VZ VermögensZentrum

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Wer beim VZ VermögensZentrum eine Hypothek bespricht, sitzt nicht am Schreibtisch einer Bank, die selbst Geld verleihen will. Das VZ finanziert sich nach eigener Aussage aus Beratungshonoraren und Verwaltungsgebühren, verkauft keine eigenen Finanzprodukte und ist kein Produktevermittler. In der Schweiz sieht sich das Unternehmen als führend, wenn es um unabhängige Finanzberatung geht, und dieser Anspruch prägt auch die Hypothekenseite: Statt eine einzelne Offerte zu verkaufen, stellt das VZ die Konditionen mehrerer Anbieter nebeneinander und lässt seine Beraterinnen und Berater von dort aus argumentieren.

Sichtbarster Ausdruck davon ist die Tabelle mit den aktuellen Hypothekarzinsen, die auf fast 30 Hypothekargebern basiert und mit Namen arbeitet statt mit anonymen Durchschnittswerten. Am 1. September 2026 zeigte sie für 10-jährige Festhypotheken zum Beispiel 1,63 Prozent bei der Mobiliar, 2,00 Prozent bei der Migros Bank, 2,05 Prozent bei der St.Galler Kantonalbank (SGKB), 2,09 Prozent im Raiffeisen-Durchschnitt und 2,10 Prozent bei der acrevis Bank. Das VZ schreibt dazu, es vergleiche laufend die Zinsen der wichtigsten Anbieter des Landes; einzelne Banken veröffentlichen keine indikativen Sätze und fehlen deshalb in der Liste. Für ein Beratungsgespräch bedeutet das: Der Berater kommt nicht mit einer vagen Einschätzung, sondern mit der Offerte der Hausbank des Kunden neben den Konditionen von rund 30 Konkurrenten auf demselben Bildschirm.

Auf der Immobilienseite beschreibt das VZ sein Zielpublikum bewusst breit: Wer Renditeobjekte finanzieren, ein Bauprojekt realisieren oder Wohneigentum verkaufen möchte, soll dort ebenso an der richtigen Adresse sein wie jemand, der nur seine laufende Hypothek erneuert. Das erklärt, warum die Seite Hypothekenberatung, Marktwertschätzung und Immobilienverkauf auf einer einzigen Seite bündelt statt sie, wie viele Banken, auf getrennte Abteilungen zu verteilen.

Wie die Beratung abläuft

Das erste Gespräch beim VZ ist kostenlos, so das Unternehmen ausdrücklich auf mehreren Seiten. Was eine anschliessende Hypothekenberatung im Detail kostet, veröffentlicht die Website nicht; nur die Immobilienschätzung hat einen festen Preis, dazu gleich mehr. Immobilienexperte Alain Dupont bringt die Position des Hauses so auf den Punkt: Die richtige Hypothekarstrategie sei der Schlüssel, um die Kosten dauerhaft zu senken. Das ist mehr als eine Floskel, denn das VZ grenzt sich damit bewusst von 2 Gruppen ab. Banken betreiben laut der eigenen Wissensseite des VZ ein Zinsdifferenzgeschäft: Sie leihen sich kurzfristig günstiges Spargeld und verleihen es langfristig teurer als Festhypothek, weshalb sie diese lieber empfehlen als eine günstigere Geldmarkthypothek. Und auch unabhängige Hypothekarvermittler seien nicht neutral, schreibt das VZ, weil ihre Provision mit der Laufzeit der vermittelten Hypothek steigt. Das VZ selbst will stattdessen immer die Hypothek empfehlen, für die ein Kunde langfristig am wenigsten bezahlt.

Saron oder Festhypothek: die Fachmeinung des VZ

Bei Saron-Hypotheken schlagen Banken auf den Referenzzinssatz eine Marge auf, deren Höhe von der Bonität des Kunden abhängt; sie liegt laut VZ in der Regel zwischen 0,9 und 1,5 Prozent und bleibt über die ganze Rahmenlaufzeit der Hypothek unverändert, die je nach Anbieter meist 3 oder 5 Jahre beträgt. Angepasst wird der Zinssatz in der Regel alle 3 Monate an den sogenannten Compounded Saron, weshalb Kreditnehmer oft erst kurz vor Beginn der neuen Zinsperiode erfahren, was sie zahlen werden. Der Saron selbst wird laut VZ von der Börsenbetreiberin SIX aus echten Übernacht-Ausleihungen zwischen Banken berechnet und bewegt sich in einem engen Band um den Leitzins der Nationalbank, weil die SNB den Geldmarkt entsprechend steuert.

