Clientis Bank Toggenburg

Harfengrund 2, 9533 Kirchberg SG · seit 2006

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Auf der eigenen Organisationsseite steht es so nüchtern, wie es das Gesetz verlangt: Unter der Firma Clientis Bank Toggenburg AG besteht auf unbestimmte Dauer eine Aktiengesellschaft. Kein Wort davon ist Marketing, es ist reine Rechtsform-Prosa, und sie sagt bereits das Wichtigste über diese Bank aus. Am Harfengrund 2 in 9533 Kirchberg SG sitzt kein Ableger eines grösseren Konzerns und keine Kantonalbank mit Staatsgarantie, sondern eine Gesellschaft mit eigener Aktie, eigenem Namen im Handelsregister und, wie sie selbst schreibt, einer Geschäftstätigkeit, die vorwiegend im Toggenburg stattfindet. Die Bank gehört zur Clientis Gruppe, dem 2004 gegründeten Verbund, unter dessen gemeinsamer Dachmarke sich heute 14 rechtlich selbständige Regionalbanken zusammengeschlossen haben, ohne ihre eigene Rechtsform oder ihren eigenen Verwaltungsrat aufzugeben, wie es auf der Gruppenseite heisst, und mit einer eigenen Bilanz, die jede von ihnen selbst veröffentlicht. Was das für die Toggenburger Bank konkret bedeutet, zeigen ihre eigenen Zahlen: eine Bilanzsumme von 1'137'792 (in 1'000 Franken, Stichtag 31.12.2025), 3 Geschäftsstellen und eine Geschichte, die deutlich älter ist als der Name, unter dem sie heute firmiert.

2 Institute, ein Zusammenschluss

Die Clientis Bank Toggenburg AG in ihrer heutigen Form gibt es erst seit dem 1. Januar 2006. An diesem Tag haben sich die Clientis Spar- und Leihkasse Kirchberg und die Clientis Spargenossenschaft Mosnang zur Clientis Bank Toggenburg AG zusammengeschlossen, wie es die Geschichte-Seite der Bank festhält. Nach eigener Darstellung der Bank sind beide Vorgängerinstitute seit über 100 Jahren erfolgreich in der Region tätig. Die Spargenossenschaft Mosnang wurde 1901 gegründet. In Kirchberg selbst waren bis 1910 sogar 3 eigenständige Banken aktiv, die 1911 zur Spar- und Leihkasse Kirchberg vereint wurden. Diese Spar- und Leihkasse durchlief noch eine zweite Wandlung: Per 1. Januar 2000 wurde sie von einem Gemeindeinstitut in eine voll privatisierte Aktiengesellschaft umgewandelt, also von einer Institution mit kommunalem Träger zu einem Unternehmen mit Aktionären. Der Weg von 3 Kirchberger Banken über eine Gemeinde-Sparkasse und eine Toggenburger Spargenossenschaft bis zur heutigen Clientis Bank Toggenburg AG ist damit auch eine kleine Geschichte des Schweizer Regionalbankenwesens im Zeitraffer: von der Genossenschaft zur privatisierten AG, vom Dorfinstitut zum Mitglied eines gesamtschweizerischen Verbunds.

Die Bank in Zahlen

Wer wissen will, wie gross eine Regionalbank tatsächlich ist, findet die Antwort selten auf der Startseite, sondern auf der eigens dafür geführten Kennzahlenseite, und auch dort meist nur in 1'000 Franken statt in Werbesprache. Für die Clientis Bank Toggenburg lauten die eigenen Zahlen per 31.12.2025 so: Bilanzsumme 1'137'792, Kundenausleihungen 985'966, Kundengelder 721'929 und Eigenkapital 100'468, jeweils in 1'000 CHF. Der Betriebserfolg (Erfolg aus dem ordentlichen Bankgeschäft) betrug 12'563, der Geschäftsaufwand 7'481, der Geschäftserfolg 3'948 und der Jahresgewinn 2'797, wieder alles in 1'000 CHF. Getragen wird dieses Geschäft von 40 Mitarbeitenden, was 31.8 Vollzeitstellen entspricht, verteilt auf die 3 Geschäftsstellen der Bank. Zu den Eigentümern zählt die Bank 2'582 Aktionäre. Das sind Zahlen einer Bank, die für ihre Region gross ist, ohne im kantonalen oder gar schweizweiten Massstab zu den grossen Häusern zu gehören.

Eine eigene Namenaktie

Dass die Bank eine Aktiengesellschaft und keine Genossenschaft ist, zeigt sich am deutlichsten an ihrer eigenen Aktie. Es handelt sich um eine Namenaktie mit einem Nominalwert von CHF 100 pro Titel, wie die Bank auf ihrer eigenen Aktienseite schreibt, und die Bank selbst stellt dort auch die Kurse: Geld (der Preis, zu dem sie kauft) CHF 440, Brief (der Preis, zu dem sie verkauft) CHF 470 pro Aktie. Die Seite trägt insgesamt den Stand 01.05.2026. Über die Jahre zeigt der Mittelkurs zum Jahresende eine ruhige Entwicklung: von CHF 340 im Jahr 2014 auf CHF 455 im Jahr 2025, in kleinen Schritten und ohne die Ausschläge, die man von börsengehandelten Bankaktien kennt, was die Bank selbst als hohe Kursstabilität beschreibt. Wer Aktionär werden will, ist begrenzt: Die Bank hat die maximale Stückzahl pro Aktionär auf 100 Aktien festgelegt. Für das Geschäftsjahr 2024 zahlte die Bank am 30.04.2025 eine Dividende von 10% auf den Nominalwert, brutto CHF 10 pro Aktie, was die Bank selbst beim aktuellen Kursniveau mit einer Rendite von 2.13% beziffert. Das ist eine Kennzahl, die keine der grossen Publikumsbanken auf diese Weise für eine einzelne Regionalbank liefert, weil es diese einzelne Regionalbank als eigenständiges Wertpapier dort schlicht nicht gibt.

