Bank EKI Genossenschaft
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Am 16. Oktober 1852 wurde die Ersparniskasse des Amtsbezirks Interlaken formell gegründet, das Institut, aus dem später die Bank EKI Genossenschaft hervorging. Die eigene Geschichtsseite der Bank stellt dabei die heutigen touristischen Gewichte im Berner Oberland auf den Kopf: Der ganze Amtsbezirk zählte damals knapp 20'000 Einwohner, und die mit Abstand grösste Gemeinde war nicht Interlaken, sondern Grindelwald mit rund 3'000 Einwohnern, gefolgt von Brienz, Lauterbrunnen und Unterseen. Aarmühle, wie Interlaken damals noch hiess, kam mit knapp über 1'000 Einwohnern erst an achter Stelle. Die Bank ist mit anderen Worten älter als der Tourismusort, dessen Namen sie heute trägt.
Vom Amtsbezirk zur Universalbank mit Milliardenbilanz
Während den ersten 50 Jahren beschränkte sich das Geschäft auf zwei Aufgaben: Spargelder entgegennehmen und verzinsen, und Landwirten, Handwerkern sowie Gewerbetreibenden gegen ausreichende Sicherheit und mässigen Zins die für ihren Betrieb nötigen Mittel verschaffen. Nach 1913 kam der Wertschriftenhandel dazu. 1970 bezog die Bank, nach einem einjährigen Provisorium, ihren neu gebauten Hauptsitz in Interlaken. 2008 beschloss die Generalversammlung die Umbenennung in Bank EKI Genossenschaft, und am 31. Juli 2016 überschritt die Bilanzsumme laut eigener Geschichtsschreibung erstmals die Marke von einer Milliarde Franken, ein Meilenstein, den die Bank selbst so benennt. Auch personell wuchs das Institut deutlich: 1952 beschäftigte die EKI 6 Personen inklusive Lernende, 66 Jahre später waren es 55 Mitarbeitende und 8 Lernende (nicht teilzeitbereinigt). Die Geschichtsseite überschreibt diesen Digitalisierungs- und Wachstumsabschnitt selbstbewusst mit "Traditionell, innovativ", und tatsächlich stehen Jubiläumsbroschüren zu 100 Jahren EKI (1852 bis 1952), zu 125 Jahren (1977) und zu 150 Jahren (2002) heute neben einem spesenfreien Privatkonto, einer direkten TWINT-Kontoanbindung und Online-Banking.
Wie gross das Institut heute tatsächlich ist, zeigt die eigene Kennzahlenseite. Die Bilanzsumme lag Ende 2025 bei 1'800'801 (Vorjahr 1'744'371), die Kundengelder bei 1'281'510 (Vorjahr 1'230'752) und die Ausleihungen, in denen Kredite und Hypotheken zusammen stecken, bei 1'435'322 (Vorjahr 1'394'099), jeweils in Tausend Franken; eine Aufschlüsselung nach Hypotheken allein veröffentlicht die Seite nicht. Aktuell beschäftigt die Bank laut Kennzahlenseite 78 Mitarbeitende, 5 Personen in Ausbildung und 2 im Programm "Bankeinstieg für Mittelschulabsolventen" (BEM). Seit dem Geschäftsjahr 2025 legt sie ihre Zahlen gemäss den Vorgaben für Banken im Kleinbankenregime direkt im Geschäftsbericht offen, eine eigene regulatorische Kategorie für kleinere Institute.
Vier Geschäftsstellen zwischen Interlaken, Grindelwald und dem Lauterbrunnental
Die Bank ist heute an 4 Standorten präsent, und auf ihrer eigenen Website bekommt jeder davon eine eigene Kurzbeschreibung, was bei einer Regionalbank dieser Grösse keineswegs selbstverständlich ist. Der Hauptsitz an der Rosenstrasse 1 in 3800 Interlaken ist telefonisch unter 033 826 17 71 erreichbar und montags bis freitags von 9.00 bis 12.00 und von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet; die Website beschreibt ihn schlicht mit dem Stichwort "Bargeldbezug am Schalter". Die Geschäftsstelle Grindelwald ist laut Website derzeit "aktuell im Provisorium", die Filiale Lauterbrunnen liegt "im Tal der 72 Wasserfälle", und Wilderswil ist, wie es dort heisst, "seit 30 Jahren vor Ort". Dazu betreibt die Bank eigene Bankomaten, die laut Website 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr für Einzahlungen, Bezüge und Geldwechsel zur Verfügung stehen, für die Zeiten ausserhalb der Schalteröffnung.
