Banque Cantonale de Fribourg

Fribourg · seit 1892

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Wer im zweisprachigen Kanton Freiburg eine Hypothek sucht, landet früher oder später bei der Banque Cantonale de Fribourg, die sich auf ihrer eigenen deutschen Website Freiburger Kantonalbank (FKB) nennt. Beide Sprachversionen laufen unter derselben Adresse bcf.ch, haben aber getrennte Servicenummern: 0848 223 223 auf Französisch, 0848 352 352 auf Deutsch, beide Montag bis Freitag von 08.00 bis 17.30 Uhr erreichbar, innerhalb der Schweiz für höchstens CHF 0,08 pro Minute. Gegründet wurde die Bank 1892 im Dienst der Freiburger Bevölkerung, und sie ist bis heute eine Anstalt des öffentlichen Rechts mit einer unbeschränkten Staatsgarantie des Kantons: Nach Artikel 3 des BCF-Gesetzes haftet der Kanton ohne Betragslimite für sämtliche bei der Bank hinterlegten Gelder, von Privatkonten über die Säule-3a-Ersparnisse bis zu den eigenen Kassenobligationen. Dazu kommt die branchenübliche Einlagensicherung von esisuisse bis CHF 100'000 pro Kundschaft. Diese doppelte Absicherung unterscheidet die Bank von Kantonalbanken, die wie die Banque Cantonale Vaudoise bewusst auf eine Staatsgarantie verzichten und sich stattdessen über ein externes Rating positionieren.

Beim Hypothekarangebot selbst führt die Bank 5 eigenständig benannte Produkte. Die Fest-Hypothek läuft wahlweise 1 bis 10 Jahre, dazu 15 oder 20 Jahre, mit vierteljährlichem Bouclement, und lässt sich in mehrere Tranchen mit unterschiedlichen Laufzeiten aufteilen, um das Zinsänderungsrisiko zu streuen; ein Teil des Kapitals lässt sich dabei auch im variablen Zins belassen. Wer sich die Möglichkeit offenhalten will, die Liegenschaft vorzeitig zu verkaufen, kann gegen einen Aufschlag von 0,05 Prozent pro Jahr auf den vereinbarten Zins eine Klausel vereinbaren, die den Vertrag beim Verkauf ohne Vorfälligkeitsentschädigung auflöst, ein Detail, das auf den Produktseiten anderer Kantonalbanken selten so genau beziffert steht. Die variable Hypothek läuft unbefristet, mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten, und lässt sich jederzeit in eine Fest-Hypothek umwandeln. Bei den SARON-Hypotheken unterscheidet die Bank 2 Varianten: Bei der klassischen SARON-Hypothek dauern Beobachtungs- und Zinsperiode je 3 Monate, aber leicht versetzt, sodass der genaue Satz erst kurz vor der Abrechnung feststeht; bei der SARON Classic folgt die Zinsperiode dem vorangegangenen Quartal, wodurch die Kundschaft den Satz schon zu Beginn kennt, ähnlich den früheren Libor-Hypotheken. Die Kündigungsfrist beider Varianten beträgt 6 Monate auf Quartalsende ab der ersten Gewährung, danach 3 Monate.

