Generali

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

Generali ist in erster Linie ein Versicherer und Vorsorgeanbieter, finanziert Wohneigentum aber direkt aus eigenem Haus. Wer sich auf der Hypothekenseite umsieht, findet dort keinen Marktplatz mit Angeboten Dritter, sondern eine Auswahl von genau zwei Hypothekarmodellen, eine Festzinshypothek und eine variable Hypothek. Generali selbst formuliert das so: „Wir bieten zwei Hypothekarmodelle an. Wählen Sie nach Ihrem Bedürfnis und Ihrer Lebenssituation eine Festzinshypothek oder eine variable Hypothek.“ Was auf den ersten Blick nach einer schmalen Produktpalette aussieht, ist bei genauerem Hinsehen eine bewusste Reduktion: Wo Banken oft ein Dutzend Laufzeitenkombinationen und Sonderformen wie SARON-Hypotheken anbieten, hält sich Generali an zwei klar getrennte Wege und legt den Zinssatz für jeden Fall einzeln fest. Auf der Generali-Website steht die Hypothek zudem nicht für sich allein, sondern gehört zur Rubrik Wohnen & Eigentum neben der Hausrat- und der Gebäudeversicherung, ein Hinweis darauf, dass Generali das Eigenheim als Ganzes absichern will und nicht nur die Finanzierung verkauft.

Zwei Modelle, klar getrennt

Die Festzinshypothek richtet sich an Sicherheitsorientierte. Der Zinssatz steht für die gesamte Vertragsdauer fest, die Laufzeit lässt sich von 2 bis 10 Jahren wählen. Generali empfiehlt sie ausdrücklich bei steigenden Zinsen, weil die monatliche Belastung über die ganze Laufzeit gleich bleibt. Die variable Hypothek kennt dagegen keine feste Laufzeit. Ihr Zinssatz richtet sich nach dem Markt und kann sich laut Generali alle 3 Monate ändern, weshalb sie sich vor allem für Kundinnen und Kunden eignet, die auf sinkende Zinsen setzen und sich nicht binden wollen. Eine Zwischenform wie eine SARON-Hypothek oder eine Forward-Hypothek führt Generali auf dieser Seite nicht. Wer eine breitere Produktpalette sucht, findet sie hier nicht.

Die Zinstabelle vom 1. September 2026

Anders als viele Lebensversicherer, die einen Zinssatz erst nach einem Beratungsgespräch nennen, veröffentlicht Generali eine datierte Tabelle. Stand 1. September 2026 kostet die Festhypothek über 2 Jahre 1.17 Prozent für die 1. Hypothek und 1.57 Prozent für die 2. Hypothek, über 10 Jahre steigt das auf 1.68 respektive 2.08 Prozent. Bei der variablen Hypothek verlangt Generali bei Neuabschluss 2.75 Prozent für die 1. Hypothek und 3.25 Prozent für die 2. Hypothek. Generali weist selbst darauf hin, dass diese Sätze nur zur Information dienen und sich bis zum Vertragsabschluss ohne Mitteilung ändern können. Die Tabelle ist eine Momentaufnahme, kein bindendes Angebot.

Risikobereinigte statt fixer Preise

Der eigentliche Unterschied zu einer reinen Listenpreis-Website liegt in der Preisbildung selbst. Generali nennt das „risikobereinigte Zinsgestaltung“: Der Zinssatz wird nicht pauschal nach Laufzeit vergeben, sondern individuell anhand von Liegenschaft und Bonität der Kundin oder des Kunden berechnet. Wer eine solide Bonität und eine werthaltige Liegenschaft mitbringt, kann damit besser fahren, als es die veröffentlichte Tabelle vermuten lässt. Wer beides nicht mitbringt, entsprechend schlechter. Das macht die Tabelle zu einer Orientierungshilfe, nicht zu einem Endpreis, ein Unterschied, den Generali offen kommuniziert statt ihn zu verschweigen.