Drei Hypothekarmodelle für Wohneigentum, aber keine Mixhypothek auf dieser Seite
Wer bei der Bank EKI eine Hypothek für die eigene Wohnung oder das eigene Haus sucht, findet auf der Wohneigentum-Seite der Bank genau 3 beschriebene Modelle: die variable Hypothek, die Festhypothek und die Rollover Hypothek. Bei der variablen Hypothek passt sich der Zins laufend an Geld- und Kapitalmarkt an, ein Wechsel in ein anderes Modell ist jederzeit möglich, und Abzahlungen sind laut Website unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten möglich. Die Festhypothek verspricht, wörtlich, "fester Zinssatz, feste Laufzeit, fester Betrag" während der gesamten gewählten Laufzeit. Am genauesten beschreibt die Bank die Rollover Hypothek: Der Zinssatz entspricht dem von der Bank festgelegten Referenzzinssatz zuzüglich einer Marge, bei Referenzzinsen von 0 % oder darunter ist laut Website in jedem Fall mindestens die Marge geschuldet, die Mindestlaufzeit beträgt 3 Jahre, und die Zinsanpassungen erfolgen jeweils per 31.03., 30.06., 30.09. und 31.12.
Auffällig ist, was auf dieser Seite fehlt. Auf der Startseite wirbt die Bank für die Wohneigentumsfinanzierung mit dem Slogan "Variable, Fest, Mix oder Rollover", und im Hauptmenü führt sie unter Gewerbeliegenschaften tatsächlich eine "Mixhypothek" als eigenen Menüpunkt neben Variable Hypothek, Festhypothek und Rollover Hypothek. Auf der eigentlichen Hypothekarmodelle-Seite für Wohneigentum taucht diese vierte Variante jedoch nicht auf, dort werden ausschliesslich die 3 genannten Modelle im Detail beschrieben. Ob die Bank Privatkundinnen und Privatkunden eine Mixhypothek ausserhalb dieser Seite anbietet, lässt sich aus dem öffentlich zugänglichen Text nicht beantworten; wer konkret danach fragt, sollte das direkt mit der Bank klären, statt sich auf den Werbe-Slogan zu verlassen. Konkrete Zinssätze nennt die Modelle-Seite an keiner Stelle, dafür verweist die Bank auf eine separate, laufend aktualisierte Übersicht der aktuellen Zinssätze für 1. Wohnbauhypotheken sowie auf 3 herunterladbare Dokumente: einen Hypotheken-Prospekt, eine Übersicht zum EKI Bonus-System und eine Checkliste für das Hypothekardarlehen. Das EKI Bonus-System selbst verspricht laut Startseite "attraktive Zinsvergünstigungen für Wohnbauhypotheken", ohne deren Höhe zu beziffern. Neben der klassischen Wohnbauhypothek finanziert die Bank auch energetische Gebäudesanierungen und vergibt ein eigenes Solardarlehen für Investitionen in erneuerbare Energien.
Genossenschaft mit bezifferter Dividende
Die Bank EKI ist eine Genossenschaft, und das lässt sich bei ihr an konkreten Zahlen ablesen statt nur an einem Wort im Firmennamen. Der aktuelle Kurswert des Genossenschaftsanteilscheins liegt laut Kennzahlenseite bei CHF 4'000.00. Der für die Steuererklärung 2025 gültige Steuerwert des Anteilscheins beträgt CHF 3'033.35, deutlich weniger als die CHF 4'085.05 des Vorjahres; die Bank begründet den Rückgang selbst mit dem neuen Steuerregime des Kantons Bern. Für Geschäftsjahr 2025 wie schon 2024 weist die Bank eine Dividende von 19 % aus. Wer zu diesen offengelegten Zahlen Rückfragen hat, findet auf der Website sogar einen Namen statt nur ein Kontaktformular: Für die Offenlegung ist laut Website Daniel Reusser zuständig, Bereichsleiter Dienste und Mitglied der Bankleitung. Neben dem klassischen Bankgeschäft tritt die EKI zudem als unabhängiger, im Vermittlerregister der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht eingetragener Versicherungsbroker auf und vergleicht für Kundinnen und Kunden Offerten privater Versicherer, von der Motorfahrzeug- bis zur Gebäudeversicherung.
Wer im Berner Oberland zwischen Interlaken, Grindelwald, Lauterbrunnen und Wilderswil eine Regionalbank sucht, deren eigene Geschichte bis 1852 zurückreicht und die ihre Bilanz- und Genossenschaftszahlen offenlegt statt sie zu verstecken, findet in der Bank EKI Genossenschaft einen soliden Anbieter mit 3 klar beschriebenen Hypothekarmodellen für Wohneigentum. Wer allerdings konkrete Zinssätze oder eine Mixhypothek für die eigene Wohnung sucht, wird auf der Modelle-Seite selbst nicht fündig und muss dafür entweder die separate Zinssätze-Übersicht konsultieren oder direkt bei einer der 4 Geschäftsstellen nachfragen.