Verwaltungsrat und Geschäftsleitung

Geführt wird die Bank von einem 5-köpfigen Verwaltungsrat unter dem Vorsitz von Patrick Brändle als Verwaltungsratspräsident, mit Marcel Widmer als Vizepräsident sowie Philippe Gähwiler, Simon Rutz und Alexandra Scherrer als weiteren Mitgliedern. Das operative Geschäft leitet Andreas Fässler als Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter Geschäftskunden, Jahrgang 1971, der Geschäftsleitung gehört er nach eigenen Angaben der Bank seit 2013 an. An seiner Seite stehen Martin Malco als Leiter Services, in der Geschäftsleitung seit 2019, und Edgar Schneider als Leiter Privatkunden, der jüngste Zugang in der Führungsriege, seit 2025 dabei. 3 Namen mögen wenig über eine Bank aussagen, aber sie sind mehr, als die meisten Konkurrenten mit demselben Geschäftsmodell überhaupt öffentlich machen, und wer eine Hypothek über mehrere Jahrzehnte abschliesst, verhandelt am Ende nicht mit einer Marke, sondern mit Menschen, die diese Namen tragen.

Kirchberg, Bazenheid, Mosnang

Die Kennzahlenseite nennt nur eine Zahl, 3 Geschäftsstellen, keine Namen. Die Namen liefern die eigenen Neuigkeiten der Bank stattdessen gleich mehrfach nach. Am Hauptsitz Harfengrund 2 in Kirchberg empfängt die Bank montags bis freitags von 09.00 bis 11.30 Uhr und von 14.00 bis 17.00 Uhr. In Bazenheid war zuletzt handfest etwas los: Am Dienstag, 21. Mai 2024, eröffnete die Bank die dortige Geschäftsstelle nach einer 7-monatigen Modernisierung wieder, und im Herbst desselben Jahres folgten dazu sowohl eine Vorher-Nachher-Reportage über den Umbau als auch ein eigenes Eröffnungsfest vor Ort. In Mosnang, dem Ort, aus dem 1901 eines der beiden Gründungsinstitute der heutigen Bank stammt, führt sie ebenfalls eine eigene Geschäftsstelle, die in den Mitteilungen der Bank als Schauplatz für ein Weihnachtsprogramm auftaucht statt nur als Adresse auf einer Landkarte. Dass diese Präsenz vor Ort auch von aussen wahrgenommen wird, zeigt eine Meldung der Bank vom 26.05.2026: Zusammen mit der Gemeinde Kirchberg SG wurde sie mit dem Goldenen Schemel 2025 des Heimatschutzes St. Gallen/Appenzell Innerrhoden ausgezeichnet.

Hypotheken ohne Preisliste im Netz

Beim eigentlichen Kerngeschäft hält sich die Clientis Bank Toggenburg an das, was praktisch alle Clientis-Banken auf ihren Hypothekenseiten anbieten: Festhypothek, Variable Hypothek, eine Geldmarkthypothek auf SARON-Basis und einen Bau- oder Umbaukredit, dazu einen Hypothekenrechner und ein eigenes Angebot für energieeffizientes Bauen und Renovieren. Konkrete Zinssätze, Belehnungs- oder Tragbarkeitswerte, Amortisationsfristen oder sonstige Vertragskonditionen veröffentlicht die Bank auf dieser Seite nicht, auch keine Mindesteinkommen oder Fristen. Selbst auf der eigenen Seite für aktuelle Zinssätze steht kein Hypothekarzins, nur Konditionen für Spar- und Kontoprodukte, und auch die eigene Seite Dienstleistungspreise, die auf eine Preisübersicht für Karten, Zahlungsverkehr und Kreditgeschäft verweist, nennt keinen. Wer die aktuellen Konditionen wissen will, muss den online buchbaren Beratungstermin nutzen oder direkt anrufen. Was die Bank stattdessen führt, ist eine eigene Unterseite mit einer Zinsprognose Schweiz, zuletzt mit Stand August 2026, gestützt auf Marktdaten von Aquila AG und Bloomberg Financial L.P.

Für wen lohnt sich also der Blick auf diese Bank? Für alle, die im Toggenburg eine Hypothek suchen und dabei lieber mit einer Bank verhandeln, deren Verwaltungsrat, Bilanzsumme und Aktionärszahl öffentlich einsehbar sind, als mit einer anonymen Filiale. Der Preis für diese Transparenz ist, dass man die eigentlichen Hypothekarkonditionen nirgends nachlesen kann, sondern sie im Gespräch erfragen muss, und dass sich das physische Netz auf 3 Standorte im Toggenburg beschränkt. Wer aber ohnehin vor Ort wohnt oder mit dem Gedanken an ein Eigenheim in Kirchberg, Bazenheid oder Mosnang spielt, bekommt hier eine Bank, die ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Zahlen und ihre eigenen Verantwortlichen nicht hinter einer Konzernmarke versteckt.

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