MoneyPark

Zum Bewerten auf einen Stern tippen

MoneyPark ist ein Hypothekarvermittler, der Kundinnen und Kunden keine eigene Hypothek verkauft, sondern deren Dossier bei einem breiten Kreis von Anbietern platziert. Die eigene Startseite beschreibt das Unternehmen mit dem Satz „MoneyPark bietet die grösste Auswahl an Hypotheken" und nennt dazu die Zahl gleich mit: „Zu unseren Partnern gehören über 100 Schweizer Banken, Versicherungen und Pensionskassen." Das ist ein deutlich breiteres Feld, als jede einzelne Bank es anbieten könnte, denn ein Institut vergleicht naturgemäss nie die eigenen Konditionen mit jenen der Konkurrenz. Auf der Hypotheken-Seite wiederholt sich die Zahl als Slogan in der Navigation, „Die beste Hypothek aus 100 Anbietern", und im Fliesstext heisst es, das Einholen von Offerten laufe „bei Banken, Versicherungen und Pensionskassen", 3 Anbietergruppen, die eine Kundschaft sonst nur einzeln und nacheinander anfragen könnte.

Wer die Seite besucht, sieht dabei keine Tabelle mit anklickbaren Angeboten der über 100 Partner. Sichtbar sind 3 aktuelle Topkonditionen und ein Formular unter „Beratung anfordern". Der eigentliche Vergleich läuft danach im Hintergrund: MoneyPark holt für das jeweilige Dossier Offerten ein und begleitet den Abschluss, statt der Besucherin von sich aus eine Rangliste zum Selberklicken zu zeigen. Das passt zum Selbstbild als „unabhängige Beratung", nicht als Rechner, den man selbst bedient.

Was die Startseite an Zahlen zeigt

Auf der Hypotheken-Startseite stehen, mit Stand 4. September 2026, 3 Topkonditionen: eine SARON-Hypothek ab 0.75 Prozent, eine 10-jährige Festhypothek ab 1.55 Prozent und eine 5-jährige Festhypothek ab 1.31 Prozent. Der Sternchentext dazu ist ungewöhnlich offen: Der gezeigte SARON-Wert ergebe sich aus dem aktuellen Referenzsatz plus der individuellen Marge des Anbieters, und der persönliche Zinssatz könne „aufgrund von Belehnung, Tragbarkeit, Hypothekarvolumen und Objektstandort" von der gezeigten Topkondition abweichen. MoneyPark benennt damit selbst die 4 Stellschrauben, die zwischen dem angezeigten Bestwert und dem stehen, was am Ende im eigenen Vertrag steht. Diese 3 Sätze sind Tagespreise: Schweizer Hypothekarzinsen bewegen sich wöchentlich, und die Zahlen gelten für den Tag, an dem diese Seite gelesen wurde, nicht als feste Grösse. Für die Festhypothek selbst nennt die Seite ausserdem Laufzeiten von 2 bis 20 Jahren, ohne Kündigungsrecht während der Laufzeit.

Beratung online oder an einem Helvetia-Standort

Im Kontaktformular für eine Beratung fragt MoneyPark unter anderem, wann die Hypothek benötigt wird, schnellstmöglich, innerhalb 6 Monaten, innerhalb 1 Jahres oder in den nächsten 1 bis 3 Jahren, und ob das Wunschobjekt bereits gefunden ist. Bei der Form der Beratung lässt sich zwischen „Online" und „An einem MoneyPark Standort" wählen. Persönlich ist das Unternehmen nach eigener Aussage „schweizweit rund 30 Helvetia Standorten" für die Kundschaft da, ein Hinweis auf die Konzernanbindung: Der Copyright-Vermerk am Seitenende nennt „Helvetia Versicherungen Schweiz", die Fusszeile führt „Karriere bei MoneyPark" und „Karriere bei Helvetia" als 2 getrennte Einträge, und das Kontaktformular bietet einen „Newsletter von Helvetia mit spannenden Hypothekar- und Immobilienthemen" an. MoneyPark tritt also unter eigenem Namen und eigener Marke auf, ist für die persönliche Beratung vor Ort aber sichtbar in die Standortstruktur der Versicherungsgruppe eingebettet, statt eigene Filialen zu unterhalten.

Was ein Vergleich laut MoneyPark bringt

Zur Frage, was ein Anbietervergleich tatsächlich bringt, äussert sich das Unternehmen mit konkreten Zahlen statt mit allgemeinen Versprechen. Die Startseite wirbt mit einer durchschnittlichen Ersparnis von CHF 3000 pro Jahr gegenüber dem erstbesten Angebot. Ein Blogbeitrag vom 21. März 2024, verfasst von Marco Tomasina, beziffert das genauer: „Wer Angebote von Festhypotheken vergleicht, erzielt in der Regel eine Ersparnis von durchschnittlich 3000 Franken pro Jahr, unabhängig von der Laufzeit." Derselbe Beitrag zitiert Sasa Vranjes, Leiter des MoneyPark Kompetenzzentrums, mit der Aussage, der günstigste Anbieter am Markt liege im Schnitt 40 bis 80 Basispunkte unter dem Marktdurchschnitt aller Anbieter, und dass die Kundschaft in den letzten Jahren die 10-jährige Laufzeit zu ihrem Liebling erkoren habe. Zum Risiko einer SARON-Hypothek nennt derselbe Beitrag ein konkretes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit: Zwischen Herbst 2022 und Sommer 2023 hob die Schweizerische Nationalbank den Leitzins in 5 Schritten von minus 0.75 Prozent auf 1.75 Prozent an, was SARON-Hypotheken laut dem Beitrag innert weniger Monate deutlich teurer machte.

