Basler Kantonalbank

Basel · seit 1899

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Bei der Basler Kantonalbank heisst die Hypothek mit variablem Zins nicht mehr Libor-Hypothek, sondern SARON-Hypothek, und die Bank sagt das auf der eigenen Produktseite offen: Sie führt das Produkt ausdrücklich als Nachfolgeprodukt der Libor-Hypothek. Wer sich für den Referenzzinssatz SARON entscheidet, bindet sich dabei nicht auf ewig an das schwankende Modell. Steigen die Zinsen, lässt sich die SARON-Hypothek vor Ablauf der Kapitalbindung in eine Festhypothek umwandeln, vorausgesetzt deren Laufzeit entspricht mindestens der Restlaufzeit der bisherigen SARON-Hypothek.

Wie die BKB den SARON konkret verrechnet, ist eigene Handschrift und keine allgemeine Geldmarktkunde. Der SARON wird bankarbeitstäglich um 18.00 Uhr fixiert, und genau auf diese Fixierung stützt sich die Bank ab. Damit Kundinnen und Kunden nicht täglich Zinsen zahlen müssen, rechnet die BKB die SARON-Hypothek wie üblich quartalsweise ab, jeweils zum Quartalsende, und bildet dafür den aufgezinsten SARON Compound, gerundet auf die vierte Dezimalstelle. Fällt der Geldmarktsatz ins Negative, greift eine Schranke: Die Untergrenze für den aufgezinsten SARON liegt bei 0 %, sodass der effektive Zinssatz nie unter die vereinbarte Marge fallen kann. Den aktuell gültigen Zinssatz sehen Kundinnen und Kunden laufend im E-Banking ein, offiziell mitgeteilt wird er erst mit der Zinsabrechnung zum Quartalsende. Kombinieren lässt sich die SARON-Hypothek zudem mit anderen Hypotheken der BKB, etwa um einen Teil des Kredits fest und einen Teil variabel zu halten.

Die Bank empfiehlt das Modell entsprechend nur denen, die die Schwankung auch tragen wollen: Die SARON-Hypothek eignet sich laut eigener Produktseite vor allem für preissensitive Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer, die das Risiko steigender Zinsen bewusst eingehen. Sinken die Zinsen, profitieren Kundinnen und Kunden rasch und unmittelbar, steigen sie hingegen, müssen sie die höhere Belastung selbst tragen können, denn ein Deckel nach oben existiert nicht, nur die Untergrenze bei 0 % nach unten.

Festhypothek, Variable Hypothek und 2 Angebote für bestimmte Zielgruppen

Wer planbare Kosten will, greift zur Festhypothek: Laufzeiten von 2 bis 15 Jahren, mit der Möglichkeit, den Zinssatz bis zu 24 Monate im Voraus zu sichern, und ein Zinssatz, der bei steigenden Zinsen unverändert bleibt. Am anderen Ende der Skala steht die Variable Hypothek: eine unbeschränkte Laufzeit mit nur 3 Monaten Kündigungsfrist, Amortisation direkt oder indirekt über die 3. Säule möglich, und kein Mindestbetrag nötig. Das macht sie zur flexibelsten, aber auch am wenigsten kalkulierbaren der beiden Modelle.

2 weitere Modelle richten sich an bestimmte Zielgruppen statt an ein Risikoprofil. Die Nachhaltigkeitshypothek ist für energetische Bauprojekte gedacht, mit individuellen Laufzeiten von 2 bis 10 Jahren, und trägt laut Produktseite einen Zinsabschlag von 0.25 % pro Jahr gegenüber der Festhypothek. Die Welcome-Hypothek richtet sich an neue Hypothekarkundinnen und -kunden, mit festem Zinssatz über 2 bis 10 Jahre und einem Abschlag von 0.2 % pro Jahr gegenüber den Zinssätzen der Festhypothek. Beide Angaben stammen von der Produktseite der BKB, Stand des Abrufs am 4. September 2026, einen absoluten Zinssatz in Franken oder Prozent veröffentlicht die Bank auf keiner dieser Seiten. Wer den aktuell gültigen Satz wissen will, nutzt den Hypotheken-Rechner oder das Beratungsgespräch.

