Ersparniskasse Schaffhausen

Münsterplatz 34, 8201 Schaffhausen · seit 1817

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Die Ersparniskasse Schaffhausen nennt sich selbst die erste und älteste Bank in der Stadt und im Kanton Schaffhausen, und die eigene Firmengeschichte stützt das. 1817 gründete die gemeinnützige Hülfsgesellschaft die Bank als eigene Tochter, mit dem Ziel, Kleinverdienern und Dienstboten das Sparen und den Umgang mit Geld zu erleichtern. Aus dem streng von der Hülfsgesellschaft geführten Institut wurde am 12. November 1937 an einer Generalversammlung eine Stiftung, am 23. Oktober 1992 schliesslich eine Aktiengesellschaft. Seit 2009 ist die Bank zusätzlich im Zürcher Weinland präsent, mit einer eigenen Filiale in Kleinandelfingen. Wer eine Bank sucht, die ihre Region schon lange begleitet statt sie erst kürzlich entdeckt zu haben, findet hier eine der ältesten Schaffhauser Adressen überhaupt.

Zwei Standorte, eine überschaubare Bilanz

Der Hauptsitz liegt am Münsterplatz 34 in Schaffhausen, die Filiale Weinland an der Schaffhauserstrasse 26 in Kleinandelfingen. Zwei Standorte sind wenig gegenüber den grossen Kantonalbanken der Region, aber für ein unabhängiges Institut mit 36 Mitarbeitenden und 3 Lernenden ist das eine bewusste Grösse: persönliche Beratung vor Ort statt eines Filialnetzes. Der Hauptsitz ist montags, mittwochs und freitags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16.30 Uhr geöffnet, dienstags und donnerstags nur vormittags von 9 bis 12 Uhr. Die Filiale Weinland hält montags und freitags dieselben Zeiten, dienstags bis donnerstags ebenfalls nur den Vormittag. Wer telefonisch Kontakt sucht, erreicht die Telefonzentrale montags bis freitags von 7.45 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 17.15 Uhr.

Die Bank weist ihre Kennzahlen in Tausend Franken aus: Bilanzsumme 1'069'600, Kundengelder 755'612, Kundenausleihungen 900'998, Netto-Erfolg aus dem Zinsengeschäft 9'614 und Jahresgewinn 2'337, jeweils per Ende 2025. Das sind die Grössenordnungen eines regionalen Instituts, nicht die einer Kantonalbank, aber solide genug für ein Institut, das ohne Anschluss an eine grössere Bankengruppe auskommt.

Wer die Bank führt

Die operative Führung liegt derzeit bei Claudio Steffenoni als Vorsitzender der Geschäftsleitung ad interim, unterstützt von Christoph Singer (Leiter Vertrieb), Markus Werner (Leiter Marktleistungen und Vertriebssteuerung) sowie Roger Gloor (Leiter Finanzen, Risiko-Management und Operations). Den Verwaltungsrat präsidiert Hannes Germann aus Opfertshofen, Vizepräsident ist Urs Eckert, weitere Mitglieder sind Urs Krebser, Jonas Keller, Catherine Nägeli Diethelm und Hannes Leu. Dass die operative Führung derzeit interimistisch besetzt ist, ist der einzige kleine Wermutstropfen in einem sonst gefestigten Bild: Die Bank kommuniziert das offen auf der eigenen Seite, statt es zu verschweigen, und die übrige Geschäftsleitung ist mit drei fest besetzten Ressorts breit aufgestellt.

Was die Ersparniskasse an Hypotheken anbietet

Wer bei der Ersparniskasse eine Hypothek aufnimmt, wählt zwischen der klassischen Festhypothek, der Geldmarkthypothek auf SARON-Basis, einer variablen Hypothek und dem hauseigenen Hypo60+. Die Bank publiziert ihre Richtwerte offen auf der eigenen Website, mit Stand ab dem 1. September 2026: Für die Festhypothek auf selbstbewohntem Wohneigentum reichen die Sätze von 1.50 Prozent bei 2 Jahren Laufzeit über 1.65 Prozent bei 3 Jahren, 1.70 Prozent bei 4 Jahren, 1.75 Prozent bei 5 Jahren, 1.80 Prozent bei 6 Jahren, 1.85 Prozent bei 7 Jahren und 1.90 Prozent bei 8 Jahren bis zu 1.95 Prozent bei 9 Jahren und 2.00 Prozent bei 10 Jahren. Die variable Hypothek steht bei 2.875 Prozent. Die Bank vermerkt dazu ausdrücklich, dass Änderungen vorbehalten bleiben, und wer eine verbindliche Offerte will, muss ohnehin das persönliche Gespräch suchen: Zinssätze dieser Art ändern sich wöchentlich, und eine im September publizierte Zahl ist im November schon wieder Geschichte.

