Raiffeisenbank Diepoldsau-Schmitter
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Diepoldsau liegt am äussersten Rand des St. Galler Rheintals, direkt an der Grenze zu Österreich, und die Raiffeisenbank Diepoldsau-Schmitter betreibt dort eine einzige Geschäftsstelle an der Vorderen Kirchstrasse 2. Nach eigener Aussage ist sie seit rund 80 Jahren fest in der Region verankert. Ihr Leitspruch lautet «mittanand-föaranand», ein Ausdruck aus dem lokalen Dialekt für Miteinander und Füreinander, und die Bank benennt Vertrauen, Fairness und Nähe ausdrücklich als die Werte, an denen sie sich orientiert.
Was diese eine Filiale von vielen anderen lokalen Raiffeisenbanken unterscheidet, ist nicht ihre Grösse, sondern was sie über sich selbst preisgibt. Auf ihrer eigenen Seite veröffentlicht die Bank ihre Bilanzzahlen für 2025 im Klartext, mit konkreten Frankenbeträgen statt der üblichen Umschreibung von Wachstum. Die meisten lokalen Raiffeisenbanken belassen es bei allgemeinen Formulierungen; diese hier nennt Zahlen.
Was die Bilanz 2025 zeigt
Im Geschäftsjahr 2025 sind die Hypothekarforderungen der Bank um 14,5 Millionen Franken gewachsen, ein Plus von 2,9 Prozent, und stehen damit bei 517,4 Millionen Franken. Die Kundeneinlagen haben im selben Zeitraum um 6,5 Prozent zugelegt und liegen zum Jahresende bei 435,7 Millionen Franken. Beide Zahlen zusammen zeichnen das Bild einer Bank, die trotz ihrer bescheidenen Grösse und der einzigen Filiale ihr Kreditgeschäft und ihre Einlagenbasis gleichzeitig ausbaut, was für eine lokale Genossenschaft mit begrenztem Einzugsgebiet keine Selbstverständlichkeit ist.
Der Jahresgewinn ist dagegen gesunken: Die Bank weist für 2025 einen Gewinn von 0,65 Millionen Franken aus, gegenüber 0,74 Millionen Franken im Vorjahr. Wachsende Hypothekarforderungen bei gleichzeitig tieferem Gewinn ist ein Muster, das zu einer Bank passt, die investiert, statt jeden Franken sofort als Überschuss auszuweisen, aber es bleibt ein realer Rückgang, den die Bank selbst so kommuniziert und nicht verschweigt. Ein eigenes Wort zu «Wir konnten im Jahr 2025 unsere Marktstellung weiter stärken» findet sich auf derselben Seite, allerdings ohne die Zahl zum Bilanzsumme oder zur Mitgliederzahl, die andere Regionalbanken auf vergleichbaren Seiten nennen. Diese beiden Grössen bleiben bei der Diepoldsau-Schmitter also unveröffentlicht.
Mitbestimmung statt Generalversammlung
Ungewöhnlich offen ist die Bank auch bei ihrer eigenen Führungsstruktur. Ab dem Jahr 2025 ersetzt sie die physische Generalversammlung vollständig durch eine schriftliche oder elektronische Stimmabgabe, die sogenannte Urabstimmung. Die Bank formuliert das selbst so: Das Mitspracherecht der Mitglieder, bisher an der Generalversammlung wahrgenommen, werde künftig durch die Urabstimmung gewährleistet, was in der Praxis eine Abstimmung über die Sachgeschäfte auf schriftlicher Ebene bedeutet und den Wegfall der physischen Versammlung.
Für ein Mitglied heisst das: Kein Saal, kein Termin an einem bestimmten Abend, sondern ein Stimmzettel, den man auch elektronisch ausfüllen kann. Das ist eine bewusste Abkehr von der traditionellen Genossenschaftsversammlung, wie sie andere Raiffeisenbanken in der Region noch abhalten, und die Bank benennt diesen Wechsel offen als solchen, statt ihn beiläufig zu erwähnen.
Führung und Team vor Ort
An der Spitze der Bankleitung steht Andreas Schmid als Vorsitzender. Ihm zur Seite stehen Roman Frischknecht als Leiter Services, Sven Bruss als Leiter Vertrieb, Kenan Helac als Leiter Firmenkundenberatung, Ignaz Benz als Leiter Privatkundenberatung, Roman Müller als Leiter Kundenberatung, Lukas Durot als Leiter Steuerung und Sibylle Andreani als Leiterin Fachabwicklung. Diese Aufteilung nach Fachgebiet, mit eigenen Verantwortlichen für Firmenkunden, Privatkunden und die interne Abwicklung, ist bei einer Bank mit nur einer Filiale nicht selbstverständlich und zeigt eine Organisation, die grösser denkt als ihr einziger Standort vermuten lässt.
Den Verwaltungsrat präsidiert Reto Züst, Vizepräsident ist Christoph Schmid, weitere Mitglieder sind Vera Kolb und Peter Spirig. Wer die Teamseite der Bank durchgeht, findet dort auch die einzelnen Vermögensberater und Privatkundenberaterinnen mit Namen, nicht nur die Führungsriege, was das Versprechen der persönlichen Beratung greifbarer macht als eine anonyme Kontaktadresse.
