Clientis Biene Bank im Rheintal

Rorschacherstrasse 9, 9450 Altstätten SG · seit 1879

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Die Clientis Biene Bank im Rheintal ist keine der jüngeren Adressen in der Schweizer Bankenlandschaft. Auf ihrer eigenen Geschichte-Seite schreibt sie, sie sei im Jahre 1879 gegründet worden, und firmiert bis heute unter dem vollen Namen Clientis Biene Bank im Rheintal Genossenschaft, eine eigenständige Genossenschaft mit Sitz an der Rorschacherstrasse 9 in 9450 Altstätten SG. Sie gehörte 2003 zu den Gründungsmitgliedern der gemeinsamen Dachmarke Clientis, unter der sich mehrere unabhängige Schweizer Regionalbanken zusammengeschlossen haben, blieb dabei aber eine eigene Gesellschaft mit eigener Firma, eigenem Verwaltungsrat und eigener Bilanz statt einer Filiale eines grösseren Hauses.

Für den Zahlungsverkehr führt sie ihre eigene Clearing-Nummer 6980 und den BIC/Swift-Code RBABCH22980, dazu die Mehrwertsteuer-Nummer CHE-179.479.620 und die UID-Nummer CHE-105.810.946. Solche Kennungen sind Formalie, aber sie zeigen, dass hinter dem Namen tatsächlich eine eigenständige Bank mit eigener Handelsregister-Identität steht und keine reine Zweigstelle.

Geschäftsstellen im St. Galler Rheintal

In ihren eigenen Kennzahlen zählt die Bank 3 Geschäftsstellen. Den Hauptsitz führt sie an der Rorschacherstrasse 9 in Altstätten SG, montags bis freitags von 09.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Dass dieses Gebäude vergleichsweise neu ist, zeigt eine eigene Mitteilung der Bank: Am 23. September 2020 feierte sie an derselben Adresse die Grundsteinlegung für ihren Neubau, der laut derselben Mitteilung Ende 2021 fertiggestellt wurde, mit einer grosszügigen Kundenhalle und eigens ausgerüsteten Beratungszimmern. Ergänzt wird der Hauptsitz durch 2 weitere Geschäftsstellen in Widnau und Rüthi. Eine eigene Übersicht zu den Feiertags- und Sonderöffnungszeiten der Bank führt neben dem Hauptsitz separate Zeilen für Widnau und Rüthi, mit je eigenen Öffnungszeiten an Tagen wie dem Vorabend der Bundesfeier, Ostern oder Auffahrt. Damit deckt die Biene Bank mit ihren 3 Geschäftsstellen einen überschaubaren Teil des St. Galler Rheintals ab, konzentriert auf Altstätten und die beiden Nachbargemeinden, statt sich über den ganzen Kanton zu verteilen.

Wer die Bank führt

Wie bei einer Genossenschaft üblich, trennt die Biene Bank zwischen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung, und beide Gremien nennt sie auf ihrer Website mit vollem Namen statt hinter einer anonymen Beratungshotline. Den Verwaltungsrat präsidiert Daniel Gebert, Vizepräsident ist Felix Buschor, weitere Mitglieder sind Hans-Peter Waibel, Michael Kast, Andrea Cristuzzi, Jasmin Aubry-Lüchinger und Simon Büchel. Die operative Führung liegt bei Adrian Knechtle als Vorsitzendem der Geschäftsleitung und Direktor, der laut der Bank seit 2014 in diesem Gremium sitzt. Ergänzt wird er von 3 Vizedirektoren: Urs Handermann leitet seit 2011 den Bereich Services und sitzt seit 2012 in der Geschäftsleitung, Urs Schneider verantwortet seit 2014 als Leiter Privatkunden dieses Geschäftsfeld, und Markus Ehret leitet seit 2017 die Anlageberatung und wurde 2021 in die Geschäftsleitung berufen. Eine derart lückenlose Namensliste, von der Gesamtleitung bis zur Kontrolle durch den Verwaltungsrat, macht sichtbar, wer für eine Kreditzusage am Ende tatsächlich geradesteht.

Zahlen, die sie tatsächlich veröffentlicht

Anders als manche lokale Genossenschaftsbank hält sich die Biene Bank bei ihren eigenen Geschäftszahlen nicht bedeckt. Auf einer eigenen Kennzahlen-Seite mit Stichtag 31. Dezember 2025 weist sie eine Bilanzsumme von 1'336'463 TCHF aus, davon 1'137'757 TCHF Kundenausleihungen und 888'820 TCHF Kundengelder. Das Eigenkapital beziffert sie mit 108'507 TCHF, den Betriebserfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft mit 16'744 TCHF und den Jahresgewinn mit 1'805 TCHF. Beschäftigt sind laut derselben Seite 58 Mitarbeitende, umgerechnet 42.2 Vollzeitstellen, für eine Bank mit 3 Geschäftsstellen ein vergleichsweise dichtes Beratungsnetz pro Standort. Getragen wird die Genossenschaft von 5'214 Genossenschafterinnen und Genossenschaftern, die über ihren Anteilschein zugleich Miteigentümer der Bank sind, nicht nur Kundschaft.

