Bank Avera

Spitalstrasse 2, 8620 Wetzikon · seit 1828

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Bank Avera ist eine Genossenschaftsbank mit Hauptsitz an der Spitalstrasse 2 in Wetzikon, mitten im Zürcher Oberland. Wer bei ihr eine Hypothek aufnimmt, bekommt mehr als einen Kreditvertrag: Die Bank verkauft auch die Immobilien ihrer Kundschaft selbst, führt eigene Kaufobjekte und schickt über ein Suchabo passende Angebote direkt zu, sobald ein Objekt ins Portfolio kommt. Mit 10 Filialen im Zürcher Oberland, am rechten Zürichseeufer und in der Stadt Zürich beschreibt sich das Institut selbst als grösste Regionalbank des Kantons Zürich, mit mehr als 45 000 Kundinnen und Kunden.

Rechtlich firmiert die Bank als Bank Avera Genossenschaft, mit der Institut-Identifikationsnummer 6850 und dem BIC RBABCH22850. Der Name ist noch jung: Erst seit dem 1. Januar 2020 tritt das Haus eigenständig als Bank Avera auf, davor firmierte es als Clientis Zürcher Regionalbank. Avera verschmilzt laut eigener Angabe das italienische Wort «avere» (haben) mit «vera» (echt) zu «das Echte haben». Als Genossenschaft hat jedes Mitglied an der Generalversammlung eine Stimme, unabhängig vom eingelegten Kapital, und die Bank schüttet einen Teil ihres Gewinns jährlich an gemeinnützige Institutionen der Region aus. Sie beschreibt sich als Genossenschaftsbank mit gesunder Eigenkapitalbasis, die Gewinne im Unternehmen belässt statt sie primär an Aktionäre auszuschütten.

Von der Ersparniskasse zur Regionalbank

Die Geschichte reicht laut der eigenen Chronik bis 1828 zurück, zur Gründung einer zinstragenden Ersparniskasse durch die Gemeinnützige Gesellschaft und die Sparkasse des Oberamtes Grüningen. Über die Jahrzehnte wurde daraus die heutige Bank: Die Chronik nennt als Stationen die Umwandlung der Sparkassen in Banken zwischen 1869 und 1876, die bewegte Standortgeschichte in Wetzikon um 1900, die Kriegs- und Nachkriegszeit zwischen 1914 und 1953, Innovationen am Beispiel des Standorts Küsnacht zwischen 1955 und 1983 sowie den Auftritt als Sparkasse Zürcher Oberland zwischen 1991 und 2000. Zwischen 2003 und 2019 gehörte das Haus zur Clientis-Gruppe, bevor es 2020 den eigenständigen Namen Bank Avera annahm. Für die Aufarbeitung dieser Geschichte hat sich die Bank von der Historikerin Claudia Fischer-Karrer begleiten lassen.

An der Spitze steht eine Geschäftsleitung mit 5 Mitgliedern. Vorsitzender ist André Wegmann, der zugleich das Retail Banking leitet, an seiner Seite Stefan Lutziger für Operations, Fabio Perlini für Corporate & Private Banking, Patrick Schüepp für Finanz- und Risiko-Management sowie Patrick Wiedmer für das Corporate Center.

Im Hypothekargeschäft engagiert sich die Bank auch ausserhalb der eigenen Filialen: Sie hat den digitalen B2B-Marktplatz CredEx für Schweizer Hypotheken zusammen mit der Mobiliar, der Swisscom und der Vaudoise mitgegründet. CredEx vernetzt Banken und Versicherungen als Kreditgeber und Vertriebspartner und soll die Abwicklung von Hypotheken zwischen den Instituten standardisieren und digitalisieren, nach eigener Aussage bringt sich Bank Avera dort aktiv in die Weiterentwicklung ein.

Nicht nur der Kredit, auch der Verkauf

Beim Immobilienverkauf tritt die Bank nicht als reine Vermittlerin auf, sondern übernimmt laut eigener Leistungsbeschreibung die komplette Vermarktung: Beratung während des ganzen Prozesses, Beschaffung der nötigen Unterlagen, eine fachkundige Immobilienbewertung, professionelles Bildmaterial, eine Verkaufsdokumentation, die Publikation auf Portalen wie Homegate und auf den Bildschirmen der eigenen Filialen, die Vermarktung innerhalb der eigenen Kundschaft, Besichtigungen, Käufersuche und die Verhandlungsführung bis zum Kaufvertrag. Die Kosten dafür beziffert die Bank mit 2,5 Prozent des Verkaufspreises, mindestens aber 12 500 Franken exklusive Mehrwertsteuer. Ansprechpartnerin für den Immobilienverkauf ist laut Website Eva Randegger, Immobilienvermarkterin. Wer seine Hypothek bereits bei der Bank Avera führt, profitiert nach eigener Aussage davon, dass die Bank die Liegenschaft schon kennt, neuen Kundinnen und Kunden berät sie zu passenden Möglichkeiten.

