Pensionskasse BKW
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Bei der Pensionskasse BKW ist die Hypothek keine Vergünstigung für die eigene Belegschaft, sondern ein Anlageprodukt. Auf ihrer eigenen Seite schreibt die Kasse es so: Im Rahmen ihrer Anlagestrategie gewährt sie Versicherten und Drittpersonen Hypothekardarlehen auf Liegenschaften in der Schweiz. Wer bei der BKW Gruppe nie gearbeitet hat, kann hier trotzdem eine Hypothek aufnehmen, denn Drittpersonen sind ausdrücklich mitgemeint, ebenso juristische Personen. Für Beratung und Administration arbeitet die Pensionskasse mit der Finovo AG zusammen, die auf der eigenen Seite direkt schreibt, sie übernehme im Auftrag der Kasse die komplette Hypothekarberatung und -abwicklung. Und die Kasse selbst dämpft die Erwartungen gleich mit: Das attraktive Angebot für Hypotheken sei limitiert, so steht es wörtlich auf der Hypothekardarlehen-Seite.
Diese Konstruktion ergibt erst Sinn, wenn man weiss, was die Pensionskasse BKW sonst ist. Sie ist eine als Stiftung organisierte privatrechtliche Vorsorgeeinrichtung und versichert nach eigenen Angaben mehr als 5500 aktive und pensionierte Mitarbeitende der BKW Gruppe, mit einem Vorsorgeplan nach Beitragsprimat, bei dem sich die Leistungen aus dem angesparten Altersguthaben ergeben. Ihr Vermögen legt sie breit verteilt in schweizerische und ausländische Aktien, Obligationen und Immobilien an, auf Basis einer langfristigen Anlagestrategie, die der Stiftungsrat vorgibt. Die Hypothekardarlehen sind Teil genau dieser Anlagestrategie, kein Mitarbeitervorteil. Das lässt sich gut von einer zweiten, ganz anderen Leistung derselben Kasse abgrenzen: dem Vorbezug für Wohneigentum. Dort können nur aktiv Versicherte ihr eigenes Sparkapital beziehen, um zum Beispiel ein Haus zu kaufen oder eine Hypothek abzubezahlen, es ist ihr eigenes Geld, das sie vorzeitig abrufen. Beim Hypothekardarlehen dagegen leiht die Kasse fremdes Geld, aus dem eigenen Anlagevermögen, an Menschen, die gar nicht Mitglied sein müssen. 2 Themen, die auf der Website unter derselben Rubrik "Wohneigentum und Hypotheken" stehen, aber mit komplett unterschiedlicher Logik.
Finovo AG übernimmt Beratung und Abwicklung
Wer sich für eine Hypothek der Pensionskasse BKW interessiert, landet über den Link "Zum Hypothekenangebot" direkt bei einer eigenen Seite von Finovo AG, nicht bei einem weiteren BKW-Kontaktformular. Dort steht klar, wer für was zuständig ist: Finovo ist der Hypotheken-Dienstleister der Pensionskasse BKW und übernimmt in deren Auftrag die komplette Hypothekarberatung und -abwicklung. Vertragspartnerin bleibt zwar die Pensionskasse selbst, doch das gesamte operative Geschäft läuft über Finovo, erreichbar unter der Nummer 044 512 56 56 und der Adresse pkbkw@finovo.ch, eine dedizierte Kontaktroute, getrennt von der allgemeinen BKW-Pensionskassen-Verwaltung, die weiterhin über die Adresse Moserstrasse 2, 3014 Bern residiert.
Der Ablauf einer Ablösung ist auf der Finovo-Seite in 7 Schritten beschrieben: Die interessierte Person stellt eine Finanzierungsanfrage, Finovo prüft den Antrag und unterbreitet eine Offerte, die bestehende Hypothek wird bei Bedarf gekündigt, die neuen Hypothekenverträge werden unterschrieben, Finovo schickt dem bisherigen Institut ein unwiderrufliches Zahlungsversprechen und fordert den Schuldbrief ein, dieser wird nötigenfalls beim Notariat oder Grundbuchamt angepasst, und zum Schluss vergütet Finovo das Ablösekapital an das bisherige Institut. Das ist derselbe Ablauf, den man von einer Bank kennt, nur dass am Ende nicht eine Bankbilanz, sondern das Anlagevermögen der Pensionskasse als Kapitalgeberin steht.
Zinssätze, Stand 04.09.2026
Die Finovo-Seite veröffentlicht eine eigene Zinstabelle, datiert auf den 04.09.2026, mit dem ausdrücklichen Hinweis, alle Angaben seien ohne Gewähr. Für die Festhypothek switch gelten dort folgende Sätze: 1.17% für 2 Jahre, 1.36% für 4 Jahre, 1.42% für 5 Jahre, 1.48% für 6 Jahre, ebenfalls 1.48% für 7 Jahre, 1.53% für 8 Jahre, 1.60% für 9 Jahre, 1.62% für 10 Jahre, 1.67% für 11 Jahre, 1.69% für 12 Jahre, 1.80% für 13 Jahre, 1.82% für 14 Jahre und 1.84% für 15 Jahre. Auffällig fehlt in dieser Reihe die 3-Jahres-Laufzeit, die Tabelle springt von 2 direkt auf 4 Jahre.
