Regiobank Solothurn AG
Zum Bewerten auf einen Stern tippen
Die Regiobank Solothurn AG geht auf die Ersparniskasse der Stadt Solothurn zurück, die 1819, noch in der Epoche der Restauration, als älteste Bank des Kantons Solothurn für die breitere Bevölkerung gegründet wurde. Ihr eigentlicher Zweck war anfangs schlicht: Spargelder der Bevölkerung anzulegen und daraus Hypothekardarlehen für Grundeigentümer zu vergeben. 1865 kam mit der Solothurnischen Leihkasse ein zweites Institut hinzu, das juristisch eigenständig blieb, aber organisatorisch mit der Ersparniskasse geführt wurde. Erst 1990 verschmolzen die beiden zur heutigen Regiobank Solothurn AG. Der Hauptsitz liegt bis heute an der Westbahnhofstrasse 11 in 4502 Solothurn, im Marktgebiet entlang des solothurnischen Jurasüdfusses und in angrenzenden Gebieten der Nachbarkantone, wie die Bank ihr eigenes Einzugsgebiet beschreibt.
Die Regiobank bezeichnet sich selbst als unabhängige Bank und ist als Aktiengesellschaft organisiert, nicht als Genossenschaft. Das Aktienkapital beträgt 10 Millionen Franken, aufgeteilt in 250 000 Namenaktien zu je 40 Franken Nennwert, gehandelt ausserbörslich über die Berner Kantonalbank auf der Plattform OTC-X sowie direkt bei der Regiobank selbst. Der Steuerwert pro Aktie stieg 2025 von 1'020 auf 1'317 Franken, eine Performance von 29,12 Prozent, und der Verwaltungsrat beantragte der Generalversammlung für das Berichtsjahr erneut eine Dividende von 22 Franken pro Aktie. Im 7-köpfigen, nicht exekutiven Verwaltungsrat unter Präsident Philipp Simmen sitzt mit Stefanie Ingold auch die Vertreterin der Einwohnergemeinde der Stadt Solothurn, die eine qualifizierte Beteiligung an der Bank hält und deshalb als einziges Mitglied nicht als unabhängig im Sinne der FINMA-Vorgaben gilt, ein Detail, das die Bank selbst offenlegt. Die operative Führung liegt bei einer 4-köpfigen Geschäftsleitung unter Vorsitzendem Markus Boss, der die Regiobank als unabhängige Regionalbank beschreibt, die langfristige Wertschöpfung und gesundes Wachstum verfolgt.
Beraten wird die Kundschaft nicht nur am Hauptsitz, sondern auch in den Geschäftsstellen Biberist, Egerkingen, Grenchen, Olten und Zuchwil. Olten ist der jüngste Standort: Die Regiobank eröffnete den Beratungsstandort dort im November 2025, weshalb Kundinnen und Kunden dort bislang nur nach Terminvereinbarung empfangen werden, während die übrigen Geschäftsstellen feste Öffnungszeiten führen. Auch in Grenchen baut die Bank aus: Ein Neubauprojekt kombiniert eine neue Geschäftsstelle mit 28 Wohnungen, der Baustart war laut Bank auf den 10. August 2026 angesetzt, und die Bauphase soll danach rund 2 Jahre dauern. Das Netz wächst damit sichtbar, statt nur verwaltet zu werden.
5 Modelle für das Eigenheim
Für die Baufinanzierung stellt die Regiobank 5 eigene Produkte nebeneinander: die Festhypothek, die SARON-Hypothek, die variable Hypothek, den Baukredit und den RegioEco-Kredit. Bei der Festhypothek werden Zinssatz und Laufzeit bei Vertragsabschluss fixiert, was laut Bank eine langfristige Planung der Zinsbelastung erlaubt. Die Laufzeit reicht von 2 bis 10 Jahren, der Mindestbetrag liegt bei 100 000 Franken, und amortisiert wird entweder direkt, sofern vertraglich vereinbart, oder indirekt über die Säule 3a, sofern die Liegenschaft selbst bewohnt wird. Das Zinsrisiko besteht laut Bank erst bei Fälligkeit, den konkreten Satz nennt sie auf Anfrage.
