Clientis Sparcassa 1816

Zugerstrasse 18, 8820 Wädenswil · seit 1816

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Wer im Zürcher Hypothekenkatalog nach der grössten Clientis-Bank sucht, landet bei der Clientis Sparcassa 1816 aus Wädenswil. Auf ihrer eigenen Kennzahlenseite beziffert sie ihre Bilanzsumme zum Stichtag 31.12.2025 mit 1'690'853 (in 1'000 CHF), umgerechnet rund CHF 1.69 Mrd., und ist damit die grösste der Genossenschaftsbanken aus dem Clientis-Verbund, die in diesem Verzeichnis stehen. Dahinter stehen 5 Geschäftsstellen, 38 Mitarbeitende und ein Hauptsitz an der Zugerstrasse 18 in Wädenswil, dazu eine Geschichte, die bis ins Jahr 1816 zurückreicht.

Von der Ersparungs-Cassa zur Genossenschaftsbank

1816 wurde die «Ersparungs-Cassa Wädenschwil» gegründet, wie die Bank auf ihrer eigenen Seite schreibt. Damit zählt sich die Clientis Sparcassa 1816 nach eigener Angabe zu den ältesten Bankinstituten der Schweiz, weit vor der Gründung der meisten anderen Regionalbanken im Kanton Zürich. Organisiert ist sie heute als Sparcassa 1816 Genossenschaft. Dem Verwaltungsrat obliegt laut Eigenbeschreibung die Oberleitung sowie die Aufsicht und Kontrolle, während die Geschäftsleitung die operative Führung im Sinne des Bankengesetzes verantwortet. An der Spitze des Verwaltungsrates steht Felix Waldmeier als Präsident, die Geschäftsleitung wird von Marcel Melliger als Vorsitzendem geführt, so unterzeichnen beide den Halbjahresbericht 2026.

2003 gehörte die Bank zu den Gründungsmitgliedern von Clientis, dem Verbund selbständiger Schweizer Regionalbanken unter gemeinsamer Dachmarke. Die Mitgliedschaft bringt gemeinsame Aktivitäten bei Produkten, Dienstleistungen, Refinanzierung und Verarbeitung mit sich, dazu Zugang zum Kapitalmarkt über ein Moody's-Rating und ein Sicherheits- und Solidaritätsnetz zwischen den Mitgliedbanken. Jede Bank im Verbund behält dabei ihre eigene Rechtsform, einen eigenen lokalen Verwaltungsrat und die Hoheit über eigene Kreditentscheide, die Sparcassa 1816 eingeschlossen.

Ein solides erstes Halbjahr 2026

Im August 2026 veröffentlichte die Clientis Sparcassa 1816 ihren Halbjahresabschluss, unterzeichnet in Wädenswil. Trotz eines nach eigenen Worten anspruchsvollen Marktumfelds legte die Bank zu: Der Halbjahresgewinn stieg um 1.7 Prozent auf CHF 2.13 Mio., während gleichzeitig das Eigenkapital um CHF 3.05 Mio. gestärkt wurde. Die Kundenausleihungen wuchsen im ersten Halbjahr um 0.8 Prozent auf CHF 1.268 Mrd., gebremst durch aussergewöhnliche Teilamortisationen und vollständige Rückzahlungen von Hypotheken, wozu nach Einschätzung der Bank auch die geplante Abschaffung des Eigenmietwerts beigetragen haben dürfte. Die Kundengelder gingen im gleichen Zeitraum leicht um 0.9 Prozent auf CHF 1.335 Mrd. zurück, während das ausgewiesene Eigenkapital um 2.1 Prozent auf CHF 235.33 Mio. zunahm, ein Polster, das die Bank selbst als aussergewöhnlich stark bezeichnet.

Auf der Ertragsseite legte der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft um 0.7 Prozent auf CHF 8.57 Mio. zu. Kommissions-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft steuerten zusammen mit dem übrigen ordentlichen Erfolg CHF 4.06 Mio. bei, ein Plus von 6.4 Prozent. Der Geschäftsaufwand stieg zwar um 5.1 Prozent auf CHF 5.97 Mio., was die Bank mit gezielten Investitionen in die Weiterentwicklung, die Digitalisierung sowie einen gestiegenen Personalaufwand begründet, doch die Ertragssteigerungen kompensierten das nach eigener Darstellung mehr als. Für das gesamte Geschäftsjahr 2025 hatte die Bank auf derselben Kennzahlenseite einen Jahresgewinn von 4'422 (in 1'000 CHF) ausgewiesen, zusammen mit Kundenausleihungen von 1'257'605 (in 1'000 CHF) und 31.9 Vollzeitstellen bei insgesamt 38 Mitarbeitenden.

Ein zweites Standbein: eigene Bauprojekte

Neben dem klassischen Bankgeschäft investiert die Clientis Sparcassa 1816 in eigene Immobilienprojekte. Die Arealüberbauung Alte Kanzleistrasse in Affoltern a.A. mit 36 Wohnungen schreitet nach Angaben der Bank planmässig voran, die Wohnungen sollen im Frühjahr 2028 bezugsbereit sein. Für ein zweites Projekt in Hedingen mit 9 Wohnungen liegt die Baubewilligung bereits vor, der Baubeginn ist für den Spätherbst 2026 vorgesehen, die Fertigstellung für Mitte 2028. Zusammen ergeben die beiden Bauprojekte 45 Wohnungen, mit denen die Bank ihre Ertragsbasis im Sinne einer Diversifikationsstrategie verbreitern will, wie sie im Halbjahresbericht schreibt. Das ist ein Standbein, das man bei einer Bank mit 1'690'853 (in 1'000 CHF) Bilanzsumme nicht überall findet.

