HYPOTEQ AG

Löwenstrasse 29, 8001 Zürich

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HYPOTEQ AG ist eine Zürcher Online-Plattform für Hypotheken, die im Netz zeigt, was viele Vermittler erst im persönlichen Gespräch offenlegen. Wer die Startseite öffnet, sieht sofort ein Zinsfenster: eine Saron-Hypothek ab 0.85 Prozent, eine Festhypothek über 5 Jahre ab 1.30 Prozent und über 10 Jahre ab 1.60 Prozent. Das Unternehmen nennt diese Werte selbst Richtzinsen, die zur Orientierung dienen, und weist gleich daneben darauf hin, dass der persönliche Zinssatz je nach Situation abweichen kann. Es sind also keine bindenden Konditionen, sondern ein Ausgangspunkt, an dem man erkennt, in welcher Grössenordnung sich der Markt gerade bewegt, bevor man auch nur ein Formular ausgefüllt hat. HYPOTEQ tritt dabei nicht als Bank auf: Die Firma beschreibt sich selbst als Partner, der Zugang zu einer Vielzahl geprüfter Finanzierungspartner verschafft und mehrere Offerten gleichzeitig einholt, mit einem Netzwerk, das sie mit über 30 Partnerbanken beziffert.

Die Adresse des Unternehmens ist Löwenstrasse 29 in Zürich, das Impressum nennt die Handelsregisternummer CHE-249.716.201 und führt Marco Circelli, Davide Iuorno und Fisnik Salihu als zeichnungsberechtigte Personen auf. Auf der Über-uns-Seite sind sie mit Rollen versehen: Circelli als CEO, Salihu als CTO, Iuorno als Beirat und Mitinitiant. Dazu kommen Alexander von Arx (Verwaltungsrat und Business Development), Claudio Schneider (Präsident des Verwaltungsrates), Cyril Kägi (Verwaltungsrat und Mitinitiant) sowie Christian Wyss (Beirat und Sales Coach), zusammen ein 7-köpfiges Führungsteam mit Bank- und Fintech-Hintergrund. Die Firma bewirbt diesen Hintergrund mit über 35 Jahren Erfahrung aus der Hypo- und Fintech-Welt und beziffert die bisherige Kundschaft mit über 2500 Kundinnen und Kunden. Ein Gründungsjahr für die HYPOTEQ AG selbst nennt die Website nirgends, die genannten Zahlen beziehen sich auf die Erfahrung des Teams, nicht auf ein Firmenalter.

Der Weg von der Anfrage zur Offerte

Der Ablauf gliedert sich in 3 Schritte. Im ersten Schritt gibt man Angaben zu Immobilie, Einkommen und Eigenmitteln in ein Online-Formular oder den Hypothekenrechner ein und sieht sofort, ob Tragbarkeit und Eigenmittel für eine Finanzierung ausreichen. Im zweiten Schritt lädt man die Unterlagen hoch, die HYPOTEQ selbst als Beispiel nennt: Lohnausweis, Steuererklärung und Grundbuchauszug. Erst wenn diese vollständig sind, startet die Firma nach eigener Beschreibung den Prozess und holt die Angebote der Partnerbanken ein. Der dritte Schritt ist das Zeitversprechen, das den Namen dieser Kategorie rechtfertigt: HYPOTEQ formuliert es als "Innerhalb von 48–72 Stunden nach Eingang aller Dokumente erhältst du deine persönlichen Offerten", transparent und vergleichbar aufbereitet, mit der Möglichkeit, ein Angebot direkt anzunehmen oder abzulehnen. Danach übernimmt HYPOTEQ nach eigener Beschreibung die Koordination mit der gewählten Bank bis zum Abschluss. Der Rechner selbst zeigt im Ergebnisfeld zusätzlich eine Kennzahl "Eigenmittel (min. 20%)", die dem in der Schweiz üblichen Mindestanteil an Eigenmitteln entspricht; die Seite weist diesen Wert allerdings als Rechenannahme des Tools aus, nicht als eigene, verbindliche Kreditbedingung von HYPOTEQ selbst.

3 Vermittlungswege: neu, umschulden, bauen

Auf der Seite "Hypotheken leicht gemacht" trennt HYPOTEQ das Angebot in 3 Fälle. Für eine neue Hypothek reicht laut eigener Beschreibung eine kurze, unverbindliche Anfrage mit Angaben zu Immobilie, Budget, Einkommen und Zeitplan, ausdrücklich ohne Gebühren für diesen ersten Schritt: "Keine Gebühren. Kein Druck." Für eine Refinanzierung prüft die Firma Tragbarkeit, Bonität und die bestehenden Rahmenbedingungen und zeigt, ob sich beim Bankwechsel oder bei der Verlängerung eine bessere Offerte findet als bei der bisherigen Bank. Für Neubauprojekte analysiert HYPOTEQ das Profil der antragstellenden Person, vergleicht die Angebote mehrerer Finanzierungspartner und erklärt die Optionen, bevor eine Bauetappe finanziert wird. Alle 3 Wege laufen über dieselbe digitale Eingangstür, unterscheiden sich aber in den Unterlagen und der Prüfung, die dahinterstehen. Konkrete Zahlen zu Belehnung oder Tragbarkeit in Prozent des Einkommens veröffentlicht HYPOTEQ zu keinem der 3 Wege, diese Werte entstehen offenbar erst im Angebot der jeweiligen Partnerbank.