Ihr eigentliches Profil zeigt die Bank aber bei den beiden Öko-Hypotheken. Die Hypothek Eco richtet sich an Neubauten und Käufe, die einen Minergie-Standard (Minergie, Minergie P oder Minergie A), ein CECB-Zertifikat der Klasse A oder das SNBS-Label erfüllen, und senkt dafür den Festzins über 5 bis 10, 15 oder 20 Jahre um 0,5 Prozent, gedeckelt auf CHF 500'000 bei Wohngebäuden und auf CHF 1'000'000 bei Miet-, Geschäfts-, Handwerks- oder Industriegebäuden. Für Sanierungen und Erweiterungen gibt es mit der Hypothek Eco Rénovation, auf der deutschen Website unter demselben Namen geführt, ein eigenständiges Schwesterprodukt: Wer sein Haus auf einen Minergie-, CECB- oder SNBS-Standard bringt oder Mittel aus dem kantonalen Gebäudeprogramm bezieht, erhält denselben Rabatt von 0,5 Prozent auf den 5- bis 10-jährigen Festzins, hier gedeckelt auf CHF 250'000 bei Wohngebäuden und CHF 500'000 bei Miet-, Geschäfts-, Handwerks- oder Industriegebäuden. Der Rabatt lässt sich mit keinem anderen Vorzugszins der Bank kombinieren, der Labelnachweis muss der Bank spätestens 3 Monate nach der Kreditauszahlung vorliegen, und wer seine Arbeiten über mehrere Jahre strecken will, darf das ausdrücklich tun. 2 getrennte, klar bezifferte Öko-Hypotheken, eine für den Neubau, eine eigens für die Sanierung auf den heutigen Energiestandard, finden sich nicht bei jeder Kantonalbank in dieser Form.

Bauen mit einem einzigen Zinssatz

Für Bauherrinnen und Bauherren führt die Bank eine eigene Rubrik mit 2 Produkten. Der klassische Baukredit läuft bis zum Bauabschluss, ist "à vue" kündbar, kennt keinen Mindest- oder Höchstbetrag, und verzinst wird nur der tatsächlich bezogene Betrag; für Wohngebäude fällt dabei keine Kommission an, und die Bank kontrolliert die Zahlungen an Architektin, Unternehmerin und Handwerksbetriebe direkt. Der Zinssatz startet laut Website, Stand vom 4. September 2026, bei 1,70 Prozent; während der Bauzeit lässt sich der Kredit teilweise in eine Hypothek konsolidieren, um sich gegen steigende Zinsen abzusichern. Wer diesen Schritt schon zu Baubeginn gehen will, greift zur Hypothek CombiFIXE, auf der deutschen Website KombiFIX-Hypothek genannt: Bau- und Hypothekarkredit laufen von Anfang an zum selben Festzins, mit einer Laufzeit von 5 bis 20 Jahren und ohne Kommission während der Bauzeit; nach Bauabschluss läuft der fixierte Satz einfach auf der Resthypothek weiter. Für das Eigenheim von Privatpersonen kommt ein Spezialangebot dazu, ein Rabatt von 10 Prozent auf dem vereinbarten Zinssatz, ab einem Mindestbetrag von CHF 100'000. Während der gewählten Festzinsperiode von mindestens 5 Jahren lässt sich der Vertrag nicht kündigen: Wer mit der CombiFIXE baut, bindet sich länger an die Bank, bekommt dafür aber von der ersten Kreditauszahlung an Planungssicherheit statt eines Baukreditzinses, der sich erst am Ende in einen noch unbekannten Hypothekarzins verwandelt.

Was sich bei der FKB gerade ändert

Wer die Bank persönlich aufsuchen will, findet aktuell 26 Standorte im ganzen Kanton, darunter 4 Filialen in der Stadt Freiburg selbst und Niederlassungen in deutschsprachigen Gemeinden wie Tafers, Düdingen, Kerzers, Murten und Plaffeien, allesamt auch unter diesen deutschen Namen auf der FKB-Website gelistet. Am 17. August 2026 eröffnete die Bank in Marly, im Erdgeschoss des Einkaufszentrums Marly Centre, nach 10 Monaten Bauzeit eine neue Filiale mit 8 Mitarbeitenden unter der Leitung von Philippe Gaudard; die offizielle Einweihung mit Tag der offenen Tür folgt am 10. Oktober 2026. Im Gegenzug schliesst die bisherige Agentur in Ependes per 30. September 2026, ihre Kundschaft wird automatisch nach Marly umgeleitet. Auch die Filiale an der Place du Tilleul 11 in Bulle hat die Bank nach 18-monatiger Totalsanierung unter der Leitung von José Carlos Reboredo neu eröffnet, mit Tag der offenen Tür am 5. September 2026, samt neuem automatisiertem Tresorraum und getrennten Beratungsbereichen für Privatkundschaft und Vermögensverwaltung. Beim Bancomatennetz baut die Bank dagegen ab: Zum 1. und 2. September 2026 nimmt sie 4 Automaten vom Netz, in Bulle, Gruyères, Payerne und Courtepin, weil deren Nutzung zurückgegangen ist oder sie ohnehin bald hätten ersetzt werden müssen; in Gruyères soll später, im Rahmen des Umbaus der Maison du Gruyère, ein neuer Bancomat folgen. An der Spitze der Generaldirektion steht seit dem 1. Januar 2021 Daniel Wenger, den Verwaltungsrat leitet seit 2017 der Anwalt Alex Geissbühler, mit einem Mandat bis 2029.