Im gleichen Halbjahr investierte die Bank zusammen mit den übrigen Clientis-Instituten in ein neues Onlinebanking, das den Kundinnen und Kunden schrittweise zur Verfügung gestellt wird. Die neue Lösung soll ein modernes und sicheres Nutzungserlebnis bieten, mit einer ausgebauten Mobile App und neuen Funktionen wie Multi-Banking, Instant Payments und Budgetplanung.

Ein Regionalfonds in der 5. Runde

Regional verankert zeigt sich die Bank auch abseits der Bilanz. Unter dem Titel «Projekt1816» vergibt sie Fördergelder an Vereine und gemeinnützige Organisationen in der Region, verbunden mit dem Anspruch, einen Teil des eigenen Erfolgs zurückzugeben. Auf ihrer Startseite ruft die Bank unter dem Motto «Gemeinsam für die Region» zur 5. Ausschreibungsrunde auf: erneut stehen CHF 100'000 für Vorhaben zur Verfügung, die die Region bereichern, einreichbar über die eigene Plattform Projekt1816.ch. Nach eigener Angabe unterstützt die Sparcassa 1816 Vereine, Institutionen und gemeinnützige Projekte bereits seit über 200 Jahren, was angesichts des Gründungsjahres 1816 durchaus plausibel klingt.

Die Hypothek selbst, ein Angebot aus dem gemeinsamen Clientis-Baukasten

Wer auf der Hypothekenseite der Clientis Sparcassa 1816 nach den eigentlichen Kreditprodukten sucht, findet die 4 Modelle, die praktisch jede Bank im Clientis-Verbund führt: eine Festhypothek mit über die gesamte Laufzeit gleichbleibendem Zinssatz, eine variable Hypothek mit schwankendem Zins und offener Laufzeit, eine am Geldmarkt orientierte Geldmarkthypothek auf SARON-Basis sowie einen Bau- und Umbaukredit. Diese Produktbeschreibungen sind Teil der gemeinsamen Aktivitäten, mit denen die Clientis-Gruppe ihre Mitgliedbanken bei der Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen unterstützt, weshalb der Text auf praktisch jeder anderen lokalen Clientis-Seite fast wortgleich zu lesen ist. Was die Seite dagegen nicht verrät, sind konkrete Zinssätze, eine Belehnungs- oder Tragbarkeitsgrenze und ein Mindesteigenkapitalanteil: Wer eine Zahl braucht, nutzt entweder den verlinkten Hypothekenrechner, der berechnet, ob sich ein Wunschobjekt leisten lässt und wie hoch die Hypothek ausfallen müsste, oder greift zum separat verlinkten Merkblatt «Zinssätze und Kontosortiment», in dem die Bank ihre aktuellen Konditionen führt. Für Rückfragen zur Finanzierung von Wohneigentum bietet die Seite zudem direkt eine persönliche Beratung an.

Erreichbarkeit

Der Hauptsitz an der Zugerstrasse 18 in 8820 Wädenswil ist unter der Telefonnummer 044 783 51 11 erreichbar, der Schalter ist von Montag bis Freitag von 8.15 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Die übrigen 4 Geschäftsstellen der Bank listet eine eigene Standortseite, die als interaktive Karte aufgebaut ist.

Für wen sich die Bank eignet

Wer im Raum Wädenswil eine Hypothek bei einer Genossenschaftsbank sucht, die ihre Zahlen offen ausweist und sich nicht hinter der Clientis-Dachmarke versteckt, findet hier ein Institut, das seine Herkunft bis 1816 zurückverfolgt und mit einer Bilanzsumme von 1'690'853 (in 1'000 CHF) die grösste seiner Art in diesem Katalog ist. Besonders aufschlussreich ist der Halbjahresbericht 2026: Ein Gewinn von CHF 2.13 Mio., ein um CHF 3.05 Mio. gestärktes Eigenkapital und 2 eigene Bauprojekte mit zusammen 45 Wohnungen zeichnen das Bild einer Bank, die über das reine Hypothekengeschäft hinaus investiert. Wer dagegen eine tagesaktuelle Zinstabelle direkt auf der Hypothekenseite erwartet, wird enttäuscht: Diese liefert nur die 4 Standardprodukte des Clientis-Verbunds, ohne Zins-, Belehnungs- oder Tragbarkeitsangaben. Für alle, die das persönliche Gespräch ohnehin suchen und dabei einer regional verwurzelten Bank begegnen wollen, die jährlich über ihr «Projekt1816» CHF 100'000 an lokale Vereine und Institutionen vergibt und dabei in die 5. Ausschreibungsrunde geht, ist die Clientis Sparcassa 1816 ein Institut mit einer Geschichte und einem gesellschaftlichen Engagement, das sich von austauschbaren Zinsangeboten deutlich abhebt.

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