Mezzanine-Finanzierung als Ergänzung

Was HYPOTEQ von einem reinen Hypothekenvermittler abhebt, ist ein eigener Bereich für Mezzanine-Kapital. Die Firma beschreibt diese Finanzierungsform als Kapital, das zwischen Bankdarlehen und Eigenkapital liegt: nachrangig gegenüber einer klassischen Hypothek, aber vorrangig vor Gesellschafterkapital, strukturiert als Darlehen mit Zins und optionaler Gewinnbeteiligung. Gedacht ist das für Fälle, in denen eine Bank nur einen Teil eines Projekts deckt, der Eigenmittelanteil nicht reicht, oder wenn jemand bei einer Akquisition, einer Zwischenfinanzierung oder einer Reorganisation schnell handeln muss, ohne die eigene Beteiligung zu verwässern. Die Struktur bleibt laut HYPOTEQ flexibel: ein Nachrangdarlehen mit fixem oder variablem Zinssatz, Rückzahlung endfällig oder mit leichter Amortisation, mit Laufzeiten zwischen 2 und 5 Jahren. Vermittelt wird dabei nicht an Banken, sondern an Kapitalpartner wie Developer, Family Offices oder Bestandshalter, die HYPOTEQ nach eigener Aussage diskret und lösungsorientiert zusammenbringt. Für eine Plattform, die sich sonst auf das klassische Eigenheim konzentriert, ist das ein Zusatzangebot, das man bei den meisten Online-Vermittlern in diesem Katalog nicht findet.

HYPOTEQ Advisory für komplexere Fälle

Neben der kostenlosen Erstanfrage für eine gewöhnliche Hypothek führt HYPOTEQ einen zweiten, ausdrücklich kostenpflichtigen Zweig namens HYPOTEQ Advisory. Der Ablauf beginnt mit einem gratis Erstgespräch mit einer Advisory-Fachperson, danach folgt eine Offerte für ein Beratungsmandat, und erst wenn diese angenommen wird, begleitet HYPOTEQ die Umsetzung vom Offertvergleich bis zur Vertragsverhandlung. Einen konkreten Preis für dieses Mandat nennt die Website nicht, nur dass es kostenpflichtig ist. 4 Fallgruppen führt die Seite als Beispiele auf: Finanzierung im Ruhestand, etwa bei Umschuldung oder Freisetzung von Eigenkapital nach der Pensionierung; komplexe Liegenschaften wie Mehrfamilienhäuser oder renditeorientierte Objekte; Fälle nach einer Bankabsage, in denen HYPOTEQ nach eigener Aussage Zugang zu Finanzierungspartnern mit mehr Flexibilität verschafft; und komplexe Eigentümerstrukturen mit mehreren Eigentümern, juristischen Personen oder Auslandsbeteiligung. Dieser Zweig positioniert HYPOTEQ auch für Fälle, die eine automatisierte Online-Anfrage allein nicht lösen würde, etwa wenn eine Bank bereits abgesagt hat.

Was auffällt und was fehlt

Positiv fällt auf, dass HYPOTEQ mit den Richtzinsen, dem Zeitversprechen und der Zahl der Partnerbanken mehr öffentlich vorrechnet als viele Vermittler, die solche Angaben erst nach der Kontaktaufnahme herausgeben. Auch dass hinter dem Online-Formular ein namentlich genanntes, 7-köpfiges Team mit Zürcher Adresse steht und dass man die Firma unter info@hypoteq.ch oder telefonisch unter 044 554 41 00 direkt erreicht, schafft eine Verbindlichkeit, die eine reine Landingpage nicht bieten würde. Der Kompromiss dabei: Die genauen Konditionen, etwa die maximale Belehnung, eine Tragbarkeitsschwelle in Prozent des Einkommens oder die Gebühr des Advisory-Mandats, veröffentlicht die Seite nirgends. Diese Werte entstehen offenbar erst individuell im Gespräch mit einer Partnerbank oder einer HYPOTEQ-Beraterin beziehungsweise einem Berater, was für einen Vermittler, der mehrere Banken gleichzeitig anfragt, nachvollziehbar ist, aber auch bedeutet, dass die Richtzinsen von der Startseite nicht mehr sind als eine erste Orientierung und keine Zusage.

Wer eine neue Hypothek sucht oder eine bestehende umschulden will und dabei den direkten Vergleich mehrerer Banken einem einzelnen Beratungstermin vorzieht, findet in HYPOTEQ eine Plattform, die den Weg dorthin mit einer klaren Zeitangabe versieht statt mit einem unbestimmten "wir melden uns". Wer dagegen eine Finanzierungslücke zwischen Eigenkapital und Bankdarlehen schliessen muss, etwa bei einem Bauprojekt oder einer Akquisition, oder nach einer Bankabsage einen zweiten Anlauf sucht, bekommt mit der Mezzanine-Sparte und HYPOTEQ Advisory 2 Angebote, die über das reine Zinsvergleichsgeschäft hinausgehen und die man bei den meisten reinen Vergleichsportalen in diesem Bereich nicht findet.

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