Freie Gemeinschaftsbank Genossenschaft

Meret Oppenheim-Strasse 10, 4053 Basel · seit 1984

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Die Freie Gemeinschaftsbank Genossenschaft sitzt an der Meret Oppenheim-Strasse 10 in 4053 Basel, direkt beim Bahnhof SBB, und beschreibt sich selbst so nüchtern wie ungewöhnlich: als Genossenschaft organisiert, mit gemeinschaftsgetragenem Eigentumsverhältnis, die bewusst auf Gewinnmaximierung verzichtet. Wer bei ihr eine Hypothek aufnimmt, bekommt keine Produktvielfalt zur Auswahl, sondern genau 2 Modelle: eine Festhypothek über 3 oder 5 Jahre, oder eine variable Hypothek mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten. Das ist kein Zufall, sondern Programm. Die Bank finanziert nach eigener Aussage ausschliesslich selbst genutztes Wohneigentum und nachhaltige Projekte in der Realwirtschaft, und sie macht sichtbar, wen sie mit welchem Kredit unterstützt: Alle Kreditnehmenden erscheinen namentlich im jährlichen Geschäftsbericht, dazu zeigt eine eigene Webseite eine Auswahl der finanzierten Projekte.

Von Rudolf Steiner zur Banklizenz

Der Gründungsimpuls reicht zurück auf einen Aufsatz, den Rudolf Steiner 1919 unter dem Titel «Leitgedanken für eine zu gründende Unternehmung» verfasste. Aus dieser Idee wurde zunächst keine Bank, sondern 1978 eine Bürgschaftsgenossenschaft, initiiert von Gisela Reuther, die zuvor an der Gründung der GLS Bank in Bochum beteiligt gewesen war. Der erste Anlauf auf eine Banklizenz scheiterte: Die Eidgenössische Bankenkommission hielt die Rechtsform der Genossenschaft für eine Bankgründung zunächst nicht mehr für zulässig. Eine ausführliche Gegenargumentation überzeugte die Kommission dann doch, und im Januar 1984 wurde die Lizenz erteilt. Am 29. April 1984 fand die Gründungsversammlung im Goetheanum in Dornach statt, am 1. Juli 1984 eröffneten 2 Geschäftsführende die Bank, ausgestattet mit 2 gebrauchten Schreibmaschinen, einer Additionsmaschine und einem Tresor.

1999 zog die inzwischen auf 10 Mitarbeitende gewachsene Bank nach Basel um, mit einer Bilanzsumme von CHF 120,3 Mio. und einem Genossenschaftskapital von CHF 5,6 Mio. 2017 bezog sie ihr eigens für sie entworfenes Haus an der Meret Oppenheim-Strasse beim Bahnhof Basel SBB, dessen Fassade den Geldfluss durch die Bank symbolisieren soll: eine ruhige Seite für das eingehende Anlagegeld, eine bewegte Seite für das ausgehende Kreditgeld. 2024 zählte die Bank 38 Mitarbeitende, per 31. März 2026 waren es bereits 46, davon 38,4 Vollzeitstellen. Aus einer Idee von 1919 und einer Bürgschaftsgenossenschaft von 1978 ist eine Bank mit einer Bilanzsumme von CHF 424,8 Mio. geworden, die ihre eigenen Wurzeln bis heute offen kommuniziert, statt sie hinter einer neutralen Unternehmensgeschichte zu verstecken.

2 Hypotheken, kein Baukasten

Wer sich bei anderen Instituten durch SARON-Hypotheken, Forward-Varianten und mehrere Festlaufzeiten klicken muss, findet bei der Freien Gemeinschaftsbank ein bewusst schmales Sortiment. Die Festhypothek hat laut Bank «eine Zinsbindung über eine festgelegte Laufzeit», wodurch beide Seiten über den Zeitraum mit den Zinskosten rechnen können; angeboten werden derzeit 3- und 5-jährige Laufzeiten. Wer stattdessen flexibel bleiben will, wählt die variable Hypothek mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten und einem veränderlichen Zinssatz, der laut Bank in der Regel höher liegt als bei der Festhypothek, weil beide Seiten sich nicht längerfristig auf einen Ertrag verlassen können. Eine dritte Option, etwa eine SARON-Hypothek oder eine Forward-Hypothek, führt die Bank auf dieser Seite nicht.

