Hypotheken aus dem eigenen Vorsorgevermögen finanziert und nicht über den Kapitalmarkt refinanziert, ist diese finanzielle Verfassung der Kasse selbst kein Nebenaspekt, sondern die Grundlage, auf der jede vergebene Hypothek überhaupt steht. Ihren Sitz hat die PKSW im Stadthaus an der Stadthausstrasse 4a in Winterthur.

Für wen sich das lohnt

Am besten passt die PKSW zu Käuferinnen und Käufern eines fertig gebauten Eigenheims oder einer vermieteten Liegenschaft, die eine lange Zinsbindung bis 20 Jahre schätzen, eine öffentlich einsehbare Zinstabelle einer Beratung hinter verschlossener Tür vorziehen und sich mit einer papierbasierten Abwicklung über die Partnerin Glarner Kantonalbank anfreunden können statt mit einem digitalen Sofortabschluss. Besonders lohnt sich der Blick für alle, die eine Festhypothek eingehen, aber einen Verkauf während der Laufzeit nicht ausschliessen wollen: Die feste Pauschale von CHF 1'000 statt einer vollen Vorfälligkeitsentschädigung ist ein Detail, das sich bei einem vorzeitigen Verkauf in echtem Geld bemerkbar macht. Wer dagegen ein Objekt im Bau, ab Plan oder ausserhalb der Schweiz finanzieren will, oder eine Finanzierung unter CHF 100'000 sucht, ist bei der PKSW an der falschen Adresse.

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