Zahlen, die das Hypothekargeschäft stützen

Die Bank veröffentlicht jährlich ihre Kennzahlen: Ende 2025 lag die Bilanzsumme bei CHF 29,5 Milliarden, das Eigenkapital bei CHF 2,7 Milliarden, und der Jahresgewinn erreichte CHF 154,0 Millionen. Davon flossen CHF 84,2 Millionen an Kanton, Gemeinden und Kirchgemeinden zurück, ein Teil des gesetzlichen Auftrags, der die Bank von einer rein gewinnorientierten Grossbank unterscheidet. Für das eigentliche Hypothekargeschäft nennt die Bank eine eigene Zahl: Die Hypothekarforderungen summierten sich 2025 auf CHF 20,6 Milliarden, ein Plus von CHF 0,8 Milliarden gegenüber dem Vorjahr, und bleiben nach eigener Beschreibung das Kerngeschäft der Bank. Konkrete Zinssätze für Fest-, variable und SARON-Hypotheken nennt die Website nirgends, dort heisst es durchgehend nur "sur demande" beziehungsweise auf Deutsch "auf Anfrage"; einzig beim Baukredit steht mit 1,70 Prozent eine bezifferte Untergrenze. Bei der Finanzierung selbst gilt eine feste Regel: mindestens 20 Prozent Eigenkapital, was einer maximalen Belehnung von 80 Prozent entspricht, dazu eine Tragbarkeitsprüfung, die laut eigener Aussage auch bei einem Markt mit historisch tiefen Zinsen nicht verhandelbar ist.

Für wen sich die BCF eignet

Die Bank passt zu Käuferinnen und Käufern, Bauherren und Sanierenden im Kanton Freiburg, die eine Bank mit unbeschränkter Staatsgarantie und einer Filiale in der Nähe suchen, egal ob sie Französisch oder Deutsch sprechen: Beide Sprachversionen der Website führen dieselben Produkte unter eigenem Namen, von der Fest-Hypothek bis zur KombiFIX-Hypothek, und selbst die Servicenummer ist je nach Sprache eine andere. Besonders stark ist das Angebot für alle, die energetisch sanieren oder neu bauen wollen: Mit 2 getrennten, klar bezifferten Öko-Hypotheken für Neubau und Renovation deckt die Bank beide Fälle einzeln ab, statt eine einzige Klausel für beides zu verwenden. Wer dagegen schon vor dem ersten Beratungstermin einen konkreten Fest- oder SARON-Zinssatz sehen will, findet auf der Website nur den Hinweis auf Anfrage und muss den Weg über den Hypothekenrechner oder ein Gespräch in einer der 26 Filialen gehen. Für alle, die im deutschsprachigen Kantonsteil oder in der Stadt Freiburg selbst kaufen, bauen oder sanieren, bleibt die Bank trotzdem einer der naheliegendsten Ansprechpartner, mit einer Bilanzsumme von CHF 29,5 Milliarden im Rücken und einem gesetzlichen Auftrag, der sie näher an ihre Kantonsbevölkerung bindet als jede grössere Alternative.

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