Hypo60+: für Eigentümer im Rentenalter

Das Produkt, das die Ersparniskasse von vielen Nachbarn abhebt, heisst Hypo60+. Es richtet sich an Privatpersonen im ordentlichen oder vorzeitigen Rentenalter, die wegen des tieferen Einkommens im dritten Lebensabschnitt die üblichen Tragbarkeitsrichtlinien der Finanzinstitute nicht mehr erfüllen können. Die Laufzeit beträgt 5 bis 10 Jahre, der Mindestbetrag liegt bei CHF 100'000, der Zinssatz ist für die gesamte Laufzeit fest, und eine Amortisation ist bei diesem Produkt nicht vorgesehen. Die Zinsbelastung des Kontos erfolgt vierteljährlich, jeweils per Ende März, Juni, September und Dezember. Für Eigentümer, die ihr Haus im Alter nicht verkaufen wollen, aber wegen AHV- und Pensionskassenrente durch das Tragbarkeitsraster einer gewöhnlichen Hypothek fallen, ist das ein Angebot, das nicht jede Regionalbank führt, und genau die Zielgruppe, die eine allgemeine Hypothekenberatung sonst oft vertröstet.

Der Blog EKSH-Blickpunkt

Unter dem Namen EKSH-Blickpunkt betreibt die Bank einen eigenen Blog, in dem hauseigene Fachleute praxisnahe Finanzthemen aufgreifen. Im Juli 2026 erschien dort ein Beitrag mit dem Titel Eigenmietwert abgeschafft, eine Chance für Hausbesitzer, der sich an einem konkreten Fall abarbeitet: Die Eigentümer im Beispiel haben vor 12 Jahren ihr Einfamilienhaus gekauft und hören, seit bekannt ist, dass der Eigenmietwert 2029 abgeschafft wird, von Handwerkern, Architekten und wohlmeinenden Nachbarn den Rat, jetzt zu sanieren, solange sich das noch von den Steuern abziehen lässt. Der Beitrag rät zur Zurückhaltung gegenüber überstürzten, steuerlich motivierten Entscheiden und plädiert stattdessen für eine fundierte Analyse und eine klare Priorisierung der eigenen Bedürfnisse. Es ist ein Thema, das 2026 durch praktisch jede Schweizer Immobilienredaktion gegangen ist, aber die Ersparniskasse behandelt es am eigenen Beispiel und mit eigener Haltung, statt nur die Gesetzesänderung zusammenzufassen. Der Blog deckt daneben auch Vorsorge- und Zahlungsthemen ab, etwa die Frage, wer ein nicht testamentarisch geregeltes Vorsorgevermögen erbt, oder wie man im Auslandurlaub sicher bezahlt.

Für wen sich die Ersparniskasse eignet

Die Bank passt am besten zu privaten Wohneigentümern aus der Stadt Schaffhausen und dem Zürcher Weinland, die eine Bank mit kurzen Wegen und persönlicher Beratung vor Ort wollen statt eines rein digitalen Antragsprozesses. Wer sein Eigenheim im Rentenalter behalten will und wegen tieferer Rente die üblichen Tragbarkeitsregeln nicht mehr erfüllt, findet mit Hypo60+ ein Produkt, das genau diese Lücke schliesst und das längst nicht jede Bank im Sortiment hat. Wer dagegen eine Bank mit landesweitem Filialnetz oder einer vollständig digitalen Hypothekenabwicklung sucht, ist bei der Ersparniskasse falsch: Ausserhalb von Schaffhausen und Kleinandelfingen gibt es keinen Standort, und die publizierten Zinssätze sind Richtwerte, keine online buchbaren Endpreise. Wer diese Grösse nicht als Nachteil sieht, sondern als das, was sie ist, eine Bank, die seit 1817 aus einer gemeinnützigen Gesellschaft heraus in der eigenen Region verwurzelt ist, ohne sich einer grösseren Gruppe angeschlossen zu haben, bekommt bei der ältesten Bank Schaffhausens eine Hypothek mit einem Gesicht dahinter statt nur mit einer Kontonummer.

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