Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch

Baslerstrasse 70, 4123 Allschwil · seit 1907

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Am Sonntagnachmittag des 29. Dezember 1907 trafen sich 29 Männer aus Allschwil im Gasthof zum Rössli und gründeten den Darlehenskassenverein Allschwil, den Vorläufer der heutigen Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch. Ein Jubiläum hatten sie an diesem Nachmittag nicht im Sinn, sie suchten einen Weg, den wirtschaftlichen Nöten des Dorfalltags mit Solidarität zu begegnen: kurzfristige Betriebsdarlehen und Hypotheken für die Mitglieder der Dorfgemeinschaft. 1911 erweiterte die junge Genossenschaft ihren Geschäftskreis auf die Nachbargemeinde Schönenbuch und änderte den Namen in Darlehenskasse Allschwil-Schönenbuch, jenen Doppelnamen, den die Bank bis heute trägt.

Von der Dorfkasse zur Milliardenbank

Die erste Jahresrechnung von 1908 wies eine Bilanzsumme von CHF 32'593.00 und einen Reingewinn von CHF 28.08 aus, bei 63 Mitgliedern. Im 25. Geschäftsjahr, 1932, überschritt die Bilanzsumme deutlich die Millionengrenze. 1952 zog die Genossenschaft vom Gasthof Rössli in ein eigenes Bankgebäude am Dorfplatz 2 um, mit der ersten Tresoranlage Allschwils, und 1974 wurde aus der Darlehens- oder Raiffeisenkasse offiziell die Raiffeisenbank. Die Bilanzsumme erreichte 1985 CHF 100 Mio, 2006 waren es CHF 500 Mio, und im 110. Geschäftsjahr, 2017, überschritt sie deutlich die Milliardengrenze. Aus der Dorfkasse von 29 Gründern ist damit über gut ein Jahrhundert eine der grösseren Genossenschaftsbanken der Region Basel geworden. Wer die Zahlen im Detail nachlesen will, findet auf der Chronik-Seite der Bank die Geschäftsberichte der letzten sechs Jahre zum Download, lückenlos von 2020 bis 2025.

Sechstausend Genossenschaftsmitglieder

Als Genossenschaft gehört die Bank ihren Mitgliedern und nicht externen Aktionären. 1983, im 75. Geschäftsjahr, begrüsste sie ihr 1000. Genossenschaftsmitglied. Die Zahl wuchs seither in klaren Schüben: das 2000. Mitglied im Jahr 2000, das 3000. im Jahr 2003, das 4000. im Jubiläumsjahr 2008, als die Bank ihr hundertjähriges Bestehen mit einer Generalversammlung mit über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern feierte, das 5000. im Jahr 2013 und das 6000. im Jahr 2025. Heute zählt die Raiffeisenbank Allschwil-Schönenbuch über 6'000 Genossenschaftsmitglieder, die laut eigenen Angaben über die Statuten mitbestimmen und von Mitgliedervorteilen profitieren können.

Eine Geschäftsstelle, sechs Bancomaten

Die einzige Schalterhalle der Bank liegt an der Baslerstrasse 70 in Allschwil, seit dem Eröffnungsfest vom 9. September 2002. Davor sass die Bank am Dorfplatz 2 (1952 bis 2002) und, ganz am Anfang, in eigenen Kassenräumen im Gasthof zum Rössli. Eine eigene Geschäftsstelle in Schönenbuch bestand von der Eröffnung am 6. April 1987 bis zu ihrer Schliessung per 30. September 2010; seither war die Bank dort nur noch mit einem Bancomaten präsent, und auch das nicht mehr lückenlos: Nachdem 2019 ein Bancomat in Schönenbuch gesprengt und dabei erheblich beschädigt wurde, verzichtete die Bank auf einen neuen Standort im Dorf. Insgesamt betreibt sie sechs Bancomaten-Standorte: zwei direkt an der Baslerstrasse 70 (einer davon als Indoor-Bancomat geführt), einen am alten Bankstandort Dorfplatz 2, den die Bank 2002 verlassen hat, einen im Alterszentrum Am Bachgraben am Muesmattweg, und zwei nicht in Allschwil, sondern am Bahnhof SBB in Basel an der Centralbahnstrasse 20, einer davon direkt beim Billettschalter. Das ist ein Einzugsradius, der über die eigentliche Wohngemeinde deutlich hinausreicht.