Bei der SARON-Hypothek orientiert sich der Zinssatz am Schweizer Geldmarkt. Der Kundenzins setzt sich aus dem quartalsweise angepassten, aufgezinsten 3-Monats-SARON und einer vereinbarten Marge zusammen. Entscheidend ist dabei die Berechnungsmethode, die die Regiobank als eigene Stärke herausstellt: Sie nennt den Zinssatz jeweils schon vor Beginn der Zinsperiode, nach dem sogenannten Last-Reset-Prinzip, und grenzt sich damit ausdrücklich von Konkurrenzangeboten ab, bei denen der Satz oft erst rückwirkend feststeht. Die Laufzeit beträgt 3 Jahre, der Mindestbetrag ebenfalls 100 000 Franken, und wer während der Laufzeit Planungssicherheit sucht, kann in eine Festhypothek wechseln.
Wer sich nicht festlegen will, greift zur variablen Hypothek: Sie hat keine feste Laufzeit, ist kurzfristig kündbar und kennt keinen Mindestbetrag. Für Neu- und Umbauten dient der Baukredit, bei dem die Regiobank ein eigenes Baukonto führt und nur die tatsächlich bezogenen Baukosten verzinst; nach Abschluss der Bauphase wird daraus eine Hypothek. Wer die Auszahlung nicht erst am Ende, sondern gestaffelt während der Bauphase wünscht, kann das ab Teilbeträgen von 100 000 Franken tun, und ab Teilbeträgen von 200 000 Franken lässt sich der Baukredit schon während der Bauphase schrittweise in eine Hypothek umwandeln.
Der RegioEco-Kredit als eigentlicher Unterschied
Was die Regiobank von den meisten anderen Instituten in dieser Kategorie abhebt, ist der RegioEco-Kredit: ein zinsloser Kredit für die Installation einer Photovoltaikanlage oder den Ersatz einer fossilen Heizung durch eine Wärmepumpe. Der Zinssatz beträgt 0 Prozent, die Laufzeit 8 Jahre, die Kredithöhe liegt zwischen 10 000 und 50 000 Franken, zusätzliche Gebühren fallen keine an, und amortisiert wird direkt und vierteljährlich, mit der Möglichkeit ausserordentlicher Rückzahlungen. Kein anderes der 5 Produkte auf der Finanzierungsseite ist zinslos, und keines ist an einen so eng umrissenen Verwendungszweck gebunden wie dieses. Ergänzend setzt die Bank in ihren Beratungen den Energie- und CO2-Rechner der Firma IAZI AG ein, der eine energetische Auswertung der Liegenschaft und einen Sanierungsplan liefert. Für den regionalen Markt selbst führt sie zudem den Regiobank Eigenheimindex, der halbjährlich zeigt, wie sich der Immobilienmarkt entlang des solothurnischen Jurasüdfusses entwickelt.
Zahlen, die die Grösse zeigen
Wie solide das Geschäft läuft, zeigen die zuletzt veröffentlichten Zahlen. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die Regiobank einen Jahresgewinn von 10,034 Millionen Franken, praktisch auf dem Niveau des Rekordergebnisses aus dem Vorjahr, bei einer Bilanzsumme von 3,67 Milliarden Franken, die um 4,59 Prozent zulegte. Die Kundenausleihungen, mehrheitlich Wohnbaufinanzierungen aus der Region, wuchsen dabei um 74,92 Millionen Franken. Markus Boss führt das Ergebnis auf eine vorsichtige Risikopolitik zurück, die sich gerade in einem anspruchsvollen Umfeld auszahle, und verweist auf das hohe Vertrauen, das die Kundschaft der Bank entgegenbringe.
Was die Regiobank nicht verrät, und für wen sie passt
Konkrete Zinssätze nennt die Regiobank auf ihrer Finanzierungsseite bewusst nicht. Für Festhypothek und SARON-Hypothek heisst es dort nur, die Verzinsung erfolge auf Anfrage, für die variable Hypothek und den Baukredit verweist sie auf ihre separate Zinssatzseite. Auch einen Belehnungs- oder Tragbarkeitssatz veröffentlicht die Bank auf dieser Seite nicht: Wer seine Tragbarkeit prüfen will, nutzt den eigenen Tragbarkeitsrechner, den die Bank neben weiteren Tools bereitstellt. Wer im Marktgebiet zwischen Solothurn, Grenchen und Olten kauft, baut oder saniert und eine unabhängige, an die Region gebundene Bank mit kurzen Entscheidungswegen sucht, findet in der Regiobank eine Ansprechpartnerin, die ihre Hypothekaranfragen nach eigener Aussage selbst in Solothurn bearbeitet statt sie weiterzureichen. Wer zusätzlich eine Solaranlage oder eine Wärmepumpe plant, bekommt mit dem RegioEco-Kredit ein Angebot, das über das übliche Hypothekarprogramm einer Regionalbank hinausgeht.