Ein eigenständiger Baukredit statt eines umbenannten Produkts

Für Bauprojekte führt die BKB einen eigenständigen Baukredit. Er ist ein hypothekarisch gedeckter Kontokorrentkredit, für den Interessentinnen und Interessenten dieselben Sicherheiten und Eigenmittel vorweisen müssen wie bei einer Hypothek, und Bedingung dafür ist ein Architektenvertrag. Rechnungen der Handwerker begleicht die Kundschaft laufend über das Baukonto, oder sie delegiert das an die Bank, und verzinst wird laut eigener Aussage nur der tatsächlich beanspruchte Teil des Kredits, nicht die gesamte zugesagte Summe. Bei längeren Bauzeiten und grösseren Beträgen konsolidiert die BKB Teile des Baukredits schon während der Bauphase, was hilft, frühzeitig Konditionen für die Anschlusshypothek zu sichern (die Baukredit-Seite nennt hier neben der Festhypothek noch die LIBOR-Hypothek als Option, ein Produktname, den die SARON-Seite an anderer Stelle ausdrücklich als abgelöst beschreibt, offenbar ist nicht jede Unterseite gleich aktuell gehalten). Einen festen Zinssatz nennt die Baukredit-Seite nicht: Sie schreibt wörtlich, der Zinssatz ändere sich je nach Marktlage und hänge von der persönlichen Situation ab, berechnet werde er individuell durch die Beraterin oder den Berater. Nach Abschluss der Bauphase wandelt die Bank den verbleibenden Saldo automatisch in eine Hypothek um.

Rechner, Beratung und ein Paket für den Ernstfall

Um die Hypothek herum bietet die BKB eine Reihe eigener digitaler Werkzeuge: einen Hypotheken-Rechner, der prüft, ob sich das Wunschobjekt finanzieren lässt, einen Mieten-oder-Kaufen-Vergleich, einen Renovationsrechner und eine Finanzierungsanfrage, die sich direkt online starten lässt. Für das Beratungsgespräch stellt die Bank eine Checkliste der nötigen Unterlagen als PDF bereit, und für den Termin selbst verweist sie auf ihre Immobilienspezialistinnen und -spezialisten, die laut eigener Aussage die Region kennen. Wer sich zusätzlich absichern will, findet mit dem BKB Hypo-Sorglospaket ein eigenes Angebot für den Fall eines Schicksalsschlags: Es beantwortet die Frage, ob die Angehörigen im Todesfall für die Hypothek abgesichert sind, allerdings ohne dass die Produktseite selbst Kosten oder Deckungssummen dazu nennt.

Wer hinter der BKB steht

Die Basler Kantonalbank ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt mit Sitz in Basel, gegründet 1899. Zum Stichtag 31.12.2025 weist sie eine Bilanzsumme von 39,0 Mrd. CHF aus, verteilt auf 11 Geschäftsstellen, und beschäftigt, Stand 30.6.2025, 1052 Mitarbeitende beziehungsweise 929 Vollzeitstellen (Quelle für diesen Abschnitt: der Wikipedia-Eintrag zur Bank, nicht die BKB-Website selbst). Regional zeigt sich die Bank an einer Besonderheit, die nichts mit der Hypothek zu tun hat, aber die Nähe zur Grenzregion unterstreicht: Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger der Region Basel führt sie ein eigenes Basisangebot bei Konto und Karte. Das ist kein Hypothekarprodukt, aber ein Hinweis darauf, wie stark die Bank auf ihr trinationales Einzugsgebiet ausgerichtet ist, ein Zuschnitt, den man bei einer landesweiten Grossbank so nicht findet.

Was bei der BKB fehlt, ist ebenso aufschlussreich wie das, was sie führt: Eine eigene Lombardkredit-Seite oder ein entsprechender Menüpunkt taucht weder im Hypotheken-Menü noch anderswo auf der Website auf, anders als bei manchen Privatbanken, die Wertschriftendepots als Sicherheit für einen Kredit verwenden. Die BKB konzentriert ihr öffentlich beworbenes Kreditgeschäft im Privatkundenbereich stattdessen auf die Immobilie selbst, über Hypothek und Baukredit, und auf klassische Konto- und Kartenprodukte wie das Grenzgänger-Basisangebot.

Wer im Raum Basel eine Hypothek sucht, bekommt bei der BKB kein einzelnes Standardprodukt, sondern eine Auswahl, die sich an unterschiedlichen Bedürfnissen orientiert: variabel und marktnah mit der SARON-Hypothek, planbar mit der Festhypothek, unkompliziert mit der Variablen Hypothek, oder mit einem Einstiegsrabatt für Neukundinnen und Neukunden beziehungsweise für energetische Bauprojekte. Konkrete Zinssätze in Franken stehen auf keiner dieser Produktseiten, dafür aber im Rechner und im Gespräch mit der zuständigen Beraterin oder dem Berater vor Ort. Wer zusätzlich baut statt kauft, bleibt mit dem eigenständigen Baukredit und der beschriebenen Umwandlung in eine Hypothek bei derselben Bank, statt für die Bauphase eine zweite Finanzierungsstelle suchen zu müssen.

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