VermögensPartner AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Wer bei der VermögensPartner AG in Zürich eine Hypothek anfragt, liest zuerst einen Satz, den die wenigsten Anbieter im Kanton so offen hinschreiben. Die Website beschreibt die eigene Beratung als Beratung im Honoraraufwand: fair, transparent und ohne Provisionen und Retrozessionen. Die Firma, gegründet 2007, nennt sich selbst spezialisiert auf neutrale und transparente Finanz- und Vermögensberatung ohne Provisionen und schreibt, sie verkaufe keine eigenen Produkte, sondern berate ausschliesslich im Interesse der Kundschaft. Für die Hypothekarberatung heisst das: Wer sich beraten lässt, bezahlt die Beraterin oder den Berater direkt für die Empfehlung, statt dass eine Bank im Hintergrund eine Provision in den Zins einrechnet.
Auf der Hypothekenseite selbst grenzt die Firma ihr Angebot bewusst breit ab: "Egal ob es sich um die Hypothek für Ihre Wohnung oder Ihr Haus handelt oder ob Sie eine Geschäftsliegenschaft oder ein Grossprojekt finanzieren möchten." Das deckt sich mit der eigenen Navigation, die zwischen "Beratung Hypothek" und "Komplexe Finanzierungen" als 2 getrennten Unterpunkten unterscheidet, ein Hinweis darauf, dass gewöhnliche Eigenheimfinanzierungen und grössere oder gewerbliche Vorhaben unterschiedlich betreut werden, statt in einem einzigen Formular zu landen.
Lizenziert und beaufsichtigt
Die VermögensPartner AG ist bei der OSFINcontrol Suisse AG als Finanzinstitut im Sinne des Finanzinstitutsgesetzes FINIG angeschlossen und untersteht deren laufender Aufsicht. Seit dem 11. Februar 2022 hält sie zusätzlich die Lizenz als unabhängiger Vermögensverwalter der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA nach Art. 5 Abs. 1 FINIG. Das betrifft in erster Linie das Kerngeschäft Vermögensverwaltung, legt aber dieselbe aufsichtsrechtliche Handschrift über den ganzen Auftritt, Hypothekarberatung eingeschlossen. Dazu kommt eine Mitgliedschaft bei der Ombudsstelle FINOS (Finanzombudsstelle Schweiz) und beim Finanzplanerverband, 2 Zugehörigkeiten, die im Streitfall eine Anlaufstelle ausserhalb der Firma selbst benennen, statt dass Kundinnen und Kunden auf das Wohlwollen des Anbieters angewiesen bleiben.
HYPOTHEKE.CH: die eigene Plattform im Hintergrund
Was die Hypothekenseite von einer gewöhnlichen Beraterseite unterscheidet, ist die Plattform, die im Hintergrund mitläuft. 2019 haben die Gründer der VermögensPartner AG die Online-Hypothekenplattform HYPOTHEKE.CH lanciert. Die Firma beschreibt sie inzwischen als einen der wichtigsten Online-Marktplätze für Hypotheken in der Schweiz, mit Angeboten von rund 30 Kreditgebern. Auf derselben Seite nennt sich HYPOTHEKE.CH die erste Hypothekenplattform, bei der ausnahmslos ein Algorithmus über die Hypothekarvergabe entscheidet, eine Formulierung, die vor allem den automatisierten Online-Weg betrifft: Wer ohne persönliches Gespräch direkt online einen individuellen Zinssatz für die eigene Hypothek ermitteln will, kann das laut Website in wenigen Minuten tun. Wer lieber persönlich beraten wird, bekommt die klassische Hypothekarberatung der VermögensPartner AG, ohne auf die Plattform verzichten zu müssen. Beide Wege laufen laut Website auf dasselbe technische Fundament hinaus, nur der Grad an persönlicher Begleitung unterscheidet sich.
Ein eigener Zinsindex mit über 250'000 Datenpunkten
Am auffälligsten auf der Seite ist der HYPOTHEKE.ch Zinsindex für Wohnimmobilien, den die Firma für sich als ersten Index für Hypothekenzinsen in Anspruch nimmt. Er bildet die Zinsentwicklung von Hypotheken für dauerhaft selbstbewohntes Wohneigentum in der Schweiz ab, in Echtzeit, mit Datenreihen, die sich über die Auswahlfelder der Grafik bis ins Jahr 2011 zurückverfolgen lassen. Pro Jahr fliessen laut Website mehr als 250'000 Datenpunkte in die Berechnung ein, gewichtet über die gängigen Hypothekarmodelle hinweg, damit der Index den Schweizer Markt langfristig abbildet statt nur das eigene Kundenportfolio widerzuspiegeln. Die Daten lassen sich als CSV herunterladen und laut den veröffentlichten Nutzungsbedingungen frei weiterverwenden, auch redaktionell oder für eigene Grafiken, solange sie nicht automatisiert und nur in unregelmässigen Abständen abgefragt werden und die Quelle HYPOTHEKE.CH Zinsindex für Wohnimmobilien genannt wird. Ein zweites Werkzeug auf derselben Seite rechnet aus, wie stark sich die jährlichen Zinskosten einer bestimmten Hypothekensumme zwischen 2 frei wählbaren Daten verändert haben, nützlich für alle, die nicht nur den aktuellen Zins, sondern die Kostenfolge eines Zinswechsels sehen wollen.
