Clientis Sparkasse Sense
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Die Clientis Sparkasse Sense bedient den deutschsprachigen Sensebezirk im Kanton Freiburg von 2 Geschäftsstellen aus, in Tafers und in Schmitten. Für einen ganzen Bezirk ist das ein schmales Netz, aber die Zahlen dahinter sind solide: Auf den 31.12.2025 weist die Bank eine Bilanzsumme von 527.6 Mio. CHF und Kundenausleihungen von 462.9 Mio. CHF aus. Ungewöhnlich ist vor allem, wem die Bank gehört. Sie ist keine Aktiengesellschaft mit externen Investoren und auch keine Genossenschaft im klassischen Sinn mit einer offenen Mitgliederbasis, sondern steht im Eigentum von 10 Trägergemeinden des Sensebezirks. Der Sensebezirk selbst ist innerhalb des zweisprachigen Kantons Freiburg die einzige mehrheitlich deutschsprachige Region, und die Sparkasse Sense ist die Bank, die aus dieser Region selbst kommt statt von aussen in sie hinein verkauft zu werden. Wer hier eine Hypothek aufnimmt, finanziert sein Zuhause bei einer Bank, die den Gemeinden der eigenen Region gehört, nicht anonymen Aktionären.
Diese Trägerschaft ist der eigentliche Unterschied zu einer Kantonalbank oder einer Grossbank, und sie erklärt auch die Grösse: Eine Bank, die von 10 Gemeinden getragen wird, wächst nicht über deren Bedürfnisse hinaus. 2013 feierte die Sparkasse Sense ihr 150-Jahr-Jubiläum. Ein Gründungsjahr in Ziffern nennt die Website selbst nicht, nur diese eine Jubiläumszahl.
2 Adressen, ein Bezirk
Der Hauptsitz liegt an der Mariahilfstrasse 4 in 1712 Tafers, telefonisch erreichbar unter 026 494 58 00. Geöffnet ist montags von 08.30 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 18.00 Uhr, dienstags bis freitags von 08.30 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr, samstags bleibt der Schalter geschlossen. Die zweite Geschäftsstelle liegt in Schmitten. Mehr Standorte gibt es nicht, die Bank selbst weist in ihren Kennzahlen genau 2 Geschäftsstellen aus.
Das ist die Kehrseite der lokalen Verankerung. Wer nicht in Tafers oder Schmitten wohnt, hat keinen dritten Schalter in der Nähe und muss für ein Beratungsgespräch anreisen oder vorher einen Termin vereinbaren, sei es vor Ort, telefonisch oder über das Kontaktformular auf der Website. Für eine derart kleine Bank ist das nachvollziehbar. Wen die Distanz stört, sollte sie vorher einplanen, statt sich auf einen Schalter um die Ecke zu verlassen.
Zahlen, Team und Führung
Die 527.6 Mio. CHF Bilanzsumme verteilen sich unter anderem auf 462.9 Mio. CHF Kundenausleihungen und 352.7 Mio. CHF Kundengelder, das Eigenkapital der Bank liegt bei 54.7 Mio. CHF. Auf der Ertragsseite weist die Bank für dasselbe Stichdatum einen Betriebserfolg, den Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft, von 6.3 Mio. CHF aus, einen Geschäftsaufwand von 3.4 Mio. CHF, einen Geschäftserfolg von 2.5 Mio. CHF und einen Jahresgewinn von 0.9 Mio. CHF. Für ein Institut mit nur 2 Geschäftsstellen sind das geordnete, wenn auch bescheidene Verhältnisse, keine Bank, die auf Wachstum um jeden Preis aus ist.
Hinter diesen Zahlen steht ein kleines Team, 14 Mitarbeitende, umgerechnet 10.0 Vollzeitstellen. Wer anruft oder vorbeigeht, trifft mit hoher Wahrscheinlichkeit dieselben Gesichter wieder, ein Vorteil, den grössere Häuser mit wechselnden Beratern und anonymen Kundencentern nicht bieten.
An der Spitze der Geschäftsleitung steht seit 2017 Ivan Brügger als deren Vorsitzender. Stellvertretender Vorsitzender ist Amatus Sturny, zuständig für Rechnungswesen und Controlling sowie für Compliance und Risikokontrolle. Yvonne Robatel komplettiert die Geschäftsleitung als Mitglied mit Verantwortung für Anlegen, Vertrieb und Marketing. Den Verwaltungsrat, das Kontrollorgan der Bank, präsidiert Danielle Julmy-Hort, er zählt 7 Mitglieder: neben ihr sitzen André Burger, Catherine Blanchard, Peter Krebs, Armando Mathis, Christian Stritt und Pascal Zbinden im Gremium.