Verlängern statt stillhalten

Für Kundinnen und Kunden, die eine laufende Hypothek erneuern statt neu abzuschliessen, hat MoneyPark eine eigene Seite mit konkretem Zeitplan. Wer sich frühzeitig kümmere, bis zu 24 Monate im Voraus, könne die Konditionen in Ruhe vergleichen und allfällige Renovationen gleich mitplanen. Kündigungsfristen bei befristeten Hypotheken lägen laut der Seite häufig bei 3 oder 6 Monaten, und eine Ablösung, also der Wechsel zu einem neuen Anbieter, lasse sich bereits 2 Jahre vor Ablauf vorbereiten. MoneyPark weist zudem auf eine Falle hin, in die Anbieter ihre Kundschaft gern laufen lassen: Wer eine Hypothek in mehrere Tranchen mit gestaffelten Laufzeiten aufteilt, etwa eine 5- und eine 8-jährige Festhypothek, kann kaum eine einzelne Tranche vorzeitig bei einem anderen Anbieter platzieren, solange nicht alle Tranchen innerhalb von 2 Jahren gleichzeitig auslaufen, und verliert dadurch beim Auslaufen jeder einzelnen Tranche die Verhandlungsposition. Zur Vorfälligkeitsentschädigung bei vorzeitiger Auflösung einer Festhypothek schreibt der Blog, sie entspreche den Zinsen, die bis zum Ende der Laufzeit angefallen wären, wobei manche Anbieter bei einem Verkauf der Liegenschaft einen kostenlosen Ausstieg gewähren, die Bedingungen dazu unterscheiden sich laut MoneyPark deutlich von Anbieter zu Anbieter.

Immobilien: verkaufen, bewerten, finanzieren

Hypotheken sind bei MoneyPark nur eine Hälfte des Geschäfts. Im Hauptmenü steht „Immobilien" gleichrangig neben „Hypotheken", mit eigenen Rubriken für Verkauf, Bewertung, Suche und Finanzierung. Für die Bewertung existiert das „MoneyPark Cockpit", ein Werkzeug, das laut Website eine Schätzung „auf Basis von Marktdaten, lokalen Vergleichspreisen und weiteren relevanten Faktoren" liefert. Wer ein Renditeobjekt kaufen will, findet eine eigene, ausführliche Finanzierungsseite dazu: Ein Renditeobjekt lasse sich im Idealfall zu 80 Prozent, häufig aber nur zu 70 Prozent finanzieren, die restlichen 20 bis 30 Prozent müssten als Eigenkapital eingebracht werden, wobei Vorsorgegelder aus der 2. und 3. Säule dafür grundsätzlich nicht verwendet werden dürfen, ausser die Eigentümerschaft bewohnt eine der Wohnungen selbst. Für die Tragbarkeitsrechnung rechnet MoneyPark nach eigener Angabe mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5 Prozent auf die Hypothek, mit 1 Prozent Amortisation und pauschal 15 Prozent des jährlichen Nettomietertrags als Nebenkosten, eine deutlich andere Rechnung als bei selbstbewohntem Wohneigentum, wo das eigene Einkommen statt der Mieteinnahmen zählt. Ergänzend veröffentlicht das Unternehmen einen eigenen Real Estate Risk Index, zuletzt in der Ausgabe für das 2. Quartal 2026 am 28. August 2026, mit dem es Risiken am Schweizer Immobilienmarkt einordnet, ein Format, das über die reine Vermittlung hinausgeht.

Was die Website nicht sagt

Was MoneyPark den Kundinnen und Kunden für die eigene Beratung selbst in Rechnung stellt, findet sich auf den gelesenen Seiten nirgends. Es gibt keine Preistabelle und keine Aussage zu einem eigenen Honorar oder einer Provision, weder auf der Hypotheken- noch auf der Verlängerungsseite. Ebenso wenig nennt die Website ein Gründungsjahr oder eine Mitarbeiterzahl für MoneyPark selbst, und die naheliegende Adresse für eine „Über uns"-Seite antwortet nur mit einem Fehler 404. Die einzige harte Grösse, die MoneyPark zu seiner eigenen Reichweite nennt, ist die Zahl der Partneranbieter.

Wer zu MoneyPark passt

Für alle, die ihre nächste Hypothek nicht selbst durch über 100 Offerten vergleichen wollen und dafür eine persönliche Beratung statt einer Tabelle in Kauf nehmen, ist MoneyPark eine der wenigen Adressen, die tatsächlich über alle 3 grossen Anbietergruppen hinweg vermittelt und dabei Vorsorge- und Steuerfragen gleich mitdenkt. Wer zusätzlich eine Liegenschaft verkaufen, bewerten oder als Renditeobjekt finanzieren will, bekommt beides aus einer Hand, samt eigenem Bewertungstool und eigener Marktforschung zum Immobilienmarkt. Wer dagegen selbst sondieren und nur die günstigsten Eckwerte auf einen Blick sehen möchte, findet auf der Website vor allem ein Kontaktformular und 3 Topkonditionen, keine durchsuchbare Anbieterliste zum Selberklicken. Das ist der Preis der persönlichen Betreuung, und wer ihn zu zahlen bereit ist, bekommt dafür Zugang zu einem Anbieterkreis, den man als Privatperson kaum selbst zusammenstellen könnte.

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