Auf der Käuferseite bietet die Bank ein Immobilien-Suchabo an: Interessierte hinterlegen ein Suchprofil mit gewünschter Objektart (Einfamilienhaus, Eigentumswohnung, Mehrfamilienhaus oder Bauland), Region, Zimmerzahl und Preisrahmen, und sobald ein passendes Objekt ins eigene Portfolio kommt, meldet sich die Bank direkt. Das Anmeldeformular unterscheidet ausdrücklich zwischen bereits bestehender und noch fehlender Kundenbeziehung, das Suchabo steht also auch Nicht-Kundinnen und -Kunden offen, An- und Abmeldung laufen über die E-Mailadresse. Die eigenen Kaufobjekte selbst führt die Bank nicht auf einer eigenen Unterseite, sondern über ein Verkäuferprofil auf dem Portal Homegate, verlinkt direkt aus dem Finanzieren-Menü der eigenen Website.

Energiehypothek für die Sanierung

Ein zweites Merkmal, das über das übliche Hypothekenangebot hinausgeht, ist die Energiehypothek. Bank Avera widmet der energetischen Sanierung eine eigene Rubrik, Energieeffizienz bei Immobilien, mit Beratung zu Dämmung, Heizungsersatz und Förderprogrammen. Die Website nennt eine bessere Dämmung von Fassaden, Dächern und Fenstern sowie den Ersatz von Öl-, Gas- und Elektroheizungen als grösste Hebel und beziffert das Sparpotenzial einer verbesserten Dämmung mit bis zu 30 Prozent der Heizkosten. Die Energiehypothek selbst ist für energetische Renovationsprojekte an Einfamilien- oder Ferienhäusern gedacht, die Bank spricht von interessanten Vorzugskonditionen, ohne einen Zinssatz zu nennen. Zur Einordnung verweist die Seite auf die im Januar 2021 vom Bundesrat verabschiedete Klimastrategie 2050, die einen weitgehenden Verzicht auf Treibhausgasemissionen von Gebäuden vorsieht, und auf energiefranken.ch als externe Anlaufstelle für Fördergelder von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden.

Gebührenfreies Konto für Hypothekarkundschaft

Ein Detail, das sich durch mehrere Seiten der Website zieht, ist die Kopplung von Hypothek und Alltagskonto: Beim Privatkonto Plus wirbt die Bank mit kostenloser Kontoführung ab einem Gesamtvermögen von 25 000 Franken, oder alternativ mit einer laufenden Hypothek bei der Bank. Wer sein Eigenheim über die Bank Avera finanziert, zahlt für dieses Konto also unabhängig vom sonstigen Vermögen keine Kontoführungsgebühr. Ausserhalb dieser Vergünstigung nennt die Bank für ihr allgemeines Kontenangebot separate Pakete: Debit ab 0 Franken pro Monat, Silber für 6 Franken und Gold für 12 Franken, bei Neueröffnung sind laut Website jeweils die ersten 3 Monate kostenlos.

Was die Hypotheken-Seite nicht zeigt

Einen Hypothekarzins, einen Belehnungs- oder Tragbarkeitswert nennt die Hypotheken-Seite selbst nicht, ebenso wenig eine Amortisationsdauer oder eine Frist für Zinsofferten. Statt eines Zinsrasters bietet die Seite einen Hypothekenrechner, einen Miete-Kauf-Vergleich und die Aufforderung, direkt einen Beratungstermin zu vereinbaren. Wer die aktuellen Konditionen kennen will, muss den Rechner nutzen oder das Gespräch suchen, öffentlich einsehbare Zahlen zu Zins oder Belehnung liefert die Seite selbst nicht.

Für wen sich das eignet

Bank Avera passt zu Käuferinnen und Käufern im Zürcher Oberland und am rechten Zürichseeufer, die eine Ansprechpartnerin vor Ort suchen und den ganzen Weg von der Objektsuche bis zur Finanzierung bei einem Haus abwickeln möchten. Wer eine energetische Sanierung plant, findet mit der Energiehypothek und der eigenen Beratungsseite ein Angebot, das über die übliche Produktbeschreibung hinausgeht, und wer die Hypothek dort führt, spart sich zusätzlich die Kontoführungsgebühr auf dem Privatkonto Plus. Der Nachteil: Wer ausserhalb des Kerngebiets wohnt oder ohne persönliches Gespräch allein den günstigsten Zins vergleichen will, findet auf der Hypotheken-Seite selbst keine Zahlen, die Konditionen lassen sich nur über den Rechner oder im Beratungstermin klären.

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