Zinsvergleich und Topzinsen
Getrennt vom eigenen Zinsindex bietet die Seite einen grossen Hypotheken-Zinsvergleich an: eine Tabelle mit den offiziell im Internet publizierten Zinssätzen verschiedener Hypothekaranbieter, laut Website mehrmals täglich aktualisiert und ausdrücklich nicht identisch mit den Konditionen, die man über HYPOTHEKE.ch selbst erhält. Die eigenen Topzinsen von HYPOTHEKE.ch wies die Seite beim Abruf am 4. September 2026 so aus: eine SARON-Hypothek ab 0.75%, eine Festhypothek über 5 Jahre ab 1.30% und eine Festhypothek über 10 Jahre ab 1.44%. Weil sich Schweizer Hypothekarzinsen wöchentlich und teils täglich bewegen, sind das Werte eines einzelnen Stichtags und keine feste Zusage. Schon die eigene Formulierung "Top Zinsen" weist nur auf Bestwerte des Moments hin, nicht auf einen garantierten persönlichen Satz.
Eine von 6 Beratungsdisziplinen
Auf der Website steht die Hypothekarberatung nicht allein, sondern als eine von 6 im Hauptmenü genannten Dienstleistungen neben Pensionierungsberatung, Vermögensverwaltung, Vermögensanalyse, Säule 3a und Freizügigkeit sowie Nachlassberatung. Für eine Immobilienfinanzierung kann das praktisch werden: Wer eine Hypothek mit der eigenen Pensionsplanung, der dritten Säule oder einer bestehenden Vermögensverwaltung abstimmen will, findet die entsprechenden Fachgebiete im selben Haus statt bei getrennten Anbietern. Die Website verweist an mehreren Stellen auf dieses Zusammenspiel, etwa wenn sie festhält, dass Kundinnen und Kunden von der konsequenten Digitalisierung profitieren, egal ob sie sich persönlich beraten lassen oder die beste Hypothek selbst über HYPOTHEKE.ch suchen.
Wer die Firma führt
Geschäftsführer Andreas Lichtensteiger beschreibt auf der Über-uns-Seite sein eigenes Bild der Firma so: Das Geschäftsmodell sei auf Transparenz und Langfristigkeit ausgelegt, mit jahrzehntelanger eigener Erfahrung im Finanzsektor, und über 50% der Kunden kämen über eine Weiterempfehlung. Das ist eine Selbstauskunft, keine extern geprüfte Zahl, aber sie passt zum sonstigen Auftritt: Die Firma beschreibt sich als in Privatbesitz und ohne Fremdkapital finanziert und schreibt, sie verzichte bewusst auf die Pflicht, jedes Quartal Geschäftszahlen offenzulegen, begründet mit einer auf Kundeninteressen statt auf kurzfristige Gewinne ausgerichteten Strategie. Seit 2024 ist die VermögensPartner AG zudem als Lehrbetrieb für die kaufmännische Grundbildung EFZ zugelassen und bildet seit August 2025 aktiv Lernende aus, ein Detail, das eher für ein etabliertes, auf Dauer angelegtes Büro spricht als für eine reine Vermittlungsseite.
3 Standorte in der Deutschschweiz
Die VermögensPartner AG ist an 3 Standorten präsent: am Hauptsitz Schweizergasse 6 in 8001 Zürich, am Oberer Graben 2 in 8400 Winterthur und an der Reichsgasse 65 in 7002 Chur. Termine und ein kostenloses Erstgespräch lassen sich laut Website online vereinbaren. Ein Hinweis auf ein Einzugsgebiet ausserhalb dieser 3 Standorte findet sich auf der Hypothekenseite nicht, was für ein Beratungsgeschäft mit persönlichem Termin typisch ist.
Was die Seite nicht verrät
Einen Stundensatz oder ein festes Pauschalhonorar für die Hypothekarberatung nennt die Website nirgends, ebenso wenig konkrete Belehnungs- oder Tragbarkeitsprozentsätze, mit denen die Firma intern rechnet, oder eine feste Amortisationsfrist. Wer diese Zahlen kennen will, muss sie im kostenlosen Erstgespräch oder direkt über HYPOTHEKE.ch erfragen. Die publizierten Topzinsen sind, wie oben beschrieben, Momentaufnahmen und keine feste Offerte. Das ist der einzige Punkt, an dem der Auftritt weniger konkret ist, als der Rest der Seite vermuten liesse, und er betrifft praktisch jeden Hypothekaranbieter, der seine Konditionen nicht öffentlich vorrechnet.
Für wen sich das eignet
Am besten passt das Angebot zu Käuferinnen und Käufern, die eine Hypothek nicht isoliert, sondern zusammen mit Vorsorge, Vermögensverwaltung oder Nachlassplanung durchdenken wollen, und die bereit sind, für eine provisionsfreie Beratung ein Honorar zu zahlen statt eine versteckte Bankprovision mitzufinanzieren. Wer stattdessen nur schnell einen Online-Zins ohne Beratungsgespräch sucht, findet mit HYPOTHEKE.ch trotzdem einen Selbstbedienungsweg im selben Haus, dazu den offenen Zinsvergleich und den frei nutzbaren Zinsindex als Nebenprodukt. Für alle 3 Standorte gilt derselbe Einstieg: ein kostenloses Erstgespräch statt einer Preistabelle zum Selberlesen. Wer das nicht scheut, bekommt hier eine der wenigen Adressen im Markt, die ihr Honorarmodell tatsächlich beim Namen nennt und die Zahlen hinter dem eigenen Zinsindex offenlegt.