Daneben führt Finovo die SARON-Hypothek, deren Zinssatz sich laut eigener Beschreibung aus einer Marge von 1.13% sowie dem Compounded SARON über 3 Monate zusammensetzt, wobei der Referenzsatz mit mindestens 0% in die Rechnung eingeht. Als dritte Variante steht die Variable Hypothek in derselben Tabelle, mit einem Zinssatz von 2.50 in der Spalte, die bei den übrigen beiden Modellen die Prozentsätze trägt. Wer später anfragt, sieht möglicherweise andere Werte als am 04.09.2026.
Belehnung, Tragbarkeit und Beträge
Konkrete Zahlen liefert die Finovo-Seite auch zur Belehnung. Für ein selbstbewohntes Eigenheim, ein Haus oder eine Eigentumswohnung liegt die maximale Belehnung bei 80%, für eine selbstgenutzte Zweit- oder Ferienwohnung sowie für vermietete Häuser oder Wohnungen jeweils bei 66.67%. Bei der Tragbarkeit rechnet Finovo die zu erwartenden Wohnkosten dem Einkommen gegenüber und zieht die Grenze bei 35%, ein Wert, der in dieser Form auf der Seite so benannt ist. Die Amortisation ist definiert als jährliche Rückzahlungsrate bis zu dem von der Pensionskasse festgelegten Betrag von 66.67% des Liegenschaftswertes, im eigenen Rechenbeispiel über eine Dauer von 15 Jahren.
Bei den Beträgen setzt die Finovo-Seite eine Untergrenze: Der Minimalbetrag für eine neue Finanzierung beträgt CHF 150'000 pro Liegenschaft. Nach oben unterscheidet sie nach Nutzung. Für ein Eigenheim, ein Haus oder eine Eigentumswohnung liegt die Grenze bei CHF 2'000'000, für eine selbstgenutzte Ferienwohnung oder ein vermietetes Haus beziehungsweise eine vermietete Wohnung bei CHF 1'200'000. Diese zweite, niedrigere Obergrenze für Ferienobjekte und Renditeliegenschaften ist auf der Finovo-Seite genauso klar in Franken beziffert wie die Grenze fürs Eigenheim.
Wer eine Hypothek bekommt
Antragsberechtigt sind laut der Finovo-Seite 3 Gruppen: Versicherte der Pensionskasse BKW, Drittpersonen ohne jede Verbindung zur Kasse und juristische Personen, also auch Unternehmen. Finanziert werden 3 Objektarten: das selbstbewohnte Eigenheim, Ferienobjekte und vermietete Objekte, jeweils mit der oben genannten, unterschiedlichen Belehnung und Betragsgrenze. Das ist eine breitere Zielgruppe, als man von einer betrieblichen Vorsorgeeinrichtung erwarten würde, deren Kerngeschäft die Altersvorsorge der eigenen Belegschaft ist.
Der ehrliche Wermutstropfen: begrenztes Volumen
Der einzige Nachteil steht ebenfalls schwarz auf weiss auf der eigenen Seite: Das attraktive Angebot für Hypotheken ist limitiert. Das Volumen hängt an der Anlagestrategie, die der Stiftungsrat für diesen Zweck festlegt, und nicht an einer beliebig erweiterbaren Kreditlinie. Wer anfragt, hat also keine Garantie, dass gerade Kapazität frei ist, auch wenn die publizierten Konditionen, von der Belehnung bis zur Zinstabelle, genauso konkret sind wie bei einer klassischen Bank.
Für wen sich die Pensionskasse BKW eignet
Wer eine Finanzierung sucht und offen dafür ist, dass eine Pensionskasse statt einer Bank als Kapitalgeberin auftritt, findet bei der Pensionskasse BKW ein Angebot mit klar benannten Zahlen: Belehnungssätze von 80% beziehungsweise 66.67%, eine Tragbarkeitsgrenze von 35%, eine Mindestsumme von CHF 150'000 und Obergrenzen, die nach Eigenheim und Renditeobjekt unterscheiden. Besonders passend ist das für Interessierte, die ohnehin mit Finovo als Ansprechpartnerin rechnen und keinen Wert auf einen Bankschalter legen, ebenso für juristische Personen, die anderswo seltener direkt als Hypothekarkundschaft angesprochen werden. Der Haken ist die von der Kasse selbst eingeräumte Begrenzung des Angebots: Wer sicher planen muss, sollte die Anfrage früh stellen und einen Plan B bereithalten, falls das Volumen der Pensionskasse gerade ausgeschöpft ist.