Anteilschein statt Aktie

Wer Mitglied werden will, kauft keine Aktie, sondern einen Anteilschein, dessen Preis die Bank ebenfalls öffentlich nennt. Der Ankaufspreis liegt bei CHF 269, der Verkaufspreis bei CHF 279, und der Steuerwert wird per 31. Dezember 2025 mit CHF 269.00 pro Anteil angegeben. Für 2025 hat die Bank eine Dividende von 13 Prozent beschlossen, umgerechnet CHF 6.50 pro Anteilschein, auf die wie bei jeder Schweizer Dividende die eidgenössische Verrechnungssteuer von 35 Prozent erhoben wird. Kauf und Aufbewahrung der Anteilscheine sind laut Bank gebührenfrei, pro Transaktion begrenzt auf maximal 100 Stück. Mit mindestens 5 gehaltenen Anteilscheinen räumt die Bank zusätzlich einen Vorzugszins ein, ein Anreiz, der über die reine Dividende hinausgeht und Mitglieder anders behandelt als gewöhnliche Sparkundschaft.

Hypotheken und andere Kredite

Auf ihrer Hypothekenseite führt die Biene Bank die 4 Modelle, die auch ihre Schwesterbanken im Clientis-Verbund anbieten: die Festhypothek für alle, die keine Überraschungen wollen, die variable Hypothek für maximale Flexibilität, die Geldmarkthypothek, die sich am Geldmarkt und damit am Referenzsatz SARON orientiert, und den Bau- oder Umbaukredit für ein solides Fundament beim Neubau oder bei der Renovation. Einen Zinssatz für eines dieser Modelle veröffentlicht die Bank auf dieser Seite nicht, und auch ihre separate Seite zu den aktuellen Zinssätzen zeigt Tabellen für Spar- und Kontoprodukte, aber keine Hypothekarzinsen. Wer eine konkrete Zahl mitnehmen will, braucht ein Gespräch, sei es vor Ort, am Telefon unter 071 757 82 82 oder über das Kontaktformular der Bank, statt sich allein auf die Website zu verlassen.

Über die Hypothek hinaus positioniert sich die Biene Bank ausdrücklich auch als Kreditgeberin fürs lokale Gewerbe. Auf ihrer Startseite wirbt sie eigens mit Hypotheken für KMU, Krediten für KMU und Investitionsgüterleasing für Firmenkunden, ein Geschäftsfeld, das eine reine Wohnbaufinanziererin nicht anbieten würde. Für Privatkunden führt sie daneben ein eigenständiges Kreditangebot ausserhalb der Hypothek, ergänzt um TWINT, Multibanking und ein separates Jugendkonto namens myMix. Das rückt die Bank näher an eine breit aufgestellte Regionalbank, für die die Hypothek ein wichtiges, aber nicht das einzige Kreditgeschäft ist.

Für wen sich die Biene Bank eignet

Wer im Rheintal zwischen Altstätten, Rüthi und Widnau wohnt oder dort ein Eigenheim kaufen will, findet mit der Biene Bank eine Genossenschaft, die ihre eigene Geschichte, ihre Führung und ihre Bilanz mit Zahlen unterlegt statt mit Werbesätzen, und die einem als Anteilschein-Mitglied eine eigene Dividende auf das eingesetzte Kapital zahlt statt nur eine gewöhnliche Kundenbeziehung anzubieten. Auch als Kreditgeberin fürs eigene Gewerbe positioniert sie sich klarer als manche reine Hypothekenbank. Wer dagegen sofort einen Prozentsatz für eine Festhypothek vergleichen will, findet auf der Website weder eine Zinstabelle noch einen Rechner mit hinterlegtem Zinssatz, sondern nur den Verweis auf ein persönliches Gespräch am Hauptsitz oder in einer der beiden anderen Geschäftsstellen. Für eine 1879 gegründete Bank mit 3 Standorten ist das ein bewusster Kompromiss: viel Offenheit über die eigenen Zahlen, die eigene Führung und die Bedingungen der Mitgliedschaft, aber keinen Zinssatz zum Nachrechnen ohne Termin.

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