Eigene Überbauungen: Schmitterpark und Alpstrasse
Ein Detail, das diese Bank von praktisch jeder anderen lokalen Raiffeisenbank abhebt: Sie vermarktet 2 eigene Wohnbauprojekte in Diepoldsau. Der «Schmitterpark» entsteht nach Angaben der Bank an zentraler und naturnaher Lage als Ensemble von 7 Mehrfamilienhäusern. Insgesamt stehen dort 62 Wohnungen im Stockwerkeigentum zum Verkauf, dazu 3 Gewerbeeinheiten in den Erdgeschossen. Die Bank beschreibt die Wohnungen als grosszügig geschnitten, mit guten Lichtverhältnissen und je nach Lage mit Terrasse oder eigenem Gartensitzplatz.
An der Alpstrasse entstehen daneben 4 Reiheneinfamilienhäuser mit, so die Bank, klarer und zeitloser Architektur. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das, dass die Bank nicht nur die Finanzierung eines Eigenheims anbietet, sondern in diesen beiden Fällen auch das Objekt selbst kennt, weil sie an dessen Entstehung mitwirkt. Wer sich für eine der beiden Überbauungen interessiert, muss also nicht zuerst eine Maklerin und dann getrennt eine Bank suchen, sondern findet beides an derselben Adresse. Preise oder ein Bezugstermin sind auf den beiden Projektseiten nicht angegeben, dafür verweist die Bank auf ein separates Verkaufsdokument.
Hypothekarmodelle und die Grenzen der eigenen Seite
Bei den eigentlichen Hypothekarmodellen bietet die Diepoldsau-Schmitter dasselbe wie jede andere Raiffeisenbank: die Festhypothek für Kundinnen und Kunden, die eine steigende Zinslandschaft absichern wollen, die SARON Flex-Hypothek für alle, die von tiefen oder sinkenden Zinsen profitieren möchten, und die variable Hypothek, die sich jederzeit wechseln oder direkt zurückzahlen lässt. Diese 3 Modelle legt die Raiffeisen Gruppe schweizweit einheitlich fest, nicht die einzelne Bank vor Ort, und einen eigenen Zinssatz, eine Belehnungsgrenze, eine Tragbarkeitsschwelle oder eine Amortisationsfrist veröffentlicht die Bank auf ihren eigenen Seiten nirgends. Wer eine konkrete Zahl sucht, findet sie dort nicht, sondern muss das persönliche Beratungsgespräch suchen.
Auf der Übersichtsseite der Bank taucht daneben ein eigener Eintrag zur «Öko-Hypothek» auf, mit dem Zusatz, die Bank fördere damit nachhaltiges Heizen. Was diese Öko-Hypothek konkret an Bedingungen oder Vorteilen bietet, lässt sich von den erreichbaren Seiten der Bank aus nicht nachvollziehen; der Eintrag existiert, ohne dass sich Details dazu verifizieren liessen, weshalb dieser Text hier keine weiteren Angaben macht.
Vor Ort: eine Filiale, 2 zusätzliche Bancomaten
Die einzige Geschäftsstelle der Bank befindet sich an der Vorderen Kirchstrasse 2 in 9444 Diepoldsau. Wer dort kein Konto führt, aber Bargeld braucht, findet 2 weitere Bancomaten im Gemeindegebiet: einen beim Coop an der Tramstrasse 20 und einen beim Restaurant Arlberg an der Hohenemserstrasse 67, gleich beim Zoll zur österreichischen Grenze. Beide Standorte bieten, anders als die Geschäftsstelle selbst, keine eigene Beratung an, sondern ausschliesslich den Bancomaten. Die Grenzlage der Gemeinde erklärt auch, warum ausgerechnet dort ein zweiter Bancomat beim Zollübergang sinnvoll ist und nicht irgendwo sonst im Dorf.
Für wen sich die Bank eignet
Am besten passt die Raiffeisenbank Diepoldsau-Schmitter zu Käuferinnen und Käufern, Bauherren oder Umschuldenden, die in Diepoldsau selbst wohnen oder dort bauen wollen, vor allem wenn der Schmitterpark oder die Reiheneinfamilienhäuser an der Alpstrasse infrage kommen. Wer eine Bank sucht, die ihre eigene Bilanz offenlegt statt sie hinter allgemeinen Formulierungen zu verstecken, und die ihren Mitgliedern mit der Umstellung auf die Urabstimmung ein greifbares Stück Mitbestimmung gibt, findet hier eine der wenigen lokalen Genossenschaften, die das so konkret benennt. Wer dagegen zuerst einen veröffentlichten Zinssatz oder eine Belehnungsgrenze vergleichen will, wird auf dieser Seite nicht fündig, wie bei praktisch jeder anderen Raiffeisenbank auch, und muss den direkten Kontakt zur Bank suchen, um die Zahl zu erfahren, die online nirgends steht.