Die Schalterhalle selbst wurde 2022 und 2023 von Grund auf umgebaut. Der auf rund ein Jahr angelegte Umbau "Bankräume mit Zukunft" begann am 1. Februar 2022 und mündete am 20. März 2023 in den ersten Arbeitstag in den neuen Räumen, mit einer Begegnungszone statt klassischer Schalterfächer und einer eigenen Bancomatzone. Am 24. Juni 2023 feierte die Bank die fertigen Räume mit einem Tag der offenen Bank für die Öffentlichkeit, und seit dem 27. Februar 2023 ist sie auch auf Social Media präsent.

Führung und Team

Die Bankleitung wird von Tobias Fischer präsidiert, den Verwaltungsrat leitet Alain Meyer, mit Simon Bubendorf, Andrea Gysin und Olivier Gröflin als weiteren Mitgliedern. Rund 43 Mitarbeitende decken das Spektrum von der Privatkunden- über die Firmenkundenberatung bis zur Vermögens-, Vorsorge- und Kreditberatung sowie der Kreditverarbeitung im Hintergrund ab, darunter etwa die Kreditberater Christian Ferrara und Emanuel Kouril, die Leiterin Privatkundenberatung Fabienne Staudt, der Vermögensberater Mischa Beljean und die Vorsorge- und Pensionsberaterin Elena Kocher. Wer einen Termin sucht, findet auf der Teamseite der Bank die Direktwahl jeder einzelnen Beraterin und jedes Beraters statt einer einzigen Zentrale.

Sitzungszimmer mit Dorfgeschichte

Wie sehr sich die Bank als Dorfbank versteht, zeigt ein kleines Detail abseits der Bilanz: Ihre Sitzungszimmer tragen die Namen alter Allschwiler Flurbezeichnungen. Der damalige Raiffeisen-Kundenberater Marcel Lauber hatte die Idee vor rund 20 Jahren, und sie lebt in den neuen Bankräumen weiter. "Löibere" geht auf eine bereits 1344 belegte Flurbezeichnung zurück, die auf einen hochliegenden freien Platz verweist, nicht, wie der Name vermuten liesse, auf den Lorbeer. "Chiirsner" wiederum stammt von einem 1617 belegten Familien- oder Berufsnamen, dem Kürschner, der aus Tierfellen Pelzkleider fertigte, und nicht, wie man es sich in einem Kirschbaumdorf denken könnte, von der Kirschblüte. Ein drittes Zimmer, "Holeerääbe", geht auf eine Basler Urkunde aus dem Jahr 1033 zurück und trägt den Namen des Rebbaus, der den Abhang dort bis ins frühe 20. Jahrhundert prägte.

Zinsen und Gebühren: was die Seite zeigt, und was nicht

Wie bei den meisten Lokalbanken der Raiffeisen-Gruppe läuft das eigentliche Hypothekarangebot über das gruppenweite Sortiment, Festhypothek, SARON-Flex-Hypothek und variable Hypothek, mit identischem Text bei jeder Genossenschaft. Eine eigene Zinssätze- und Preise-Seite listet die Bank trotzdem: Sie verweist auf datierte, separate Dokumente, Konten und Zinssätze für Private und für Firmen ab dem 01.08.2026, Dienstleistungspreise für Private, für Firmen, für das Anlagegeschäft und für die Vorsorge jeweils ab dem 01.01.2026. Ergänzt wird die Konditionenseite um ein eigenes Factsheet zu den Rückzugslimiten für Spargelder. Eine konkrete Hypothekarzins- oder Gebührenzahl für Allschwil-Schönenbuch selbst nennt der lesbare Seitentext nicht, beworben wird dort nur eine allgemeine Spargeld-Aktion. Wer die aktuellen Konditionen kennen will, öffnet die verlinkten Dokumente oder bucht direkt einen Beratungstermin vor Ort.

Die lange Geschichte, das stetige Mitgliederwachstum bis zur Sechstausendermarke 2025 und die frisch umgebaute, einzige Schalterhalle an der Baslerstrasse zeichnen eine Regionalbank, die trotz ihrer Bilanzsumme von über CHF 1 Milliarde eine einzige Adresse behalten hat: Wer in Allschwil oder Schönenbuch eine Hypothek sucht, trifft dieselben Beraterinnen und Berater, die auch die Vorsorge- und Anlagegeschäfte der Genossenschaft betreuen, nicht ein anonymes Callcenter. Der Wermutstropfen bleibt derselbe wie bei praktisch jeder Lokalbank der Gruppe: einen konkreten Zinssatz nennt die eigene Website nicht, dafür führt der Weg direkt über einen Termin vor Ort.

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