Auch bankintern ist die Sparkasse Sense eine eigenständige Einheit und kein blosser Schalter der Clientis-Gruppe: Sie führt ihre eigene Clearing-Nummer (IID) 6186 und den eigenen SWIFT-Code RBABCH22186, und sowohl die Mehrwertsteuer-Nummer CHE-179.479.620 als auch die UID-Nummer CHE-105.845.229 laufen auf die Bank selbst.
Was die Hypothek angeht
Beim Hypothekenangebot selbst unterscheidet sich die Clientis Sparkasse Sense kaum von anderen Banken der Clientis-Gruppe. Auf der Hypothekenseite stehen eine Festhypothek ("Sie wollen keine Überraschungen? Wählen Sie eine Festhypothek."), eine variable Hypothek ("Wählen Sie eine variable Hypothek und bleiben Sie flexibel."), eine am Geldmarkt orientierte Geldmarkthypothek ("Sie orientiert sich am Geldmarkt (SARON)") sowie ein Baukredit zur Auswahl. Konkrete Zinssätze, Belehnungs- oder Tragbarkeitsgrenzen nennt diese Seite nicht. Wer eine Zahl sehen will, braucht entweder die separate Seite mit den aktuellen Zinssätzen oder ein Beratungsgespräch vor Ort. Eine Zinsprognose bietet die Bank ebenfalls online an, ohne dass die Hypothekenseite selbst einen aktuellen Prozentsatz nennt.
Kontakt aufnehmen lässt sich auf 4 Wegen, die die Seite selbst so auflistet: online einen Termin vereinbaren, vor Ort in Tafers oder Schmitten vorbeischauen, anrufen unter 026 494 58 00 oder das Formular ausfüllen. Eine reine Online-Antragsstrecke, bei der ein Kunde eine Hypothek ohne Beratungsgespräch abschliessen kann, nennt die Website nicht, der Weg führt in jedem der 4 Fälle über einen Menschen, nicht über ein Formular allein. Für Firmenkunden bietet die Bank eigene Hypotheken für KMU an, für Privatkunden ist "Bequem ins Eigenheim" der Sammelbegriff, unter dem Zinsprognose und Beratung rund um den Immobilienkauf gebündelt sind. Wer eine spezialisierte Baukredit-Abteilung mit eigener Landingpage sucht, findet stattdessen einen einzigen Menüpunkt neben Fest-, variabler und Geldmarkthypothek, ein Zeichen dafür, wie schlank die Organisation aufgestellt ist.
Für wen sich die Sparkasse Sense eignet
Wer im Sensebezirk wohnt oder dort ein Haus kauft und Wert auf eine Bank legt, die den eigenen Gemeinden gehört statt anonymen Aktionären, findet in der Clientis Sparkasse Sense eine solide, wenn auch kleine Adresse. 527.6 Mio. CHF Bilanzsumme und 462.9 Mio. CHF Kundenausleihungen zeigen ein Institut, das trotz 2 Geschäftsstellen und 14 Mitarbeitenden ordentlich wirtschaftet, mit einem Jahresgewinn von 0.9 Mio. CHF im positiven Bereich. Die Kehrseite ist die Reichweite: 2 Schalter für einen ganzen Bezirk bedeuten kurze Wege für die einen und einen zusätzlichen Weg für alle, die weiter weg wohnen, und wer konkrete Zinszahlen ohne Termin sehen will, muss auf eine separate Seite ausweichen.
Wer diese Distanz in Kauf nimmt, bekommt dafür eine Geschäftsleitung, die seit 2017 unter derselben Leitung steht, einen 7-köpfigen Verwaltungsrat mit einer Präsidentin aus der Region, und eine Bank, die seit ihrem 150-Jahr-Jubiläum 2013 nachweislich lange genug im Sensebezirk arbeitet, um die Trägergemeinden zu kennen, die sie besitzen. Für einen Vergleich mit einer grösseren Kantonalbank taugt die Sparkasse Sense schon von der Grösse her nicht, dafür bietet sie etwas, das eine Kantonalbank so nicht liefert: eine Bank, die 10 konkreten Gemeinden gehört und ihnen gegenüber Rechenschaft ablegt, nicht anonymen Aktionären an einer Börse.