Das VZ untermauert seine Präferenz für Geldmarkthypotheken mit einem konkreten Rechenbeispiel: Wer 2012 eine 10-jährige Festhypothek über 500'000 Franken aufnahm, zahlte über 10 Jahre insgesamt 94'000 Franken Zins. Eine Geldmarkthypothek über denselben Betrag kostete im gleichen Zeitraum nur 40'000 Franken, eine Ersparnis von 54'000 Franken, und war auch 20'000 Franken günstiger als 2 aufeinanderfolgende 5-jährige Festhypotheken. Trotzdem wird laut VZ bis heute nur jede fünfte Schweizer Hypothek als Geldmarkthypothek abgeschlossen, weil viele Eigenheimbesitzer die Zinsungewissheit scheuen. Das VZ empfiehlt, die Differenz zum langjährigen Durchschnittszins von 5 Prozent laufend zurückzulegen und bei Bedarf über ein hauseigenes, kostenloses Warnsystem rechtzeitig in eine Festhypothek umzuschichten; auf der Immobilienseite heisst dieses Werkzeug Hypotheken-Überwachungssystem, im Ratgeber Hypozins-Alarm, gemeint ist dasselbe automatische E-Mail an dem Tag, an dem eine selbst gesetzte Zinslimite überschritten wird. Wer die historische Entwicklung selbst nachvollziehen will, findet sie im VZ Hypoindex, der die gängigen Hypothekarmodelle anhand von Durchschnittsangeboten bis ins Jahr 1985 zurückverfolgt.

Ablösen und Fristen im Blick behalten

Nach Erfahrung des VZ melden sich Banken oft erst kurz vor Ablauf einer Hypothek bei ihren Kunden, was für einen Anbieterwechsel zu spät sein kann. Der eigene Ratgeber rät deshalb, das Ablaufdatum aus dem Hypothekarvertrag ein Jahr im Voraus im Kalender zu notieren, weil auch eine Festhypothek mit fixem Enddatum oft einige Monate vorher gekündigt werden muss und sich sonst automatisch zu ungünstigeren Bedingungen verlängert. Wer eine Festhypothek vorzeitig auflöst, etwa weil er das Eigenheim verkauft, muss laut VZ unter Umständen eine Vorfälligkeitsentschädigung von mehreren tausend Franken einrechnen; bei einer Saron-Hypothek sind die Ausstiegskosten dagegen überschaubarer. Wer eine Hypothek in Tranchen mit unterschiedlicher Laufzeit gestaffelt hat, sollte laut VZ zudem beachten, dass eine neue Bank Mühe bekommt, den Schuldbrief zu übernehmen, wenn die Fälligkeiten mehr als 3 Jahre auseinanderliegen.

Mehr als nur die Hypothek

Wer beim VZ vorspricht, bekommt neben der Finanzierung auch die Liegenschaft selbst in den Blick genommen. Für 450 Franken inklusive Mehrwertsteuer ermittelt das VZ den Marktwert einer Liegenschaft mit der hedonischen Bewertungsmethode, nach eigener Angabe nach den Qualitätsstandards des Schweizerischen Immobilienschätzer-Verbands; wer zusätzlich wissen will, was eine Sanierung bringt und wie nachhaltig das Haus ist, bestellt für weitere 150 Franken eine Sanierungs- und Nachhaltigkeitsanalyse dazu. Darüber hinaus vermarktet das VZ Liegenschaften auch aktiv zum Verkauf und führt eine eigene Liste aktueller Verkaufsangebote, was einen Bogen von der reinen Finanzierungsberatung zur ganzen Eigentumsfrage schlägt, von Kauf über Umbau bis Verkauf oder Vererbung.

Für wen sich das VZ eignet

Am meisten profitieren Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre bestehende Hypothek verlängern oder ablösen wollen und eine zweite, unabhängige Meinung neben der Offerte ihrer Hausbank suchen, gerade weil das VZ mit Zahlen aus der eigenen Vergleichstabelle argumentiert statt mit allgemeinen Empfehlungen. Wer eine erste Finanzierung für einen Kauf sucht, profitiert ebenso, sollte aber wissen, dass das VZ selbst keine Hypotheken vergibt: Am Ende unterschreibt man den Vertrag bei einer der verglichenen Banken, nicht beim VZ. Und wer nur schnell eine einzelne Zahl sucht, findet auf der Seite zwar die öffentliche Zinstabelle, für eine verbindliche, auf die eigene Situation zugeschnittene Berechnung braucht es aber das kostenlose Erstgespräch, weil die eigentlichen Beratungskosten nirgends aufgeführt sind.

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