Einen konkreten Zinssatz für eines der beiden Modelle veröffentlicht die Seite nicht. Wer wissen will, was eine Festhypothek aktuell kostet, muss das persönliche Gespräch suchen, zu dem die Bank direkt einlädt: «Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin mit uns, wir nehmen uns Zeit für Sie», mit einer eigenen Telefonnummer für die Kreditberatung, 061 575 81 40, getrennt von der allgemeinen Banknummer 061 575 81 00. Die Kreditberatung führt Robert Mršić, mit einem Team aus 8 weiteren namentlich genannten Beraterinnen und Beratern, darunter Andreas Krämer, Hannah Rieger-Frei und Juliane Schöll.

Wie viel Fremdkapital sie gibt, und wie sie Tragbarkeit rechnet

Bei selbst genutztem Wohneigentum finanziert die Bank bis zu einer Höhe von 80 % des von ihr selbst ermittelten «Belehnungswertes», der meist, aber nicht immer, nahe am Kaufpreis liegt. Den Rest, mindestens 20 % der Gesamtfinanzierung, muss die Käuferschaft als Eigenkapital aufbringen. Dabei zählen nicht nur Ersparnisse und Wertschriften, sondern auch Guthaben der Säule 3a, Rückkaufswerte von Versicherungen und Erbvorbezüge, und auch Pensionskassengelder lassen sich im Rahmen der Wohneigentumsförderung beziehen oder verpfänden. Die Hypothek selbst wird innerhalb von 15 Jahren in regelmässigen Teilbeträgen linear amortisiert, bis der Kreditbetrag 2 Dritteln des Belehnungswertes entspricht; wer nicht direkt amortisieren will, kann das auch indirekt tun, über ein verpfändetes Säule-3a-Konto oder eine Lebensversicherungspolice.

Bei der Tragbarkeitsprüfung setzt die Bank Zinsen, Amortisation und Gebäudeunterhalt ins Verhältnis zum Einkommen der Käuferschaft. Für die Zinsen rechnet sie in einem rein rechnerischen Zinsanstiegsszenario mit 4,75 % Hypothekarzinsen, bei der Amortisation mit rund 1 % vom Kreditbetrag, und beim Gebäudeunterhalt mit 0,8 % bis 1 % vom Belehnungswert. Diese 3 Positionen zusammen entscheiden, ob eine Finanzierung als tragbar gilt, unabhängig vom tatsächlich vereinbarten Zinssatz der gewählten Hypothek. Ein konkretes Beispiel oder einen Tragbarkeitsrechner stellt die Seite nicht bereit; wer sein eigenes Budget durchrechnen will, muss die 3 genannten Prozentsätze selbst anwenden oder das Beratungsgespräch suchen.

Was ein Bankwechsel oder eine Vertragsanpassung kostet

2 Zahlen nennt die eigene FAQ zur Hypothek explizit, statt pauschal auf ein Gespräch zu verweisen. Wer seinen Kredit von einer anderen Bank zur Freien Gemeinschaftsbank überträgt, zahlt für diese Ablösung CHF 500. Vertragliche Neuordnungen, ausgenommen die Prolongation einer bestehenden Festhypothek, kosten CHF 200. Beide Beträge stehen als feste Zahlen auf der Seite, nicht als Schätzung und nicht als Spanne, was bei Schweizer Bankwebsites keine Selbstverständlichkeit ist: Viele nennen an dieser Stelle gar nichts.