Was Sie mitbringen müssen

Für den Kauf verlangt Generali mindestens 10 Prozent Eigenkapital in bar. Mittel aus der 2. Säule dürfen zusätzlich eingesetzt werden, müssen dafür aber effektiv bezogen werden. Bei der Belehnung unterscheidet Generali nach Objektart: Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser werden bis zu 80 Prozent des Verkehrswerts belehnt, Mehrfamilienhäuser bis zu 75 Prozent. Davon entfallen 66 Prozent auf die 1. Hypothek und 14 Prozent auf die 2. Hypothek. Den Verkehrswert legt Generali über eine eigene Schätzung fest, es zählt also nicht der Kaufpreis allein. Für die Tragbarkeit gilt eine feste Grenze: Die jährliche Belastung aus Hypothekarzins, Amortisation und Nebenkosten darf 33 Prozent des Nettoeinkommens nicht übersteigen, eine Zahl, die Generali direkt auf der Seite nennt statt sie erst im Beratungsgespräch zu offenbaren. Diese Angaben stammen dabei nicht aus Kleingedrucktem, sondern aus einem offen zugänglichen Fragen-und-Antworten-Bereich direkt auf der Hypothekenseite, in dem Generali Themen wie Eigenmittel, Belehnungsgrenze, Verkehrswert und Kündigung einzeln beantwortet, statt sie in einem PDF zu verstecken.

Amortisation und Absicherung

Wie bei den meisten Schweizer Anbietern muss die 1. Hypothek nicht amortisiert werden. Die 2. Hypothek dagegen ist innerhalb von 15 Jahren oder spätestens bis zur Pensionierung zurückzuzahlen, direkt durch laufende Zahlungen oder indirekt über eine verpfändete Vorsorgepolice. Genau an dieser Stelle zeigt sich, dass hinter der Hypothek ein Versicherer steht: Generali bewirbt eine Lebensversicherung ausdrücklich als Mittel, die Hypothek abzusichern oder zu amortisieren, wählbar bei einem Versicherer der eigenen Wahl, selbstverständlich auch bei Generali selbst. Eine Bank kann diese Kombination aus Hypothek und Police im gleichen Haus so nicht anbieten. Wer schneller amortisieren möchte, als es die 2. Hypothek verlangt, kann das freiwillig tun: Als Richtwert nennt Generali eine zusätzliche Amortisation von bis zu CHF 20'000 pro Jahr.

Kündigung: unterschiedliche Regeln je Modell

Wer sich für die Festzinshypothek entscheidet, bindet sich für die gewählte Laufzeit. Eine ordentliche Kündigung während der Vertragsdauer ist nicht möglich. Verkauft die Kundin oder der Kunde die Liegenschaft vorzeitig, lässt sich gegen eine Gebühr trotzdem aus dem Vertrag aussteigen. Welche Höhe diese Gebühr hat, veröffentlicht Generali auf dieser Seite nicht. Die variable Hypothek ist deutlich flexibler: Sie lässt sich jederzeit mit einer Kündigungsfrist von 6 Monaten auflösen, ein Vorteil, der die höheren Zinssätze gegenüber der Festhypothek zumindest teilweise aufwiegt.

Was Generali nicht finanziert

Generali grenzt seine Zielgruppe klar ein. Finanziert werden Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser zum Wohnen. Explizit ausgeschlossen sind Feriendomizile, Produktionsstätten, Restaurants, Geschäftshäuser sowie Luxus- und Liebhaberobjekte. Wer ein Ferienhaus im Wallis oder ein Gewerbeobjekt sucht, ist bei Generali an der falschen Adresse. Für ein klassisches Eigenheim zum Wohnen bleibt das Angebot dagegen offen.

Beratung und Ablauf

Ein Beratungsgespräch bei Generali ist laut eigener Aussage kostenlos und unverbindlich, Zeit und Ort bestimmt die Kundin oder der Kunde selbst. Wer den persönlichen Kontakt vor Ort sucht, findet über die Agentursuche im Kopfbereich der Seite eine lokale Generali-Agentur, wer lieber sofort digital anfragen will, kommt über den Button "Beratung anfordern" direkt zum Formular. Für den Antrag stellt Generali zusätzlich ein Hypothekargesuch zum Herunterladen bereit. Wer sich für Generali entscheidet, kauft damit nicht nur eine Finanzierung, sondern bindet sich an einen Anbieter, der Zinssatz, Amortisation und Absicherung bewusst über ein gemeinsames Produktset aus Hypothek und Vorsorgepolice denkt, statt beides getrennt bei zwei Häusern einzukaufen. Für alle, die ein Standardobjekt zum Wohnen kaufen, eine solide Bonität mitbringen und die Kombination aus Hypothek und Lebensversicherung unter einem Dach interessant finden, ist das ein plausibler Anlaufpunkt. Wer ein Ferienhaus oder eine breite Produktpalette mit SARON-Optionen sucht, findet das hier nicht.

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