Genossenschafterin statt nur Kundin

Wer bei der Freien Gemeinschaftsbank mehr sein will als Kundin oder Kunde, wird über einen Anteilschein Mitglied der Genossenschaft. Anteilscheine sind ab CHF 300 erhältlich, in den Stückelungen CHF 300, CHF 500, CHF 1'000, CHF 5'000 oder CHF 10'000. Um die Substanz der Genossenschaft zu sichern, werden sie laut Bank nicht verzinst und sind nicht rückzahlbar. Wer trotzdem irgendwann Kapital zurückwill, kann ergänzend rückzahlbare Anteilscheine zeichnen, deren Rückzahlung aber erst bei definitivem Austritt aus der Genossenschaft möglich ist, einer 4-jährigen Sperrfrist unterliegt und vom Verwaltungsrat jederzeit ohne Begründung abgelehnt werden kann. An der Generalversammlung zählt dafür jede Stimme gleich viel: Jedes Mitglied hat unabhängig vom gezeichneten Kapital genau eine Stimme.

Davon zu unterscheiden ist der Beteiligungsschein, ein reines Investment ohne Mitgliedschaft: Die Mindestzeichnung liegt bei CHF 5'000, dafür gibt es eine jährlich von der Generalversammlung festgelegte Dividende, aber kein Stimmrecht, dazu müsste man Genossenschaftsmitglied werden. Per 31. März 2026 zählte die Genossenschaft 2'921 Mitglieder und ein Genossenschaftskapital von CHF 10,77 Mio., bei einer Bilanzsumme von CHF 424,8 Mio., einem Kreditvolumen von CHF 351,8 Mio. und Kundengeldern von CHF 389,5 Mio. Geführt wird sie von einem 4-köpfigen Verwaltungsrat unter Präsident Rafael Spiegel und Vizepräsidentin Christine Jost, ergänzt um Christof Hatebur und Kathrin Theurillat; die operative Geschäftsleitung bilden Viola Kirsch und Max Ruhri.

Wohin das Geld tatsächlich fliesst

Kreditvergabe an der Börse oder an den Finanzmärkten schliesst die Bank nach eigener Aussage grundsätzlich aus. Stattdessen nennt sie als Finanzierungsbereiche unter anderem zertifizierte biologische Landwirtschaft, freie Schulen, Kindergärten und Kunstschulen, Alters- und Pflegeheime, Heilpädagogik und Sozialtherapie, Arztpraxen und Kliniken, Gewerbe und Handel, dazu regenerative Energien und gemeinschaftliches Wohnen, neben klassischen Wohnkrediten für selbst genutztes Eigentum. Wer wissen will, wohin sein eingelegtes Geld konkret fliesst, muss nicht spekulieren: Die Bank veröffentlicht alle Kreditnehmenden im jährlichen Geschäftsbericht, zeigt eine Auswahl der finanzierten Projekte zusätzlich in einer eigenen Galerie auf ihrer Website und stellt eine Kreditübersicht bereit, die sie jeweils zum Jahresende aktualisiert.

Für wen sich das lohnt

Wer in Basel oder der Region eine Eigentumswohnung oder ein Haus kauft und dabei wissen will, dass sein Kredit im Geschäftsbericht sichtbar bleibt statt in einer anonymen Bilanz zu verschwinden, findet in der Freien Gemeinschaftsbank eine der wenigen Adressen mit dieser Kombination: eine seit 1984 gewachsene Genossenschaftstradition mit anthroposophischen Wurzeln, verbunden mit einer heutigen Bilanzsumme von CHF 424,8 Mio. und einer klaren, öffentlich nachvollziehbaren Kostenstruktur bei Ablösung und Neuordnung. Wer dagegen online in wenigen Minuten eine SARON-Hypothek abschliessen oder mehrere Laufzeitstufen gegeneinander durchrechnen will, findet hier nur die 2 genannten Modelle und keinen publizierten Zinssatz zum sofortigen Vergleich. Das persönliche Gespräch mit der Kreditberatung ist bei dieser Bank keine Option unter mehreren, sondern der einzige Weg zu einem Angebot, was für alle richtig ist, die genau das suchen, und für alle falsch, die primär einen schnellen Online-Abschluss wollen.

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